Big Points! Wichtiger und verdienter Auswärtssieg in der Südstadt

Aus 0:2 mach 3:2 – nach dem Schreckensbeginn zeigten Tadic & Co. Moral und schnappten sich den zweiten – enorm wichtigen wichtigen – Saisonsieg…


Spiele in der Südstadt gegen die Admira sind immer ereignisreich und turbulent. November 2018: 3:2-Auswärtssieg durch einen Last-Minute-Treffer in Unterzahl von „Zaki“ Sanogo, November 2019: 1:0-Auswärtssieg nach zwei Ausschlüssen (Nimaga, Swete) und 15 Minuten mit Rajko Rep im Tor, November 2020: 3:2-Auswärtssieg durch einen Treffer in der Schlussphase von Chabbi nach 0:2-Rückstand. Nichts für schwache Nerven, doch der November-Hattrick bei der Admira ist geglückt.

Der Spielfilm in chronologischer Reihenfolge: In den ersten 20 Minuten hatte die Schopp-Truppe zwar mehr Ballbesitz und Spielanteile, doch die Treffer erzielten die Hausherren, noch dazu im Doppelpack. Wieder unter gehöriger Mithilfe des TSV Hartberg. Beim Führungstreffer irritierte Rep Torhüter Swete, der raus- aber nicht ran kam, bei einem Eckball von Kerschbaum (der Ball lag nicht regelkonform auf der Linie), Aiwu staubte aus abseitsverdächtiger Position ab (10.). Billiges und strittiges Tor für die Admira. Knappe zehn Minuten später parierte Swete gegen Angreifer Breunig, doch der Ball landete bei Routinier Erwin Hoffer, der völlig alleingelassen wurde und ohne Probleme einschoss. Die Admira sehr effizient, unsere Mannschaft wurde einmal mehr in dieser Saison für die Eigenfehler bitter bestraft. Doch Rotter, Nimaga & Co. packten sich bei der Ehre, schüttelten die Gegentreffer ab und suchten das Heil in der Offensive. Die großen Chancen blieben vorerst aus, Schuss und aussichtsreiche Flanken wurden von der tief stehenden Admira geblockt und abgefälscht. Der Turnaround wurde drei Minuten vor dem Pausentee eingeleitet. Hjulmand traf im Strafraum nur den Fuß von Dario Tadic – klare Sache, Elfmeter! Der Bomber trat selbst zum Punkt und verwandelte souverän zum 1:2-Anschlusstreffer.

Markus Schopp brachte kurz nach Wiederbeginn mit Julius Ertlthaler und Sascha Horvath Schnelligkeit am Flügel, was sich folglich bezahlt machen sollte. Die in orange spielenden Blau-Weißen blieben nach der Pause am Drücker, agierten aggressiv, bemüht und versuchten spielerisch zum Erfolg zu kommen. Zunächst scheiterten Tadic und Rep mit guten Möglichkeiten aus jeweils spitzem Winkel am steirischen Schlussmann Andreas Leitner. Den Eckball nach der Chance des Slowenen bescherte den Ausgleich. Horvath mit der perfekten Flanke, der aufgerückte Innenverteidiger Thomas Rotter bedankte sich und köpfte zum 2:2 ein. Der Hartberger erzielte drei seiner bislang vier BL-Tore gegen die Admira, Marke Lieblingsgegner! 70. Minute waren gespielt, Ertlthaler wird mit einem klarem Foul in die Knie gezwungen, doch SR Ouschan betätigte nicht die Pfeife, Fehlentscheidung, hier hätte es Elfmeter geben müssen. In der 79. Minute die erste Chance der Buric-Elf in Durchgang zwei. Ein Tomic-Abschluss geht am langen Eck vorbei. In der 87. Minute die pure Erleichterung im TSV-Lager. Wieder ein Eckball von Sascha Horvath, Felix Luckeneder mit der entscheidenden Kopfballverlängerung auf Seifedin Chabbi und dieser verwertete per Kopf zum vielumjubelten 3:2! Der Angreifer kam erst 70 Sekunden zuvor aufs Feld. Bravo! In der Nachspielzeit stockte kurz nochmal der Atem, als Swete bei einem Kronberger-Schuss mit einer Fußabwehr glänzte und der Nachschuss in den niederösterreichischen Nachthimmel ging.

