1:1-Unentschieden gegen die Admira

„Standesgemäß“ eröffnet der TSV ein Bundesliga-Jahr ohne Sieg. Leider auch 2022. Im Heimspiel gegen die Admira, in dem man sich viel vorgenommen hat, reichte es „nur“ zu einem 1:1-Unentschieden. Die Russ-Truppe bleibt somit auch im neunten Duell in Folge mit den Niederösterreichern ungeschlagen, doch richtig freuen konnte man sich im Hartberger Lager nicht. Ein Dämpfer im Kampf um die Meistergruppe. Mit dem Punkt am heutigen Sonntag muss man aus Hartberger Sicht aber zufrieden sein. Es war ein wichtiger Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Der Abstand zum heutigen Gegner konnte gleichgehalten werden. Drangphasen ganz zu Beginn und nach einer Stunde waren zu wenig. An die Leistung bei Rapid konnte nicht ganz angeschlossen werden, doch auch dem Gegner Admira muss man für den sehr guten, couragieren Auftritt Respekt zollen. Somit endet auch das zweite Saisonduell mit einem Remis. Wir kämpfen weiter und solange die Top-6 möglich sind, wird unsere Mannschaft alles daran setzen und daran glauben.


Endlich wieder Heimspiel und endlich wieder Stimmung im Stadion. Auch wenn’s aufgrund der leider immernoch strengen Vorgaben und Maßnahmen „nur“ 1.685 Zuseher waren. Die Sehnsucht nach der Rückkehr zur Normalität – und somit auch auf mehr Zuseher – ist groß. Zum sportlichen Liga-Frühjahrsauftakt: Rene Swete muss nach seiner Erkrankung weiter passen, ebenso Raphael Sallinger. Daher stand wie vergangenen Samstag im Cup Florian Faist in der Bundesliga zum fünften Mal zwischen den Hartberger Pfosten und erledigte seine Aufgabe erneut sehr gut. Kurt Russ schickte dieselbe Elf wie vergangene Woche auf das Feld. Der TSV startete sehr gut in die Partie. Viele Offensivaktionen in den Anfangsminuten. Bereits nach wenigen Sekunden die erste Chance. Flanke Tobias Kainz und Donis Avdijaj mit einer akrobatischen Einlage – erfolglos über das Tor. In der 7. Minute bereitete wieder Tobi Kainz per Eckball eine Torchance vor. Der Kopfball des aufgerückten Innenverteidigers Steinwender ging ebenfalls über den Kasten. Nach einer Viertelstunde wurden die Gäste immer präsenter. Neuzugang Surdanovic klopfte erstmals mit einem Drehschuss an (17.) – vorbei. Gute zehn Minuten später entstand aus einer Admira-Ecke eine Hartberger Kontermöglichkeit. Donis Avdijaj mit viel Tempo, legte ab auf Tobias Kainz, der sich das Spielgerät zu weit vorlegte und somit keinen ordentlichen Abschluss abfeuern konnte. Schade! Eine weitere TSV-Chance hatte Donis Avdijaj, der Abschluss nach Sturm-Flanke fiel aber zu schwach aus. Alles roch nach einer Nullnummer zur Pause, doch dann die 44. Minute. Freistoß für die Gäste aus über 20 Metern. Vodhanel sah die schlecht positionierte Mauer und traf ins kurze Eck. Eine nicht unverdiente Führung für die Herzog-Truppe, die in Durchgang eins mehr Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe und auch gute, ungenützte Tormöglichkeiten vorzuweisen hatten.

Nach der Pause hielt Florian Faist den TSV in der Partie, nachdem er gegen Mustapha gut herauskam (48.). Kurz darauf die nächste Topchance der Gäste. Roman Kerschbaum schoss nach schöner Aktion knapp am Tor vorbei. Von der 60. bis zur 70. Minute die stärkste Hartberger Phase in der zweiten Halbzeit. In der 63. Minute dann auch der verdiente Ausgleich. Kainz mit dem Wechselpass auf Patrick Farkas, der mit viel Übersicht in den Rückraum auf Jürgen Heil ablegte. Unsere #28 vollendete zum Ausgleich! Bei einem weiteren Angriff machte Donis Avdijaj ordentlich Tempo, setzte sich gut durch, legte nicht ab auf den gut positionierten Tadic sondern versuchte es selbst – Schuss geblockt. Dann wieder die Admira mit einem ruhenden Ball. Den Freistoß von Kerschbaum konnte Faist mit einer starken Flugeinlage entschärfen (72.). Kurios: SR Ebner musste kurz vom Feld um die Funkprobleme mit dem Headset zu lösen, die mehrminütige Unterbrechung stoppte auch den Hartberger Spielfluss in dieser Phase. Eine Chance hatten die Gäste noch. Gattermayer mit dem Abschluss, wieder war Florian Faist zur Stelle, tauchte richtig stark ab. In den Schlussminuten versuchten die Hausherren noch einmal alles, doch in dieser Saison läuft es zuhause einfach nicht so rund. Auch ein Freistoß von Kainz in der letzten Minute der Nachspielzeit fand nicht den Weg ins Tor.


