Ballbesitz-Überlegenheit brachte einen Zähler gegen die SV Ried

Auch im vierten Saisonspiel konnten unsere Blau-Weißen nicht den erhofften vollen Erfolg einfahren, ein 1:1 war es am Ende…


Vor dem Spiel schmückten Vertreter des Fanklubs mit Präsidentin Brigitte Annerl den Mittelkreis mit einem Transparent zum kürzlichen 75-Jahr-Jubiläum des TSV. Quasi über die ganze Spielzeit hinweg bestimmte die Schopp-Truppe das Spiel, versuchte gegen einen sehr tief stehenden Gegner, der nichts für die spielerische Linie unternommen hat sondern mit Mann und Maus im eigenen Drittel verteidigte, Lösungen zu finden. An diesem Fußballnachmittag sollten es nur einige wenige Kreativmomente gegeben haben. Viel Ballbesitz (75%:25% !!), viel Ballgeschiebe in den eigenen Reihen und zu wenige Momente in der gefährlichen Zone des Gegners. Die erste Halbchance hatten die Gäste, Gschweidl traf aus spitzem Winkel TSV-Kapitän Rene Swete. Nach gut einer halben Stunde Elmeteralarm. Ried-Spieler Gragger lief TSV-Stürmer Dario Tadic in die Beine. SR Schüttengruber entschied auf Weiterspielen, hier hätte man durchaus Strafstoß vertreten können. Wenig später prüfte Tadic mit einem Schuss vom 16er Sahin-Radlinger, der damit aber keine Probleme hatte.

Kurz nach Wiederbeginn plötzlich der Gegentreffer nach einem Standard. Nutz mit dem Eckball, der komplett freistehende Bajic knallte das Leder volley in die Maschen. Bei der Standard-Zuordnung wurde hier auf den Torschützen völlig vergessen. Hartberg blieb geduldig, versuchte Lücken zu finden. Ein starker Freistoß von Florian Flecker zwang den Ried-Schlussmann zu einer Parade (54.). Ein Distanzschuss von Bakary Nimaga nach einer knappen Stunden ging deutlich drüber. Aktionen im „Sperrgebiet“ Ried-Strafraum hatten Seltenheitswert. Mit der Einwechslung von Stefan Rakowitz kam nochmals Kreativität und Frische ins Offensivspiel, das in der Folge noch druckvoller wurde. In der 78. Minute hatte eben Rakowitz per Kopf die beste Chance – sein Kopfball nach Rep-Vorarbeit ging hauchdünn vorbei. Ebenso ein Chabbi-Kopfball nach Tadic-Flanke wenigen Minuten später. In der 82. Minute der erlösende Ausgleichstreffer. Zuerst brachte Chabbi den Ball zur Mitte, Rakowitz stand bei seiner ersten Berührung vermutlich im Abseits, danach switchte der Ball zwischen Boden und Latte, am Ende drückte der Pinkafelder der Ball irgendwie über die Linie. Ausgleich! Swete, Nimaga & Co. starteten nochmals eine Schlussoffensive, der Siegtreffer lag in der Luft und wäre in der 93. Minuten beinahe sogar noch passiert. Nach einer Flanke von links setzte Seifedin Chabbi einen Kopfball perfekt, die Parade von Sahin-Radlinger war aber ebenso mustergültig. Der Volley-Nachschuss von Rakowitz landete auf der Tribüne. Schade, das wäre der Matchball gewesen.

Nach 98 Minuten beendete Schiedsrichter Schüttengruber das Spiel. Endstand 1:1. Am Ende bleiben zwei großartige Serien bestehen. Der TSV Hartberg bleibt zum 8. Mal in Folge in einem Bundesliga-Heimspiel ungeschlagen und kassierte zum 6. Mal in Serie keine Niederlage. Ein neuer Vereinsrekord in der Bundesliga. Auf Grund der Niederlage der Wiener Austria konnte mit dem Punktgewinn sogar die Tabellenführung auf drei Punkte ausgebaut werden. Schade ist es trotzdem, denn aus den vier Saisonduellen mit den Innviertlern stehen lediglich zwei Zähler auf der Habenseite. Brachtet man alle vier Spiele hätten es natürlich einige mehr sein können (müssen). Viel Zeit um dieses Spiel zu analysieren bleibt nicht, bereits am Dienstag (20:30 Uhr – Live auf Sky) steht das Qualigruppen-Topspiel bei Austria Wien auf dem Programm. #forzatsv #nevergiveup


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #HTBSVR-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Gegen so einen tief stehenden Gegner muss man mutiger sein. Das waren wir in der ersten Halbzeit leider viel zu wenig, in der zweiten ist es besser geworden. Man braucht Kreativität, man braucht ein bisschen Geduld, man braucht die Durchsetzung über die Seite, durchs Zentrum eine gute Staffelung. Alles Dinge, die wir zwar besprochen haben, aber übers ganze Spiel zu wenig waren. Deswegen musst du am Ende mit dem Punkt sogar zufrieden sein. Ich glaube, dass die Art und Weise, wie wir es versuchen, oft ein bisschen zu langsam ist. Wir sind der TSV Hartberg, und wir spielen gegen Mannschaften, die sehr, sehr tief und kompakt verteidigen. Das ist schon eine Entwicklung, die wir uns erarbeitet haben, wo wir aber noch bessere Lösungen brauchen.“

Andreas Heraf (Ried-Trainer): „Natürlich bin ich schon bisschen enttäuscht, weil es ein klares Abseitstor war, dass uns nicht den Sieg beschert hat. Es ist die fünfte Fehlentscheidung in den letzten Spielen gegen uns, das tut wirklich weh. Solange es am Ende immer noch einen Punkt gibt, ist es nicht so tragisch, aber ich würde mir natürlich wünschen, dass diese Entscheidungen besser getroffen werden. Wir haben in den letzten Spielen fantastisch verteidigt, auch heute wieder, und hätten eigentlich – wenn das Abseitstor nicht gewesen wäre – auch wieder 1:0 gewonnen. Alles in allem bin ich nicht unzufrieden. Das siebente Spiel ungeschlagen in Serie, in Hartberg nicht zu verlieren – das ist eine gute Leistung.“

Torschütze Stefan Rakowitz: „Wir hätten heute natürlich gerne mehr mitgenommen weil wir ein, zwei Rechnungen offen gehabt haben mit den Riedern. Tut wieder einmal weh, aber ich denke es wäre viel mehr drinnen gewesen. Wir haben einiges mehr an Spielanteile gehabt, am Schluss (Anm.: aufgrund des späten Ausgleichstreffers) müssen wir froh sein, dass wir einen Punkt noch mitgenommen haben.“


Tipico Bundesliga 2020/21  – 29. Runde, Samstag, 08. Mai 2021

TSV Prolactal Hartberg 1:1 (0:0)  SV Guntamatic Ried

Profertil Arena – Hartberg, SR Schüttengruber (Oberösterreich)

Tore:
0:1 Bajic (49.)
1:1 Rakowitz (82.)

Hartberg: Swete – Flecker, Horvat (83. Rotter), Luckeneder, Klem – Nimaga, Rep – Ertlthaler (46. Heil), Ried (60. Chabbi), Horvath (73. Rakowitz) – Tadic

Ried: Sahin-Radlinger – Reiner, Meisl, Boateng – Gragger (46. Bajic), Ziegl, Nutz, Stosic, Wießmeier, Haas (63. Reifeltshammer) – Gschweidl (46. Grüll)

Gelbe Karten: Klem bzw. Gragger

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg