Das historische Bundesliga-Premierenjahr im Rückblick!

Der Aufstieg. 2. Juni 2017, 20:48 – der TSV Prolactal Hartberg besiegt Kalsdorf zuhause mit 2:0 und krönt sich zum Meister der Regionalliga Mitte. Nach zwei Jahren Abstinenz steigt unser TSV in die zweite Liga auf und kehrt zurück ins Profigeschäft. 25. Mai 2018, nach dem 2:o-Heimsieg feierte die TSV-Familie den sportlichen Fixaufstieg und die erfolgreichste Saison aller Zeiten (Vizemeister in Liga Zwei). Vier Tage später, 29. Mai 2018, 20:25 Uhr, die Party geht weiter. Die Bundesliga-Lizenz wurde vom Schiedsgericht erteilt. Das Wunder von Hartberg wurde Realität! Der Anfang von einem unglaublichen Jahr, dass jedem einzelnen Hartberger unvergessen bleiben wird. Ein Jahr später, am 25. Mai 2019 begann um 18:48 die nächste große Feier. In der letzten Runde wurde der Klassenerhalt fix gemacht. Mit dem niedrigsten Budget wurde die große Sensation geschafft. Wir blicken zurück auf 365 prägende, eindrucksvolle und in Erinnerung bleibende Tage zurück!

Die Mammutaufgaben. Im Frühsommer 2018 begann dann natürlich der Wettlauf mit der Zeit. Der Stadionumbau (Rasen, Tribünen, Kabinen, Eingang, Flutlicht, uvm.) musste in Rekordzeit vollzogen werden, die Suche nach einer schlagkräftigen Mannschaft hatte ebenfalls höchste Priorität. Geschäftsführer und Sportdirektor Erich Korherr, der Tag und Nacht für den Verein arbeitete, bewies in dieser Phase mehrfach ein goldenes Händchen. Sturm Graz Legende aus Champions League-Zeiten Markus Schopp wurde als neuer Mastermind auf der Trainerbank verpflichtet, dazu Jürgen Säumel und Denny Krcmarek als Co-Trainer. Am Spielersektor wurden mit Blauensteiner, Kainz, Flecker, Ljubic, Diarra, Rep und Huber absolute Leistungsträger verpflichtet. Spieler aus den Aufstiegsjahren (Rasswalder, Siegl, Rotter, Tadic, Kröpfl, Sanogo) machten den Mix perfekt. Ende Juli gab’s vom Senat 3 der Bundesliga grünes Licht für die Profertil Arena Hartberg. Der letzte Schritt vom Durchmarsch des TSV Hartberg war geschafft.

Der Grunddurchgang. Das 1. Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte war ein Besonderes. Erstmals seit Jahren gab es ein Steirer-Derby in der Bundesliga. Beim „großen Bruder“ Sturm Graz waren rund 1.000 euphorische Hartberg-Fans unter den 11.000 Besuchern, nach wenigen Minuten gelang sogar die Führung, aber am Ende setzte es eine unglückliche 2:3-Niederlage. Dennoch ein Meilenstein in der Geschichte unseres Vereins, ein unvergessliches Spiel mit einer großartigen Atmosphäre! Das 1. Heimspiel gegen Admira ging trotz spielerisch starker Leistung und Gänsehautstimmung 0:1 verloren. Umso schöner war der 11. August 2018. Knapp 3.000 Besucher feierten nach 72 Jahren Vereinsgeschichte den ersten Bundesligasieg von Hartberg. Jubeltrauben nach dem 4:2 gegen Mattersburg! Spätestens jetzt wurden auch die letzten Kritiker verstummt. Einstimmige Meinung unter Experten, Journalisten und Fans: Hartberg ist eine Bereicherung für die Bundesliga, was sich über die ganze Saison hinweg bestätigen soll. Starke Leistungen am Fließband, die zuerst nach vielen unglücklichen und knappen Niederlagen unbelohnt blieben (0:1 gegen Admira, Lask und Austria) wurden mit dem „Goldenen Oktober“ gekrönt. Begonnen hat alles mit dem ersten Auswärtssieg. Ein spezielles 4:3 (nach 0:2 Rückstand) beim WAC folgten sensationelle Siege gegen die Topklubs Rapid Wien (3:0) und Sturm Graz (2:0) in Hartberg. Zweimal restlos ausverkauftes Haus – unvergesslich. Mit dem 4:3-Cupkrimi gegen Innsbruck war der blütenweiße (in Sachen Siege) Oktober perfekt. Markus Schopp wurde zum Trainer des Monats gekürt. Die Serie fand bis Mitte November ihre Fortsetzung. Siege bei der Admira und in Mattersburg hievten den TSV auf den unfassbaren fünften Tabellenplatz. Auch das Spiel in Mattersburg war eines für die Geschichtsbüchter. Mehr als 1.000 mitgereiste TSV-Fans sorgten im Pappelstadion für ein echtes Heimspiel und peitschten die Blau-Weißen zum Sieg. Mit sechs Pflichtspielsiegen en Suite sind unsere Blau-Weißen, plötzlich im Kampf um das obere Play-off mittendrin statt nur dabei. Vor der Saison abgestempelt als chancenloser Fixabsteiger und Punktelieferant, entwickelte sich der TSV Prolactal Hartberg zur Sensation der Liga! Nach einem erfighteten und hochattraktiven 3:3 Remis auswärts beim LASK ging unserer Mannschaft ein wenig die Luft aus. Gelbsperren, Verletzungen und müde Beine bei den Spielern. Am Ende gab’s die 1:6-Klatsche im Ländle (höchste Saisonniederlage). Das Frühjahr startete mit dem Cup-Viertelfinale in Wien-Hütteldorf. Ein zu respektvoller Auftritt besiegelte das Aus im Pokalbewerb. Großartig: Mehr als 1.000 TSV-Anhänger im Gästesektor, die Meisten davon angereist mit einem Sonderzug der ÖBB. Eine tolle Stimmung, viel Lob von allen Seiten. Es folgten vier entscheidende Spiele im Play-off-Fight. Die Partien gegen St. Pölten (1:1/H) und Austria Wien (2:4/A) waren entscheidend. Zweimal die bessere Mannschaft, zweimal den Sieg vergeigt durch unnötige Eigenfehler. Nach 22 Runden rangierte der TSV auf Platz neun (vier Punkte Rückstand auf den 6. St. Pölten, neun Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Innsbruck). Wer hätte unserer Mannschaft im Grunddurchgang so eine Punkteausbeute und diesen Tabellenplatz zugetraut? Vor der Saison – keiner!

Die Qualifikationsgruppe. Hauchdünn verpassten Rasswalder & Co. (die im Winter die Abgänge vom Herzstück Ljubic/Diarra verkraften mussten) die Top-6. Prominenter Kollege in der Qualigruppe: Rapid Wien. Zum Auftakt bereits ein Schnittspiel. Gegen Innsbruck zuhause war alles angerichtet, die Tiroler endgültig abzuschütteln. Doch es kam anders – 0:2, schwächste Saisonleistung. Durch die Punkteteilung plötzlich nur noch zwei Zähler Vorsprung auf Innsbruck. Der TSV mitten im Abstiegskampf! Zwei zu-null-Niederlagen folgten. Markus Schopp sah absoluten Handlungsbedarf in einer schwierigen Phase. In den ausstehenden Spielen setzte der Chefstrategie auf Thomas Rotter und Jürgen Heil. Beide haben TSV im Blut und ein absolutes Kämpferherz. Dieser Schachzug erwies sich als nächstes „goldenes Händchen“ des Trainerteams. Zudem fand Florian Flecker wieder zur Herbstform zurück und auch der unbekümmerte Kresimir Kovacevic, der vor wenigen Monaten noch in der 6. Liga spielte, bekam seine Einsatzzeiten und dankte es später dem Trainerteam mit einem der wichtigsten Tore der Saison. Zwei weitere Niederlage folgten, jedoch war eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar. Ende April eine weitere Sternstunde! Ein 4:3-Auswärtssieg bei Rapid Wien, ein Spiel in dem alle Beteiligten und Verantwortlichen sicherlich Nerven lassen mussten. Zwei Siege und ein Remis des TSV Hartberg gegen Rapid in nur einer Saison, eine positive Bilanz gegen den Rekordmeister und Cupfinalisten, die nächste unfassbare Geschichte. Der Sieg gab Selbstvertrauen für das von den Medien gepushte (Vor-)Entscheidungsspiel in Innsbruck. Ein Fußball-Leckerbissen war nicht zu sehen, Abstiegskampf pur. Ein Ausgeglichenes Spiel in dem Wacker einmal traf, Hartberg nicht. Drei Runden vor Schluss hatten unsere Blau-Weißen wieder die rote Laterne. Doch in der Oststeiermark blieben Verantwortliche, Spieler und Trainer ruhig. Man arbeitete hart weiter und das Motto „nevergiveup“ hatte selten so eine Bedeutung bekommen wie jetzt. Mit dem Heimsieg gegen Lieblingsgegner 2018/2019 Mattersburg (2:1; Kovacevic erzielte ein Traumtor aus rund 25 Metern) schickte man die rote Laterne retour in den Westen. Vorletzte Runde, drei Teams binnen zwei Punkte. Admira fixierte mit dem Sieg gegen Innsbruck im direkten Duell den Klassenerhalt. Die gute Leistung in der zweiten Hälfte im Ländle war für unsere Hartberger aber vorerst zu wenig. 1:3 gegen Altach. Somit kam es zum Showdown am 25. Mai 2019. Die Ausgangslage war klar: Wir haben es in eigener Hand. Mit einem Sieg gegen die Admira ist das Ergebnis von Innsbruck egal. Der Erfolg von Innsbruck gegen Mattersburg war absehbar, da die Burgenländer auf Grund des folgenden Playoffs mit einer B-Elf nach Innsbruck reisten. Schon nach wenigen Minuten war auch klar, die 3 Punkte für Innsbruck sind fix. Durch die frühe 2:0 Führung der Tiroler, stieg der Druck auf unseren TSV. Doch ausgerechnet Dario Tadic, der TSV-Bomber der letzten Jahre, der keine leichte Saison hatte, traf per Doppelpack. Unbändiger Wille, Einsatz und Leidenschaft waren von der ersten Minute zu spüren. Die Unterstützung der Fans im Stadion war sensationell und ein wichtiger Baustein an diesem Tag. Mit dem 3:1-Heimsieg vor knapp 4.ooo Fans war der Ligaverbleib perfekt! Die Party à la Hartberg folgte. Jubel, Trubel, Heiterkeit in der Profertil Arena. Spieler, Betreuer, Funktionäre und Fans lagen sich in den Armen, feierten und jubelten bis in die Morgenstunden. Musikalische Einlagen mit „Steiermoak“, „Oh wie ist das schön“, „Wunder geschehen“ durften neben „Hartberg ist der geilste Klub der Welte“ nicht fehlen. Ein weiterer Beweis des Zusammenhalts hier in der Oststeiermark!