Nach 95 Minuten war Schluss. Der TSV Prolactal Hartberg gewinnt gegen die Admira in einem Krimi – wie auch schon vor zwei Jahren – mit 3:2. Ein verdienter Sieg, hatte der TSV doch klar mehr Torschüsse (18:8), mehr Ballbesitz (62%:28%) und eine höhere Passqualität. Zudem bewies die Mannschaft nach dem Katastrophenstart Moral, blieb ruhig und machte einen Zwei-Tore-Rückstand wett, wandelte diesen sogar in einen vollen Erfolg um. Kraftakt! Die Admira entwickelt sich somit zum TSV-Lieblingsgegner. Es war der 5. Bundesliga-Sieg gegen die Panthers, das gelang bislang gegen kein anderes Team. Big Points! Mit drei Punkten setzte man sich endgültig vom Tabellenende ab und katapultierte sich ins Tabellenmittelfeld. Die alten Tugenden waren entscheidend. Standardstärke, Leidenschaft, Moral und Kampfgeist. Der Erfolg gibt Motivation und Selbstvertrauen für die letzten drei Spiele des Jahres. Die Fehler bei den Gegentoren machen das Leben schwer und sollten nicht passieren, daran muss man arbeiten. Nächste Woche bietet der Hl. Nikolo Hartberg und Rapid (So. 6.12. | 14:30 Uhr) zum Tanz in der Profertil Arena. #forzatsv


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #ADMHTB-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Ich empfinde eine große Erleichterung über den Sieg nach diesem Spielverlauf. Wir waren aus dem Nichts 0:2 hinten, der Gegner war zweimal vor unserem Tor. Der Elfer vor der Pause war extrem wichtig. Generell waren wir gut im Spiel. Die Mannschaft hat sehr viel investiert und wir haben uns noch mit drei Punkten belohnt. Die Standardsituationen haben uns das Leben dann einfacher gemacht. Wenn man einen Sieg hat, wird einiges leichter, deshalb bin ich zuversichtlich für die nächsten Wochen.“

Damir Buric (Admira-Trainer): „Wir waren am Anfang ganz gut im Spiel und haben uns mit zwei Toren belohnt. Die Elfersituation vor der Pause war für mich der Knackpunkt. Ich will den Elfer nicht beurteilen. Aber man muss dem Gegner vielleicht nicht so nahe kommen. Hauptproblem sind die Standardsituationen, das zieht sich durch die Spiele. Wir arbeiten daran, aber es hat noch nicht funktioniert. Wir machen zu viele einfache Fehler. Natürlich ist die Enttäuschung jetzt groß.“

TSV-Bomber Dario Tadic: „Wir sind klassisch in dieser Saison mit einem 0:2 in die Partie gestartet. Wir werden zurzeit für jeden Fehler einfach bestraft. Wir haben brutale Moral bewiesen und gesagt, wir gehen hier nicht als Verlierer vom Platz. Jeder von uns wollte unbedingt den Sieg. Die moralische Leistung und der Wille hat die Partie entschieden. Der Anschlusstreffer vor der Pause war wichtig. “

Torschütze Seifedin Chabbi: „Wir haben Gott sei Dank die drei Punkt geholt. Es ist sehr sehr wichtig für die Mannschaft, für die Moral, weil wir die letzten Wochen vielleicht schon ein bisschen gekämpft haben. Wir haben teilweise sehr gute Leistungen gebracht, aber die Ergebnisse waren nicht da. Deshalb war das heute ein enorm wichtiger Sieg. Ich freue mich sehr über mein erstes Tor in der Liga für Hartberg und hoffe, dass noch viele weitere folgen werden.“


Tipico Bundesliga 2020/21  – 9. Runde, Samstag, 28. November 2020

FC Flyeralarm Admira 2:3 (2:1) TSV Prolactal Hartberg

BSFZ-Arena Südstadt, Maria Enzersdorf, SR Ouschan (Vorarlberg)

Torfolge:
1:0 Aiwu (10.)
2:0 Hoffer (19.)
2:1 Tadic (42./Foulelfmeter)
2:2 Rotter (60.)
2:3 Chabbi (87.)

Admira: Leitner – Auer, Aiwu, Rath, Spasic – Kerschbaum, Hjulmand, Tomic – Hoffer (65./Ganda), Starkl (78./Kronberger) – Breunig

Hartberg: Swete – Lienhart (73./Gölles), Rotter, Luckeneder, Klem (85./Gollner) – Kainz, Nimaga (51./Horvath) – Ried (51./Ertlthaler), Rep, Heil – Tadic (85./ Chabbi)

Gelbe Karten: Kerschbaum bzw. Klem, Heil, Chabbi

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg