1:5-Heimschlappe gegen Tirol nach Führung

In der Regenschlacht gingen unsere Blau-Weißen am Samstagabend leider ordentlich baden. Die 1:5-Heimklatsche schmerzt ziemlich. Trotz eines perfekten Starts mit einer 1:0-Führung war die WSG in allen Belangen überlegen und konnte im fünften Duell 2022 den fünften Sieg einfahren – sehr verdient noch dazu. Der TSV machte es der Silberberger-Elf mit einer Fülle an Eigenfehler sehr einfach. Auch das Zweikampfverhalten war schlecht (nur 38% gewonnene Zweikämpfe), 6:17-Torschüsse in einem Heimspiel sprechen Bände. Die fünfte Niederlage im sechsten Spiel ist ein weiterer Rückschlag. Die allgemeine Verunsicherung war trotz der Führung ständig zu spüren. In der englischen Woche muss jetzt eine Reaktion kommen. Die alten Tugenden wie Moral, Wille und Kampfgeist müssen schnellstmöglich zurückkehren. Am Mittwoch bei Rapid (Nachtrag), Samstag in Salzburg muss man sich etwas zutrauen, die Ängstlichkeit abstellen und wieder Leidenschaft auf den Platz bringen.


Jürgen Heil wurde nach der Kollision im Training mit Ejupi nicht rechtzeitig fit und muss somit weiter auf seinen 200er im TSV-Dress warten. Swete kehrte in die Startelf zurück und auch Kröpfl durfte von Beginn an ran. Regen und Nebel – das grausige Herbstwetter passte leider zum Auftritt unserer Mannschaft. Auch wenn der Beginn furios war. Tadic mit der Ferse auf Providence, dessen Flanke Dominik Frieser am langen Eck zurücklegte und Lukas Fadinger technisch fein zur Führung einschoss (8.). Bundesliga- und TSV-Premierentor. Traumaktion! Wie aus einem Guss! Das wars dann aber auch schon mit schönen Aktionen der Heim-Elf. Die Hoffnung, dass die Führung Auftrieb brachte, war aber schnell dahin, denn das Gegenteil war der Fall. Die Tiroler spielten unbeirrt nach vorne und waren klar spielbestimmend, überlegen und klopften bei Rene Swete an. Die Hartberger schossen plötzlich die Bälle nur noch weg und waren mit dem Verteidigen beschäftigt. In der 13. Minute prallte ein abgefälschter Blume-Freistoß an die Stange. Danach zeichnete sich Rene Swete gegen Sulzbacher (25.) und Prelec (26., 28.) mit Glanzparaden aus. Doch nach 34 Minuten gelang der hochverdiente Ausgleich. Nach einer TSV-Fehlerkette, die so nicht passieren darf, bediente Sabitzer Sturmpartner Prelec, der Swete umkurvte und einschoss. Wenige Augenblicke später drehten die Tiroler die Partie komplett. Wieder glänzte Sabitzer als Assistgeber und Sulzbacher traf zum 1:2 (36.). Kurz darauf hätte die Silberberger-Elf sogar die Führung ausbauen können, aber Sabitzer setzte einen Kopfball knapp übers Tor.

Nach der Pause keine Veränderungen, die Tiroler am Drücker, die Hartberger viel zu passiv und harmos. Dadurch sorgte Prelec in der 57. Minute mit dem 1:3 für die Vorentscheidung. Erneut war ein unnötiger Fehlpass im Ballbesitz der Anfang vom Gegentor. Es folgte eine Phase, in der unsere Mannschaft alles nach vorne warf und versuchte, das Spiel doch noch zu drehen. Die größten Chancen hatten Tobias Kainz (Distanzschuss – drüber) und der Eingewechselte Eylon Almog, dessen Abschluss aus aussichtsreicher Position aber am Tor vorbeiging. Zwei, drei weitere gute Aktionen blieben ungenützt. Am Ende kam es knüppeldick. Zwei weitere Gegentreffer (Rogelj und Eigentor) in der Nachspielzeit führten zum Debakel. Vier der fünf Gegentore sind nach Eigenfehlern entstanden. Ob es fehlende Cleverness, Konzentration oder Konsequenz ist muss klar aufgearbeitet werden und vor allem abgestellt werden. Das darf auf diesem Niveau nicht in dieser Häufigkeit vorkommen.


Stimmen zum Spiel:

Klaus Schmidt (Hartberg-Trainer): „Ein 1:5 zu Hause tut verdammt weh. Nach dem frühen 1:0 haben wir die Partie aus der Hand gegeben und durch eine Reihe von Eigenfehlern die Tore erhalten. Solche Fehler passieren, wenn die Mannschaft verunsichert ist. Bis zu den nächsten schweren Spielen gegen Rapid am Mittwoch und Salzburg am Samstag müssen wir die Verunsicherung in den Griff bekommen und wieder fokussiert an die Sache herangehen.“

Thomas Silberberger (WSG-Trainer): „Das war für uns ein extrem wichtiger Sieg. Ich muss meiner Mannschaft ein Lob aussprechen. Nach dem Rückstand haben wir sehr gut reagiert, haben uns auf uns selbst fokussiert und dann eigentlich alles richtig gemacht. Am Ende haben wir in dieser Höhe verdient gewonnen.“

Lukas Fadinger (TSV-Torschütze): „Die WSG war in allen Phasen viel besser. Wir haben uns gedacht, dass uns das 1:0 Aufwind geben wird aber es war genau das Gegenteil, wir haben uns „herspielen“ lassen, es ist sehr bitter. Es ist mir unerklärlich, man hat gemerkt, dass wir sehr verunsichert sind.“

Dominik Frieser (TSV-Spieler): „Die Niederlage ist verdient. Trotz der schnellen Führung haben wir ängstlich agiert, uns nichts zugetraut. Die Lage ist noch nicht brenzlig, aber wir müssen schleunigst zu punkten anfangen.“


Admiral Bundesliga 2022/23 | 13. Runde | Samstag, 22. Oktober 2022

TSV Egger Glas Hartberg 1:5 (1:2) WSG Tirol

Profertil Arena – Hartberg, 1.738 Zuseher | SR Spurny (Wien)

Spielhighlights: Highlights #HTBWSG

Tore:
1:0 Fadinger (8.)
1:1 Prelec (34.)
1:2 Sulzbacher (36.)
1:3 Prelec (57.)
1:4 Rogelj (89.)
1:5 Swete (95./Eigentor)

Hartberg: Swete – Horvat, Sonnleitner, Karamarko – Frieser, Fadinger, Kainz, Providence (71./Aydin) – Kröpfl (61./Farkas) – Kriwak (61./Almog), Tadic

WSG: Oswald – Ranacher, Bacher, Behounek, Schulz – Sulzbacher (83./Okungbowa), Müller (64./Naschberger), Blume – Ogrinec (64./Tomic) – Prelec (79./Prica), Sabitzer (79./Rogelj)

Gelbe Karten: Swete, Aydin, Almog, Frieser bzw. Müller, Prelec, Prica, Silberberger

 

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg