2:3! Nachspielzeit-Gegentore kosten Punkte gegen Klagenfurt

In einem packenden Duell zwischen dem TSV Egger Glas Hartberg und der Klagenfurter Austria setzte es für unsere Blau-Weißen am Ende eine Last-Minute 2:3-Niederlage. Richtig bitter, denn ein Punkt wäre absolut verdient gewesen. Aber wenn es nicht läuft, kommt das Pech auch noch hinzu. Unsere Blau-Weißen zeigten sich über weite Strecken stark verbessert, glichen zweimal einen Rückstand aus. Doch die Zeitpunkte der Gegentore (gleich nach Anpfiff und zweimal in der Schlussphase der Nachspielzeiten) brachten uns um ein Erfolgserlebnis. Mit Dario Tadic und Rene Kriwak trafen beide Stürmer, doch das VAR-K.O. in der Nachspielzeit schmerzt extrem. Alles andere als eine leichte Aufgabe, dieses Spiel mental zu verarbeiten. Einige neue Impulse (Spielsystem, neue Spieler, mutiges Auftreten) blieben vorerst unbelohnt. Zum dritten Mal in Serie setzte es eine Niederlage, immer mit drei Gegentoren. Der TSV präsentierte sich aber deutlich verbessert. Da muss man dranbleiben, hart und intensiv an den Baustellen aber auch an den Stärken arbeiten, dann kommen auch wieder Erfolgserlebnisse zurück. 


Paintsil, Aydin (beide verletzt) und Kofler (krank) fehlten, Trainer Klaus Schmidt hütete mit einem Infekt das Bett. Co-Trainer Alexander Marchat übernahm an der Outlinie das Couching, schickte mit dem 3-4-1-2 ein neues Spielsystem und mit Providence und Karamarko zwei echte Debütanten, sowie mit Sturm und Kriwak zwei Startelf-Debütanten auf das nasse Terrain. Doch der Spielplan wurde nach wenigen Augenblicken bereits über den Haufen geworfen. Irving (kam nach einem Fehlpass im Spielaufbau zum Ball) ließ nach drei Minuten (oder exakt 127 Sekunden) die TSV-Defensive viel zu einfach aussteigen, seinen Schuss konnte Swete noch abwehren, Florian Rieder hatte dann aber leichtes Spiel und traf zum 0:1, Fehlstart! Der TSV erholte sich davon relativ schnell. Nach gut einer Viertelstunde gab es einen Elfmeter (nach Einschreiten des VAR und On-Field-Review) nachdem Pink mit einem viel zu hohen Bein Horvat (Kopfballversuch) im Gesicht traf. Der ruhende Ball vom Punkt eine Sache für Routinier Dario Tadic, der eiskalt zum 1:1-Ausgleich einschoss. SR Heiß musste nach 37 Minuten vom Feld (Zerrung im hinteren Oberschenkel), der vierte Offizielle Florian Jandl übernahm. Fast über die gesamte Spielzeit war es ein Spiel mit offenem Visier auf beiden Seiten, der Ausgang nicht vorhersehbar. In der Nachspielzeit dann aber doch noch die kalte Dusche. Freistoß für Klagenfurt (nachdem zuvor zwei klare Fouls vor dem Freistoß gegen Hartberg nicht geahndet wurden) durch Wernitznig, Innenverteidiger Wimmer verlängerte per Kopf zur Führung für die Gäste. Zur Pause musste auch noch Philipp Sturm mit einer Knöchelverletzung vom Feld und ins Krankenhaus.