Stimmen zum Spiel:

Kurt Russ (Hartberg-Trainer): „Nach den Corona-Problemen muss ich meiner Mannschaft ein Lob aussprechen. Den Spielern hat nach dem schweren Spiel gegen Rapid vielleicht die Kraft gefehlt, dass alle über 90 Minuten eine Topleistung abliefern können. So gesehen muss man mit dem Punkt zufrieden sein. Das Ergebnis ist nicht ideal, aber wir bleiben im Rennen um die Top Sechs. Es liegt alles eng beisammen. Hartberg wird sich der Situation stellen. Wer Rapid auswärts schlägt, braucht bei der Austria keine Angst haben.“

Andreas Herzog (Admira-Trainer): „Wenn man das Spiel sieht, hätten wir die drei Punkte mitnehmen müssen. Von der Leistung her kann man hochzufrieden sein. Die Vorentscheidung ist uns nicht gelungen, nach Hartbergs Wechseln waren sie von der 60. bis 70. Minute klar besser, da hatten wir Probleme. Am Schluss wollten wir unbedingt den Sieg und haben Riesenmöglichkeiten vergeben. Wir wussten, dass es in Hartberg schwer wird, aber wir hätten uns mehr verdient. Dass wir in der Offensive zu Räumen kommen, das war viel besser als im Herbst. Da werden wir in den nächsten Wochen noch profitieren.“

Jürgen Heil (TSV-Torschütze): „Von meinem Treffer konnte ich mir heute nicht viel kaufen. Unsere Leistung war zu schwach, dass wir uns den Sieg verdient hätten. Es heißt weiterarbeiten und besser werden. Gegen den Ball waren beiden Mannschaften sehr aggressiv, doch wir haben es nicht den Ball konstruktiv nach vorne zu spielen, das war nur Stückwerk, da müssen wir uns verbessern. Die Admira hat es heute sehr gut gemacht, sie waren sehr aggressiv – so hat man die Admira lange nicht gesehen. Im Endeffekt müssen wir den Punkt mitnehmen, hilft eh nichts. Wenn wir hinten sind, spielen wir immer als „wäre es egal“, dann geht es auf einmal. Doch es sollte auch mit einer Idee wieder funktionieren, nicht immer „Harakiri“.“

Patrick Farkas (TSV-Spieler): „Vor der Partie haben wir uns mehr vorgenommen. Am Ende müssen wir mit dem Punkte leben, auch weil die Admira am Ende die besseren Chancen hatte. Mit der starken Vorstellung gegen Rapid haben wir uns Selbstvertrauen geholt, doch von der breiten Brust hat man heute nicht viel gesehen. Wir werden die Fehler analysieren, damit wir nächste Woche gegen die Wiener Austria eine bessere Leistung bringen.“


Admiral Bundesliga 2021/22 | 19. Runde | Sonntag, 13. Februar 2022

TSV Egger Glas Hartberg 1:1 (0:1) FC Flyeralarm Admira

Profertil Arena – Hartberg, 1.685 Zuseher | SR Ebner (Oberösterreich)

Spielhighlights: Highlights #HTBADM

Torfolge:
0:1 Vodhanel (44.)
1:1 Heil (63.)

Hartberg: Faist – Farkas, Steinwender, Rotter, Klem – Sturm (85./Lemmerer), Kainz, Diarra (58./Tadic), Aydin (58./Niemann) – Avdijaj, Heil

Admira: Leitner – Zwierschitz (78./Major), Schmiedl, Bauer, Lukacevic – Ebner, Malicsek – Surdanovic (78./Gattermayer), Kerschbaum, Vodhanel – Mustapha

Gelbe Karten: Diarra, Farkas bzw. Vodhanel, Kerschbaum

Fotos: TSV Hartberg | GEPA pictures