0:0! Ein Punktgewinn in Ried der Hoffnung macht

Im vierten Spiel in der Qualifikationsgruppe gab’s das dritte 0:0. Diesmal auswärts bei der SV Ried. Ein absolut verdienter Punkt, den man natürlich mitnimmt. In der ersten Halbzeit leichtes Übergewicht für Hartberg, in Durchgang zwei für die Rieder, Chancen hüben wie drüben. Woche für Woche entscheiden Kleinigkeiten und alle Spiele sind auf Messers Schneide. Die Leistungssteigerung war trotz vieler Ausfälle deutlich sichtbar. Auch Chancen konnten wieder kreiert werden, einzig die Chancenverwertung bleibt erneut ein Thema. Zwar rutschte man mit dem Punkt tabellarisch ans Tabellenende (punktegleich mit Altach), aber auch der Rückstand auf Spitzenreiter Ried beträgt nur vier Zähler. Die Negativserien (kein Sieg in Ried, zehn Spiele ohne Sieg, siebe Spiele ohne Tor) gehen weiter, doch die Leistung, der Kampfgeist und Wille machen Mut und Zuversicht. Man kann auch Positives erkennen, auch in der Statistik: In den letzten vier Spielen hat unsere Mannschaft nur ein Gegentor bekommen. Der Torerfolg und ein damit verbundener Befreiungsschlag muss erzwungen werden. Wichtig ist Ruhe zu bewahren, gemeinsam an einem Strang ziehen und weiter dran glauben. Dafür ist Hartberg bekannt und all das ist auch innerhalb der Mannschaft zu spüren. Die nächste Chance auf den großen Befreiungsschlag gibt es am kommenden Samstag im Heimspiel gegen die Admira, wo man gemeinsam mit hoffentlich vielen Fans im Rücken den letzten Tabellenplatz wieder abgeben möchte.


Trainer Klaus Schmidt plagten vor der Partie einige Ausfälle. Sonnleitner, Avdijaj, Kröpfl, Sturm, Kofler, Farkas und Heil standen nicht zur Verfügung. An vorderster Front schenkte er dem Duo Paintsil und Lemmerer das Vertrauen, die auch – vor allem in der ersten Halbzeit – ordentlich wirbelten. Der Beginn war von beiden Seiten ruhig und geordnet. Nach einer Viertelstunde nahm die Partie an Fahrt auf. Der in rosa spielende TSV wurde immer mutiger und verzeichnete auch die erste Großchance des Spiels. Der 19-jährige Startelfdebütant Jürgen Lemmerer scheiterte aus rund zehn Metern mit seinem Schuss (nach Painstil-Zuspiel) an Ried-Schlussmann Sahin-Radlinger. Schade! Kurz darauf eine haarige Situation. Paintsil wird mit einem weiten Ball auf die Reise geschickt, stürmte mit Geschwindigkeit in Richtung Rieder Tor, Wießmeier mit dem „Schulter-Zupfer“ gegen den TSV-Angreifer, der wohl alleine auf das Tor gestürmt wäre. SR Pfister ließ überraschenderweise weiterspielen. In der 22. Minute traf Bajic für die Rieder mit einem Distanzschuss die Kreuzlatte. Dann wieder Hartberg. Fehler im Spielaufbau der Heimmannschaft, Aydin blockte gut, legte ab auf Seth Painstil, der das Leder aus bester Position über den Kasten jagte (25.). Die Hartberger blieben am Drücker, Aydin versuchte es mit einem technisch sauberen Abschluss, doch wieder war der starke Sahin-Radlinger zur Stelle. Und auch Lemmerer kreuzte nochmals vor dem Ried-Tor auf, konnte seine sehr ordentliche Leistung aber nicht mit seinem ersten Bundesligator krönen. Kurz vor der Pause eine Großchance für Ried, aber Mikic scheiterte aus fünf Metern an Rene Swete, der wie sein Pendant bärenstark reagierte. So weit hätte es aber gar nicht kommen dürfen, bei der Entstehung wurde Gollner gefoult.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Innviertler präsenter. Nach einem Standard kam Pomer zum Abschluss, Tobias Kainz rettete vor der Linie per Kopf (51.). In der 70. Minute versuchte es Youba Diarra mit einem wuchtigen Distanzschuss – Sahin-Radlinger erneut mit dem Save. Auf der Gegenseite Nene mit der Möglichkeit, wieder war Swete zur Stelle (78.). Unschöne Szene in der 85. Minute. Ried-Spielmacher Stefan Nutz stieg Thomas Rotter (der zum Glück unverletzt blieb) mit offener Sohle auf das Sprunggelenk. SR Pfister gab zunächst nur Gelb, nach korrektem Einschreiten des VAR und TV-Bilder-Sichtung war die logische Folge der Platzverweis. Der Lucky Punch lag in der Luft, die Hartberger versuchten Risiko zu nehmen, bekamen auch noch einmal diese Großchance (92.). Über Aydin, Diarra und Schmerböck kam das Leder zu Tobias Kainz, der im Strafraum zu wenig Druck und Präzision hinter den Ball brachte und somit Sahin-Radlinger vor keine gröberen Problemen stellte.


