Bittere 2:3 Niederlage beim Europacup-Debüt

Trotz einer beherzten Vorstellung musste sich unser TSV Hartberg beim ersten Europacupspiel der Vereinsgeschichte gegen Piast Gliwice mit 2:3 geschlagen geben.


Der 17. September 2020 ist für den TSV Hartberg ein Tag für die Geschichtsbücher. Erstmals betrat unser Team internationales Parkett. Die Belohnung für eine grandiose Vorsaison (Platz 5 und steirische Nr. 1) war die Teilnahme an der UEFA Europa League Qualifikation. Die Auslosung führte uns nach Polen, genauer gesagt zum GKS Piast Gliwice. Trainer Markus Schopp veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Bundesligaspiel in Altach am Samstag nur auf einer Position, es rückte Christian Klem neu in die Startformation.

Pünktlich um 20 Uhr gab es vom belgischen Schiedsrichter Lambrechts den Anpfiff! Die erste Szene gehörte dem TSV. Tadic kam im Strafraum zum Ball, sein Schuss ging aber ins Außennetz. (4.). Nach einer weiteren guten Chance von Tadic, die allerdings wegen Foul abgepfiffen wurde, kam die Heimelf besser ins Spiel. Zuerst konnte Swete einen Angriff von Parzyszek mit einer starken Aktion entschärfen (8.). Danach aber das 1:0 für Gliwice. Konczkowski bekam den Ball in den Lauf gespielt, er ließ die Hintermannschaft aussteigen und schob den Ball unter Swete hindurch ins Netz (10.). Nach einer weiteren Konczkowski Chance, der an Swete scheiterte, fand die Gastmannschaft langsam wieder ins Spiel zurück. In der 19. Minute ging ein Schuss von Rajko Rep aus mehr als 20 Meter nur knapp am Tor vorbei. Danach hatte der TSV mehr vom Spiel, viel Ballbesitz, wurde aber nicht zwingend. Bis zur 33. Minute. Nach einem Klärungsversuch kam das Spielgerät zu Tobias Kainz, der aus 25 Meter flach ins linke Eck zum 1:1 Ausgleich traf. Vor der Pause gab es noch eine gute Chance für Gliwice, doch Vida verfehlte das Tor knapp (40.). Danach passierte nichts mehr und es ging mit dem Unentschieden in die Kabinen.

Es dauerte dann ein paar Minuten, bis zur ersten gefährlichen Aktion. 51 Minuten waren gespielt, dann konnte Swete mit einer Faustabwehr einen Sokołowski Schuss parieren. Danach senkte sich eine Flanke von Gölles gefährlich, aber ging letztlich über das Tor (53.). Eine strittige Szene folgte in der 59. Minute. Tadic wurde im Strafraum gezogen, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Zu unrecht, hier hätte man auf Elfmeter für Hartberg entscheiden müssen. Doppelt bitter, weil nur wenige Augenblicke danach die Heimmannschaft auf 2:1 stellte. (62.) Sokołowski mit einem missglückten Passversuch, der Ball kam aber erneut zu ihm und so konnte er den Ball via Innenstange zum 2:1 ins Tor befördern. Doch wie man den TSV Hartberg kennt, aufgegeben wird nicht. Und das machte sich auch diesmal bezahlt. Lukas Ried konnte einen hohen Ball im Strafraum schön mitnehmen und erzielte aus ganz spitzem Winkel das 2:2. (75.) Ausgerechnet in einer guten Phase der Gäste kam es zum bitteren Führungstreffer für Gliwice. Konczkowski mit einer Flanke zur Mitte, Żyro setzte sich im Kopfballduell durch und der Ball zappelte erneut im Netz. (84.). Danach versuchten die Hartberger noch einmal alles, doch der erneute Ausgleich gelang nicht mehr. Nach 94 war Schluss, Schiedsrichter Lambrechts beendete das Spiel.

Eine Leistung, mit der man sich teuer verkauft hat, die aber leider knapp nicht zum Aufstieg gereicht hat. Dennoch bleiben am Ende viele positive Eindrücke und Erfahrungen. Zum Nachdenken bleibt ohnehin kaum Zeit, denn bereits am Sonntag steht das nächste wichtige Spiel auf dem Programm. Beim Heimspielauftakt der neuen Bundesligasaison trifft unsere Mannschaft um 14:30 Uhr in der Profertil Arena auf den Wolfsberger AC.


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #piahtb-highlights


Stimmen zum Spiel:
TSV-Trainer Markus Schopp: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Das war das erste internationale Bewerbsspiel und dafür haben wir unsere Sache sehr gut gemacht. Leider hat es knapp nicht gereicht, weil wir dem Gegner zu leicht zu Tormöglichkeiten verholfen haben. Das sollte man auf dem Niveau in dieser Form eben nicht machen. Wir wussten, dass wir auf einen sehr passiven Gegner treffen, der uns viele Spielanteile überlässt. Darauf haben wir uns gut eingestellt und hervorragende Lösungen gefunden. Auch mit der Reaktion meiner Mannschaft auf die Gegentore bin ich zufrieden. Aber man darf solche Tore einfach nicht bekommen. Das ist uns heute leider zu oft passiert. “

TSV Torschütze Tobias Kainz: „Es ist sehr bitter. Wir haben uns sehr viel vorgenommen. Es war ein KO-Spiel in dem wir unbedingt weiterkommen wollten. Das ist uns leider nicht gelungen, da wir zu einfache Gegentore bekommen haben. Nach vorne hin haben wir viel investiert, haben zwei schöne Tore gemacht, aber leider hat es nicht gereicht.“

TSV Kapitän Rene Swete: „Wir haben heute ein ordentliches Spiel gemacht, gegen eine renomierte Mannschaft die noch vor zwei Jahren polnischer Meister wurde. Nur von der Leistung alleine kann man sich nichts kaufen und so bleibt am Ende das bittere Ausscheiden in der zweiten Qualirunde.“

ORF Experte Herbert Prohaska: „Ich denke, dass sich Hartberg sehr gut geschlagen hat. Heute wäre sogar der Aufstieg möglich gewesen. Leider hat der Gegner dieses eine Tor mehr gemacht, ausgerechnet in einer Phase in der Hartberg das Spiel gemacht hat. Aber nach diesem Auftritt braucht man in Hartberg die Köpfe nicht hängen lassen. Sie haben gezeigt, dass sie auch international Qualität haben.“ 


UEFA Europa League Qualifikation 2020  – 02. Runde, Donnerstag 17. September 2020

GKS Piast Gliwice 3:2 (1:1) TSV Prolactal Hartberg

Stadion Miejski – Gliwice, SR Erik Lambrechts (BEL)

Tore:
1:0 Konczkowski (10.)
1:1 Kainz (33.)
2:1 Sokolowski (62.)
2:2 Ried (75.)
3:2 Zyro (84.)

Gliwice: Plach – Konczkowski, Huk, Czerwinski, Malarczyk (90./Rymaniak), Kirkeskov – Lipski, Sokolowski, Jodlowiec – Vida (78./Steczyk), Parzyszek (71./Zyro)

Hartberg: Swete – Lienhart (73./Gölles), Rotter, Luckeneder, Gollner (67./Ertlthaler) – Tijani (90./Huber), Kainz – Ried, Rep, Klem – Tadic

Gelbe Karten: Parzyszek, Jodlowiec bzw. Kainz, Rep, Rotter

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg