4:1-Niederlage – Selbstfaller in Lustenau

So hat man sich das Auswärtsspiel in Lustenau nicht vorgestellt. Nach schneller Führung und bärenstarken 40 Minuten, wo unsere Blau-Weißen es verabsäumt haben, früh in der Partie alles klar zu machen, sprich die Führung auf 2:0, 3:0 auszubauen, brachte ein Doppelschlag aus dem Nichts vor der Pause die Wende. Das Auftreten in der letzten halbe Stunde war schlicht und einfach schlecht, das Defensivverhalten bei den Gegentoren dürftig. So endete das Spiel beim Aufsteiger mit einer ernüchternden 4:1-Klatsche. Fußball kann schön und grausig zugleich sein. 40 Minuten hui, 50 Minuten pfui. Die Probleme müssen klar angesprochen und analysiert werden, denn so wird man keinen Gegner bezwingen können. Vielleicht kommt die Pause (aufgrund der Verschiebung des Rapid-Auswärtsspiels) gerade richtig um auch neue Impulse zu setzen, den Kopf frei zu bekommen und wieder mit frischen Kräften durchzustarten.


Trainer Klaus Schmidt nahm drei Veränderungen vor. Aydin und Ejupi kehrten zurück in die Startelf, Mario Kröpfl feierte an vorderster Front sein Startelfdebüt. Bei sommerlichen Bedingungen strahlten die Hartberger 40 Minuten lang mit ihrer Leistung. Druckvoll, spielfreudig und klar die bessere Mannschaft. Offensiv aktiv und defensiv wurde nichts zugelassen. Nach wenigen Sekunden der erste Corner: Maßflanke von Mario Kröpfl, die Sturmkollege Dario Tadic per Kopf aufs Tor brachte, Schierl parierte. Kurz darauf kämpfte sich Jürgen Heil mit Einsatz und Wille durch den Lustenauer Strafraum, Verteidiger Hugonet traf Heil voll am Knöchel, nach VAR-Intervention und On-Field-Review entschied Schiedsrichter Schüttengruber folgerichtig auf Strafstoß. Dario Tadic übernahm die Verantwortung und sorgte in der 8. Minute für die Führung und den perfekten Auftakt. 12. Minute, nächste Topchance. Jürgen Heil hatte viel Platz, schoss (nach toller Vorarbeit von Tadic und Kröpfl) aber zu zentral auf den Lustenauer Kasten, schade! Nach Vorarbeit von Kröpfl ging der Abschluss von Tadic über das Tor. Eine weitere Topchance hatte Okan Aydin zu verbuchen, seinen Volley von der Strafraumgrenze kratzte Lustenau-Tormann Schierl aus dem Kreuzeck (37.). Immer wieder schöne Kombination und Ballstaffetten, der TSV spielte am Lustenauer Grün richtig guten Fußball, 40 Minuten lang. Die Lustenauer offensiv nicht vorhanden und hatte defensiv große Probleme mit den Spielfreudigen Hartbergern. Mit den ersten beiden Torchancen, unter kräftiger Mithilfe von Hartberg, drehten die Hausherren noch vor der Pause das Spiel. Teixeira entwischte Farkas (nachdem Surdanovic im Zentrum viel zu viel Platz hatte) und schloss schlitzohrig ins kurze Eck ab – 1:1 (41.). Aus dem Nichts der Ausgleich. Die erste Torchance und gleich ein Gegentor. Danach wurde Teixeira wieder nicht attackiert, legte zur Mitte auf Anderson, der per Kopf wuchtig aus kürzester Distanz traf (44.). Eine Aktion hatte Hartberg noch. Tadic mit der Vorarbeit, Heil traf Schierl, den Nachschuss vollierte Kröpfl aus aussichtsreicher Position über den Kasten. So ging es anstatt mit einem Lächeln mit langen Gesichtern in die Pause. Hartberg hatte alles im Griff, doch Lustenau führte aus dem Nichts mit 2:1.

Der TSV kam eigentlich in den ersten paar Minuten nach Wiederbeginn gut ins Spiel. Zunächst ging Swete bei einem Anderson-Schuss als Sieger hervor, ehe Albert Ejupi das vermeintliche 2:2 erzielte. SR Schüttengruber sah beim Strafraumgestocher ein Foulspiel der Kosovo-Schweden an Surdanovic. Viel war da nicht, ein sehr bitterer Ausgang dieser Situation aus Sicht des TSV, was aber natürlch keinesfalls für die Leistung im restlichen Spiel entschuldigt, aber das war eigentlich ein regulärer Treffer. Wieso sich hier der VAR nicht eingeschaltet hat, bleibt wohl ein Geheimnis. Hartberg versuchte den Ausgleich zu erzielen, lief immer wieder viel zu einfach in Konter, machte unnötige Fehler und daher passierte auch das 3:1 für die Mader-Truppe viel zu einfach. Anderson ließ Kofler stehen, Fridrikas verwertete seine Hereingabe. In der 86. Minute wieder viel Platz für die Lustenauer, Cheukoua traf die Latte. Paintsil hatte danach noch den Anschlusstreffer am Fuß, doch er traf das leere Tor nicht (90.). In der Nachspielzeit setzte Cheukoua noch einen drauf, 4:1.

Fotos: TSV Hartberg | GEPA pictures