0:3 Niederlage zuhause gegen Red Bull Salzburg

Doch die Leistung gegen die Bullen gibt Zuversicht für die kommenden Aufgaben…


Markus Schopp nahm zwei Umstellungen in der Startelf gegenüber der Dienstag-Partie in Graz vor. Jürgen Heil kehrt nach seiner Gelb-Sperre zurück in die Mannschaft und Seifedin Chabbi gab sein Startelfdebüt und durfte an vorderster Front von Beginn an ran. Vor den Augen von ÖFB-Teamchef Franco Foda starteten unsere Hartberg gut in die Partie, agierten mutig. ließen die Salzburger-Stürmer mehrmals im Abseits stehen (Abseitsstatistik: HTB 0:10 RBS) und verzeichneten auch durch Sascha Horvath die erste Schussmöglichkeit (12.). Im Gegenzug erwischte Linksverteidiger Christian Klem Koita im Strafraum am Fuß. Den Elfmeter verwandelte der Gefoulte selbst und ließ dabei Rene Swete keine Chance. Schade, denn dieses Foul wäre nicht nötig gewesen, Koita spitzelte den Ball weg vom Tor, hier wäre wohl nichts passiert. Kurz darauf vergab Koita ein Großchance (16.). Salzburg hatte die Partie im Griff, Youngstar Sucic schoss nach einer halben Stunde das Leder am langen Eck vorbei. Und wenn Hartberg gegen Salzburg spielt trifft auch Hartberg-Schreck Patson Daka leider immer. Der Mann aus Sambia stellte nach 35 Spielminuten auf 0:2, insgesamt sein bereits 10. Treffer gegen die Oststeirer. Bei dieser Aktion machte es die TSV-Defensive den Mozartstädtern zu einfach.

Doch unsere Mannschaft gab sich nicht auf, versuchte weiter – auch spielerisch – Lösungen zu suchen und konnte über weite Strecken sogar mit der Millionentruppe gut mithalten. In der 54. Minute haben die Blau-Weißen eine sogar eine Topchance vorgefunden. Eine schöne Kombination wird mit einem Kopfball vom sehr bemühten Seifedin Chabbi (nach Klem-Flanke) abgeschlossen. Doch der Ball ging ganz knapp am kurzen Pfosten vorbei. In dieser Phase hätte mit dem Anschlusstreffer die Partie nochmal spannend werden können. Im Finish erhöhten die Gäste nach einem unnötigen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung noch auf den 0:3-Endstand. Danach beendete Schiedsrichter Hameter nach 93 Minuten das Spiel.

Am Ende gab’s nichts zu holen für unsere Hartberger. Salzburg gewann verdient in der Oststeiermark. Obwohl die Leistung vielversprechend war und mehr drinnen gewesen wäre. Sicher eine der stärkeren Auftritte unserer Mannschaft gegen die Bullen in der Bundesliga. Mutig, couragiert und nicht versteckt, was auch die Statistik aus Hartberger Sicht belegt: 9:11 Torschüsse, 45%:55% Ballbesitz, 5:6 Ecken, 9:7 Flanken. Statistik schießt aber keine Tore, individuelle Klasse schon und die ist bei der Marsch-Truppe enorm hoch. Daher benötigt man einen Sterntag um die Salzburger knacken zu können. Mit dem Anschlusstreffer wäre es eventuell nochmals spannend geworden, doch auf diesen Auftritt kann man aufbauen und sich auf die nächsten sehr wichtigen Aufgaben vorbereiten. Nach einer kurzen Verschnaufpause (nächste Woche wird ÖFB-Cup gespielt) geht’s am 9. Februar 2021 für die Swete, Tadic & Co. weiter mit dem wichtigen Heimspiel gegen die WSG Tirol, gefolgt von den Duellen mit Austria Wien (A) und der SV Ried (H).


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #htbrbs-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Jede Niederlage tut weh. Es ist eine Spur zu hoch ausgefallen, wir waren recht gut im Spiel, haben in der ersten Halbzeit sehr gut begonnen. Der Elfmeter und das zweite Tor war schlecht verteidigt. Wir waren immer da, belohnen uns dann nicht. Wenn Seifedin Chabbi das 1:2 macht, kann es noch spannend werden. Man kann viel mitnehmen, ein paar Sachen waren sehr gut, viele Dinge müssen wir besser machen, wir sind auf Kurs. Die Moral und trotz 0:2 komplett im Spiel zu sein, Torgefahr auszustrahlen. Es ist Woche für Woche das gleiche, dass wir uns schwer tun das erste Tor zu machen, daran arbeiten wir.“

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): „Heute hatte ich das Gefühl, dass wir verstehen was wir für so ein Spiel brauchen. Es war eine gute Mischung zwischen kämpfen und direkt spielen. Am Schluss war es eine der reifsten Leistungen unserer Jungs.“ Ich war mit der Leistung aller Spieler sehr zufrieden, besonders auch mit Sekou (Koita, Anm.). Wir sind mit einem klaren Plan ins Match gegangen und es ist uns gelungen, diesen Matchplan gut umzusetzen. Das frühe Tor hat uns geholfen. Es war die Basis, dass wir dann 90 Minuten eine starke Leistung abgeliefert haben.“

TSV-Spieler Christian Klem:  „Es war keine schlechte Leistung von uns, wir sind gut gestartet, haben wenig zugelassen. Es war ein dummes Foul von mir. In der zweiten Halbzeit hat es auch eine Phase gegeben, wo wir ein bisschen gedrückt haben, wenn wir da das 1:2 machen, kann die Partie anders ausgehen. Die Leistung war besser als letzte Woche, wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber um gegen Salzburg was mitzunehmen, braucht man ein überragendes Spiel.“


Tipico Bundesliga 2020/21  – 15. Runde, Samstag, 30. Jänner 2021

TSV Prolactal Hartberg 0:3 (0:2) FC Red Bull Salzburg

Profertil Arena – Hartberg, SR Hameter (Niederösterreich)

Torfolge:
0:1 (14.) Koita (Elfmeter)
0:2 (35.) Daka
0:3 (79.) E. Mwepu

Hartberg: Swete – Kainz, Gollner, Luckeneder, Klem – Nimaga (74. Tijani), Heil – Horvath (66. Schmerböck), Rep, Ertlthaler (66. Ried) – Chabbi (74. Tadic)

Salzburg: Stankovic – Kristensen, Ramalho, Vallci, Ulmer (87. Farkas) – E. Mwepu, Camara (87. Affengruber), Bernede, Sucic (71. Aaronson) – Koita (71. Adeyemi), Daka (87. Sesko)

Gelbe Karten: Nimaga bzw. Koita

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg