2:7-Niederlage gegen überragende Salzburger!

Die beste Phase unserer Blau-Weißen wäre kurz vor der Pause beinahe mit dem Ausgleich belohnt worden…


Die schönste Nachricht kam vor dem Spiel aus dem Krankenhaus. Dario Tadic wurde Vaters eines Buben. Seine Verlobte Doris brachte um 9:32 Theo zur Welt. Alle sind wohlauf und die kleine Familie ist perfekt. Dazu möchten wir recht herzlich gratulieren. Herzlich Willkommen „Babybär“. Während unser Bomber die ersten Stunden zu Dritt genoss, stand für Rep, Cancola & Co Schwerstarbeit in Wals-Siezenheim am Programm.

Gleich nach 40 Sekunden die erste Großchance für die Hausherren in Person von Okugawa, die zuerst Swete zunichtemachte, ehe der Japaner das Leder am Tor vorbei schoss. Doch unsere Hartberger wehrten sich und ließen in den nächsten 20 Minuten keine richtige Torchance der Salzburger zu. In der 23. Minute die Führung. Einen Ulmer-Freistoß köpfelte Mwepu an die Stange, Ramalho war zur Stelle und versenkte den Nachschuss zum 1:0. Danach musste Rechtsverteidiger Andi Lienhart mit Oberschenkelproblemen vom Feld. Jürgen Heil sprang in die Bresche. Die Chancen des Serienmeisters häuften sich, Okugawa (25., 32.) und Daka (28.) vergaben. In der 37. Minute zappelte der Ball erneut im Netz. Der auffällige Okugawa verwandelte einen Haaland-Stanglpass. Doch das 2:0 war ein Weckruf für die Schopp-Truppe, die beste Hartberger-Phase sollte folgen. Zuerst packte Teamgoalie Stankovic bei einem Traum-Weitschuss von David Cancola (der genau in das Eck gepasst hätte) all seine Klasse aus und parierte in höchster Not (42.). Zwei Minuten später der Anschlusstreffer! Michi Huber gab dem Rakowitz-Schuss aus dem Hinterhalt (nach Kainz-Ecke) eine völlig andere Richtung und der erste TSV-Treffer gegen Salzburg war in Stein gemeißelt. Augenblicke später die Riesenchance auf den Ausgleich. Nach einem schnellen Konter und der starken Spielverlagerung von Rep auf Gotal köpfte Stefan Rakowitz hauchdünn über die Latte. Das wäre es gewesen.

Unsere Mannschaft wollte nach Wiederbeginn den Schwung mitnehmen, doch Salzburg sorgte binnen zwei Minuten, durch Tore von Daka und Haaland, für klare Verhältnisse. Nach rund einer Stunde zeichnete sich Rene Swete mit Glanzparaden gegen einen Szoboszlai-Freistoß (56.) und Haaland-Schuss (60.) aus. Nachdem Daka in der 73. Minute die Stange traf, erzielte Jodel Dossou plötzlich das 4:2. Es keimte nochmals ein Fünkchen Hoffnung auf. Die Marsch-Elf drückte aber weiterhin aufs Tempo, vorerst knallte ein Wöber-Schuss an die Latte. Mit dem 5:2 von Haaland war das Spiel dann entschieden. Die tapfer kämpfende TSV-Elf wirkte müde und dadurch unkonzentriert, konnte nicht mehr für die nötige Kompaktheit in der Defensive sorgen. Die Folge gegen einen in Topform agierenden Gegner mit so viel Qualität waren zwei weitere Gegentore zum 7:2 Endstand.