Stimmen zum Spiel:

Klaus Schmidt (Hartberg-Trainer): „Das Gesicht der Mannschaft war ein interessantes. Wir waren hellwach und präsent. Wenn wir so weitermachen, sind wir dabei. Es war ein sehr intensives und abwechslungsreiches Spiel. Es hätte zwei Sieger geben können. Wir haben uns in der Defensive gut verkauft und waren sehr stabil. Wir hatten Chancen auf den Führungstreffer, dann wäre das Spiel anders gelaufen. Aber auch Swete hat zwei gefährliche Situationen entschärft. Bis zur 86. Minute war es sehr ausgeglichen. Dann hat Kainz den Hunderter leider verklopft. Die Qualifikationsrunde ist keine Honeymoon-Partie. Es geht um Nerven, Ruhe und Konstanz. Die Qualifikationsrunde ist nichts Schönes für die, die dabei sind, aber für die Zuschauer ist es spannend.“

Robert Ibertsberger (Ried-Trainer): „Grundsätzlich war es ein intensives Spiel. Wenn man die Torchancen rechnet, muss man das 0:0 mitnehmen. Zufrieden dürfen wir aber nicht sein. Wir sind natürlich ein ein bisschen enttäuscht, dass es keine drei Punkte wurden. Man sieht, wie eng alles zusammengerückt ist. Wir haben gewusst, dass Hartberg gefährlich ist. Wir mussten viel mit dem Ball machen und waren manchmal zu ungeduldig. Wir sind noch gut dabei, nächste Woche gibt es wieder ein wichtiges Heimspiel. Der Druck in der Qualifikationsrunde ist natürlich da. Auch gegen Wattens wird es nicht einfach. Hartberg war mit der Fünferkette nicht einfach zu bespielen, aber wir haben unsere klaren Chancen nicht genutzt.“

Jürgen Lemmerer (Hartberg-Stürmer): „Ich hätte mir nichts Schöneres vorstellen können als zu treffen. Im Training treffen wir ja, aber sobald der Schiri anpfeift, geht nichts. Aber heute haben wir wenigstens wieder die Chancen gehabt und können auf diesen Auftritt sicher aufbauen. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis und werden alles dafür geben, dass uns das nächste Woche vor unserem eigenen Publikum gelingt.“


Admiral Bundesliga 2021/22 | 26. Runde | Samstag, 09. April 2022

SV Guntamatic Ried 0:0 (0:0) TSV Egger Glas Hartberg

Profertil Arena – Hartberg, 4.010 Zuseher | SR Pfister (Tirol)

Spielhighlights: Highlights #SVRHTB

Ried: Sahin-Radlinger – Wießmeier, Meisl, Plavotic, Pomer – Stosic, Ziegl – Bajic (82./Seiwald), Nutz, Nene (90./Satin) – Mikic (69./Chabbi)

Hartberg: Swete – Horvat (87./Schantl), Steinwender (56./Erhardt), Rotter, Gollner, Klem – Kainz, Diarra, Aydin – Lemmerer (65./Schmerböck), Paintsil (56./Tadic)

Rote Karte: Nutz (85./Foul)

Gelbe Karten: Stosic bzw. Horvat, Swete

Fotos: TSV Hartberg | GEPA pictures