Die Statistiken. Der TSV Prolactal Hartberg beendete die Saison auf Platz 11 (punktegleich mit dem 10. Admira). 10 Siege, 5 Remis und 17 Niederlagen. Beeindruckend war, dass die Mannschaft von Markus Schopp immer wieder den spielerischen Weg suchte, um zum Erfolg zu kommen. Treffer in der Nachspielzeit waren bei Spielen mit Hartberg-Beteiligung des Öfteren der Fall. 4 Tore und 5 Gegentore in der Zeit „90+“. In Summe erzielte die Hartberg-Offensivabteilung die drittmeisten Treffer der Liga (48). Toller Wert! Beigesteuert von 16 verschiedenen Torschützen (ebenfalls drittbester Wert). Mit 66 Gegentreffern musste man leider am öftesten den Ball aus dem Netz holen. Die längste Siegesserie dauerte fünf Runden an (Okt./Nov.). Von Spieltag 15-27 waren unsere Jungs im Tief, 13 Spiele sieglos in Serie. Der einzige Klub gegen den uns kein Treffer gelang war Meister Salzburg (0:2, 0:4). Markus Schopp setzte 26 Spieler ein. Florian Flecker stand in jedem Spiel auf dem Platz (32 Spiele, 13 Scorerpunkte). Die meisten Einsatzminuten haben die beiden Offensivkräfte Rajko Rep (2.658 min) und Florian Flecker (2.652 min) vorzuweisen, die aus dem Hartberger-Offensivspiel in dieser Saison nicht wegzudenken gewesen wären. Interessant auch, dass man kein einziges mal 0:0 spielte. Tore waren bei Hartberg-Spielen immer garantiert. Zu Beginn war unser TSV hellwach. 8 Tore in der Anfangsviertelstunde – Topwert. Wir trafen 11-mal gegen den SK Rapid Wien. Das gelang einem Aufsteiger zuvor nur 1975/76 (GAK). Rajko Rep war in Sachen Tore (8), Torschüsse auf das Tor (29), Schüssen neben/über das Tor (28) und Torvorlagen (7) unser Bester. Nur Munas Dabbur gab mehr Schüsse als unsere Nummer neun ab. Flecker gab die viertmeisten Schüsse ab, Sanogo die viertmeisten Flanken der Liga. Rajko Rep wurde zudem am öftesten gefoult (79). TSV-„Passkönig“ war Philipp Siegl mit 1.161 Pässen, der in Runde 1-25 als Innenverteidiger auf dem Feld stand und keine Minute verpasste. Michael Blauensteiner fing 92 Pässe ab – so viele wie kein anderer Spieler der Tipico Bundesliga in dieser Saison. Rene Swete wehrte alle 22 Minuten einen Schuss ab – Höchstwert. Beim 1:1 gegen den WAC (10.3.2019) parierte er 13 Schüsse – Höchstwert seit Beginn der Datenerfassung. Die beste Zweikampfquote in unseren Reihen hatte Michael Blauensteiner (672%, fünftbester Ligawert). Kapitän Sigi Rasswalder bekam die drittmeisten gelben Karten (8). In Summe zeigten die Schiedsrichter den Hartbergern 66x Gelb und 3x Rot (Rasswalder, Sanogo, Huber). Über 3.200 Zuseher pro Schnitt bei den Heimspielen (3 ausverkaufte Spiele) ist ebenfalls sehr zufriedenstellend.

Danke. Zum Saisonende gilt es einmal mehr DANKE zu sagen. Herzlichen Dank an alle, dieses erfolgreichste Kapitel mitgestaltet und möglich gemacht haben: Dem Land Steiermark vor allem LH Hermann Schützenhöfer, der Stadtgemeinde Hartberg, Bürgermeister Ing. Marcus Martschitsch, den Baufirmen, allen Sponsoren, Obmann und Sportdirektor Erich Korherr mit seinem Vorstand, allen Funktionären, Präsidentin Brigitte Annerl, den unzähligen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern, Mitarbeitern und last but not least allen Spielern und Trainern. Der größte Dank aber gilt unserem Publikum und den treuen TSV-Fans. Ihr habt die ganze Saison über für großartige Stimmung gesorgt, habt Heimspiele zu einem echten Erlebnis gemacht und die Euphorie auch nach außen getragen. Eure Unterstützung war ein entscheidender Teil, das große Saisonziel geschafft zu haben. Wir sind stolz auf ALLE – und das Positive? das Hartberger-Fußballmärchen, wie es viele bezeichnet haben, geht mindestens für noch ein Jahr weiter! DANKE!

Viele schöne Bilder, Interviews, die ein oder andere Kabinenparty und interessante Einblicke in unser Vereinsleben findet ihr auf unserem Youtube-Kanal: #TSV-TV Hartberg

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STUHTB 2018 06