Am Ende war es ein absolut verdienter Heimsieg für die Salzburger. Die Mannschaft von Neo-Trainer Jesse Marsch wird mit dieser Dominanz (7  Spiele, 7 Siege, 34 erzielte Tore) kaum zu schlagen sein. Spannung im Titelkampf wird man auch in diesem Jahr vergeblich suchen. Es war ein Spiel, in dem unsere Mannschaft viel lernen konnte, aber dem man auch Positives abgewinnen kann. Nach dem Rückstand haben sich unsere „Blau-Weißen“ tapfer zurückgekämpft und vor der Pause beinahe noch den Ausgleich erzielt. Die erste Halbzeit war in Summe durchaus in Ordnung. Auch das 4:2 war nochmals ein Funke Hoffnung. Das mutige Auftreten mit zu viel Risiko und kein optimales Verhalten in der Defensivarbeit, die an vorderster Front beginnt wurde von Salzburgern, die bis zum Abpfiff Vollgas gaben, in den Schlussminuten eiskalt bestraft. Aufbauen kann man auf einige gute Momente und die beiden Tore. Immerhin geht ein Drittel der Bullen-Gegentreffer in dieser Saison auf das TSV-Konto. Spiel abhaken, richtig einordnen und volle Konzentration auf das viel wichtigere nächste Heimspiel am Sonntag gegen den WAC.


Eine Zusammenfassung vom Spiel gibt es hier: #rbshtb-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Die Niederlage und auch das Resultat geht in Ordnung. Trotzdem muss man meiner Meinung nach sehr genau hinschauen. Wir waren nach dem 2:1 besser im Spiel und hatten die Möglichkeit zum Ausgleich. Wir sind sehr stark aus der Kabine gekommen. Dann hat die Mannschaft die Linien um einige Meter zu weit nach vorne geschoben, dadurch haben wir dann das 3:1 und das 4:1 kassiert. Danach war die Leistung in Ordnung und mit dem 4:2 hatten wir auch ein Ergebnis, das gepasst hat. Aber in der Schlussphase haben ein paar Spieler geglaubt, sie können vorne stehenbleiben. Daher kam es zu Situationen, die gegen so einen Gegner kritisch werden und so kam es zum doch sehr klaren Ergebnis. Das Resultat ist natürlich bitter, aber es waren viele Dinge dabei, die positiv waren und auch sehr viele Dinge, aus denen wir lernen können. Da geht es vor allem darum, disziplinierter zu sein. “

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): „Es war eine gute Leistung, ein großes Kompliment an meine Mannschaft, die heute wirklich sehr sehr gut gespielt hat. Die Mentalität war top. Aber auch ein Kompliment an Hartberg, das ist eine gute Mannschaft und das hat man trotz dem deutlichen Ergebnis gesehen. Wir entwickeln uns ständig weiter, wollen immer den nächsten Schritt machen und das ist uns heute wieder gelungen. Der Glaube und der Wille haben von der ersten Minute an gestimmt, genau so haben wir uns das vorgestellt“

Rene Swete (TSV-Kapitän): „Auch wenn es vielleicht blöd klingt, aber das war sicher unser bestes Spiel gegen Salzburg. Natürlich waren zwei Phasen, kurz nach der Pause und dann ganz am Ende nicht gut, aber der Rest des Spiels war schon in Ordnung und so gefordert haben wir Salzburg noch nie. Aber dieses Spiel muss man anders bewerten als jene, gegen die anderen zehn Gegner, weil wir auswärts gegen eine internationale Topmannschaft gespielt haben. Trotzdem werden wir das genau analysieren, die richtigen Schlüsse ziehen und wir können sicherlich auch für die Zukunft einiges vom heutigen Tag mitnehmen.“


Tipico Bundesliga 2019/20 7. Runde – 14. September 2019

FC Red Bull Salzburg 7:2 (2:1) TSV Prolactal Hartberg

Red Bull Arena, Wals-Siezenheim, 8.933 Zuschauer, SR Drachta (Oberösterreich)

Torfolge:
1:0 Ramalho (23.)
2:0 Okugawa (36.)
2:1 Huber (44.)
3:1 Daka (50.)
4:1 Haaland (52.)
4:2 Dossou (77.)
5:2 Haaland (86.)
6:2 Daka (87.)
7:2 Haaland (90.)

Salzburg: Stankovic – Farkas, Ramalho, Onguene, Ulmer (72./Wöber) – Mwepu, Junuzovic (59./Bernede) – Okugawa (65./Minamino), Szoboszlai – Haaland, Daka

Hartberg: Swete – Lienhart (24. Heil), Huber, Luckeneder, Klem – Kainz, Nimaga (57./Dossou), Cancola – Rakowitz, Rep – Gotal (72./Ostrak)

Gelbe Karten: keine bzw. Klem, Nimaga, Rakowitz

Fotos: GEPA Pictures | TSV Hartberg