Nach dem Seitenwechsel gab es vom 21-jährige Franzosen Ruben Providence den ersten Torabschluss – leider zu zentral und zu harmlos. Der Debütant sorgte aber mit Tempodribblings und flinken Aktionen für Aufsehen – vielversprechend. In der 56. Minute der erneute Ausgleich. Dario Tadic schnappte sich das Leder von Wernitznig, bewies Übersicht, legte ab und Rene Kriwak verwertete den scharfen Stanglpass zum 2:2. Schöne Aktion! In der Folge hatten unsere Blau-Weißen mehr Spielanteile, die Führung lag in der Luft, auch wenn die Topchancen ausblieben. Gefahr war über das Stürmerduo Tadic/Kriwak immer wieder gegeben. Auf der anderen Seite parierte zunächst Swete einen Schuss, ehe Bonnah am langen Eck vorbeischoss (80.). Im Finish das Knock-out. Patrick Farkas blockte einen Schuss von Arweiler mit dem Arm im Strafraum, VAR Harkam intervenierte erneut, SR Jandl entschied nach dem On-Field-Review auf Strafstoß. Irving verwandelte ohne Probleme zum Last-Minute Sieg der Gäste. Hängende Köpfe im TSV-Lager, ein guter Auftritt endete mit einer großen Enttäuschung. Somit heißt es auch weiter warten auf den ersten Bundesliga-Punkt gegen die Pacult-Elf.


Stimmen zum Spiel:

Alexander Marchat (Hartberg Co-Trainer): „Es war auf alle Fälle eine Steigerung zu den letzten beiden Spielen, das wollten wir sehen. Wir sind aktiv aufgetreten und haben die Zweikämpfe angenommen. Es war ein extrem intensives Spiel auf beiden Seiten, extrem intensiv geführt mit vielen Zweikämpfen. Die Zeitpunkte der Gegentore waren extrem bitter, kurz vor der Halbzeit und kurz vor Spielende. Da müssen wir sicher ansetzen.“

Peter Pacult (Klagenfurt-Trainer): „Im Endeffekt war das Spiel sehr kampfbetont auf beiden Seiten, mit guten Szenen. Schlussendlich gehen wir von den Chancen gesehen her nicht unverdient als Sieger vom Platz, aber es waren sicher hart erkämpfte drei Punkte.“

Dario Tadic (TSV-Torschütze): „Jetzt stehen wir wieder mit null Punkten da. Diesmal können wir uns nichts vorwerfen, unsere beherzte Leistung wurde nicht belohnt. Wir haben bis zum Schluss gekämpft, deshalb tut es einfach nur weh.“

Rene Kriwak (TSV-Torschütze): „Der Spielausgang ist richtig bitter. Wir haben gut dagegengehalten aber zwei Nachspielzeit-Tore tun weh. Es war ein offenes Spiel, wir sind zweimal zurückgekommen und haben uns super reingekämpft. Leider gehen wir aber als Verlierer vom Platz. Ich freue mich zwar über mein erstes Hartberg-Tor, aber das ist am Ende völlig nebensächlich.“


Admiral Bundesliga 2022/23 | 10. Runde | Sonntag, 02. Oktober 2022

TSV Egger Glas Hartberg 2:3 (1:2) SK Austria Klagenfurt

Profertil Arena – Hartberg, 1.794 Zuseher | SR Heiß (Tirol) / Jandl (Burgenland)

Spielhighlights: Highlights #HTBSKA

Tore:
0:1 Rieder (3.)
1:1 Tadic (16./Elfer)
1:2 Wimmer (45.+5)
2:2 Kriwak (56.)
2:3 Irving (90.+5/Elfter)

Hartberg: Swete – Horvat (67. Steinwender), Sonnleitner, Karamarko – Frieser, Fadinger, Heil, Providence (72. Farkas) – Sturm (46. Kainz) – Kriwak (72. Knollmüller), Tadic (88. Kröpfl)

Klagenfurt: Menzel – Wernitznig, Mahrer, N. Wimmer, Moreira – Irving, Gkezos, Cvetko (84. Arweiler) – Karweina (62. Bonnah), Pink (97. Djoric), Rieder

Gelbe Karten: Kriwak, Farkas bzw. Pink, Rieder

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg