Blamables Cup-Aus bei Wiener Viktoria!

Trotz Führung und einer Vielzahl an vergebenen Großchancen gab’s gegen den Regionalligisten das K.O. im Elfmeterschießen…


Den Pflichtspielstart haben wir uns ganz anders vorgestellt. Das Aus gegen die Mannschaft von Toni Polster ist unentschuldbar. Ein richtiger Dämpfer zum Auftakt der neuen Saison. Doch 60 Minuten lang gab’s eigentlich keinen Grund, zu bedenken, dass die Erstrundenhürde nicht genommen wird. Auf dem kleinen, engen Kunstrasen bei gefühlten 50 Grad waren unsere Blau-Weißen spielbestimmend. Huber nach einem Eckball, Rakowitz nach einer Lienhart-Flanke und Tadic völlig frei vor dem Tor konnte die ersten Möglichkeiten in der Anfangsphase nicht nützen. Auf der Gegenseite spielte der Regionalliga-Aufsteiger alle Aktionen mit hohen Bällen auf Stürmer Dominik Rotter (nach einem Eckball traf das Heimteam die Latte, 12.). Knapp eine halbe Stunde war gespielt, endlich war der Bann gebrochen. Schöne Kombination über Rep, der Rakowitz mit dem Pass in die Gasse perfekt bediente. Der Pinkafelder spitzelte das Leder am Tormann vorbei, wo Dario Tadic goldrichtig stand und zur Führung abstaubte. Kurz darauf hätte der Hartberg-Bomber die Partie bereits entscheiden können, scheiterte aber am starken Viktoria-Schlussmann Arnberger. Zwei weitere TSV-Chancen gab es vor der Pause noch. Eine Flanke von Rakowitz wurde kurz abgefälscht, Andi Lienhart verzog. Ein Luckeneder-Kopfball in der 44. Minute wurde zur Ecke geklärt.  Bitter: Zur Pause mussten Stefan Rakowitz und Felix Luckeneder verletzungsbedingt vom Feld. Ein Viktoria-Spieler stieg Rakowitz auf die Hand, sehr schmerzhaft. Zur Abklärung ging’s in das nächste Krankenhaus. Danach aber die Entwarnung. „Nur“ eine Prellung. Luckeneder überknöchelte und konnte ebenfalls nicht weitermachen.

In der Phase 46.-60. Minute erspielte sich unsere Mannschaft vier hochkarätige Torchancen. Zweimal Rep, Huber und Tadic. Doch das Runde wollte nicht ins Eckige. Zumindest einer muss sitzen. Und so kam es wie es kommen musste. Die Wiener drehten binnen drei Minuten die Partie. Der Doppelschlag von Sebastian Leimhofer (66., 69.) ließ die Wiener jubeln. Verkehrte Welt in Brigittenau. In der 72. Minute trafen die Viktorianer zudem noch die Latte. Katastrophale zehn Spielminuten. In der 77. Minute stellte Dario Tadic per Handselfmeter wieder den Toregleichstand her. Im Finish fand Jürgen Heil in Arnberger seinen Meister und in der 87. Minute köpfelte Thomas Rotter nach einem Kainz-Eckball völlig freistehend den Viktoria-Schlussmann an.

In der Verlängerung hatte die Schopp-Truppe viel Ballbesitz, die Hausherren rührten mit elf Mann in der Defensive ordentlich Beton an. Torchancen gab’s, aber nicht mehr in Hülle und Fülle. Rajko Rep hatte zweimal die neuerliche Führung am Fuß. In der 116. Minute zappelte der Ball dann auch im Netz. Köln-Leihgabe Tomas Ostrak hatte eingeschossen, doch SR Kijas ließ den Treffer nicht gelten, wegen angeblicher Sichtbehinderung und Abseitsposition von Tadic. Mehr als nur umstritten, diese Entscheidung kurz vor Ende der Overtime. So musste das Elfmeterschießen entscheiden. Polsters Schützen trafen alle, Kainz, Tadic und Ostrak auch, doch David Cancola scheiterte an Arnberger. 5:7-Pleite nach Elfmeterschießen.

Der negative Saisonstart war perfekt. Eine Niederlage gegen den Regionalliga-Aufsteiger, die auf keinen Fall passieren darf. Ein Dutzend an richtig guten Torchancen blieb ungenützt. In der Verlängerung ließ man Leidenschaft und Begeisterung – unverständlicherweise – vermissen. Gefällige Kombinationen bis zum Sechzehner sind schön, aber zu wenig. Die letzte Konsequenz und der absolute Siegeswille war nicht zu spüren. Gewisse Dinge müssen klar angesprochen und analysiert werden, denn zum Liga-Start in Mattersburg bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung. Diese Niederlage hat man sich einzig und alleine selbst zuzuschreiben. Trotzdem muss man jetzt einen Haken unter diesem Spiel setzen und sich voll auf die Liga konzentrieren. Ein Dank gilt auch noch den vielen mitgereisten Fans, die für tolle Stimmung sorgten und unsere Mannschaft von Beginn an lautstark unterstützten.


Stimmen zum Spiel:
TSV-Trainer Markus Schopp: „Das war viel zu wenig. In der Verlängerung haben Leidenschaft und Begeisterung gefehlt. Das habe ich den Spielern auch gesagt.“


UNIQA ÖFB Cup 2019/20 1. Runde – 20. Juli 2019

SC Wiener Viktoria 5:3 i.E., 2:2 n.V. (2:2; 0:1) TSV Prolactal Hartberg

WAF Gruam, Wien-Brigittenau, 500 Zuschauer, SR Kijas (Niederösterreich)

Tore:
0:1 Tadic (29.)
1:1 Leimhofer (66.)
2:1 Leimhofer (69.)
2:2 Tadic (77., Elfer)

Elfmeterschießen:
Arnberger, Rotter, Milosavljevic, Bangai, Maier bzw. Kainz, Cancola (vergibt), Tadic, Ostrak

Wiener Viktoira: Arnberger, Maier, Fetai (60./Bangai), Köse (90./Milosavljevic), Blair (57./Rumbold), Lazarevic, Bakici, Rathfuss, Milutinovic, Leimhofer, Rotter
Hartberg: Swete – Lienhart (74./Heil), Huber, Luckeneder (46./Rotter), Klem (115./Rasswalder) – Cancola – Rakowitz (46./Ried), Kainz, Rep, Ostrak – Tadic

Gelbe Karten: Milutinovic, Lazarevic bzw. Rotter, Rep