Debakel zum Abschluss – 1:6-Pleite in Altach!

Die Cashpoint-Arena ist weiterhin kein guter Boden für unseren TSV. Gegen den Vorletzten waren unsere Blau-Weißen an diesem Fußballnachmittag auf verlorenem Posten. Den Abschluss einer grandiosen Herbstsaison haben wir uns natürlich anders vorgestellt.


Die Saison war lang, man merkte unserer Mannschaft die Müdigkeit (vor allem im Kopf) deutlich an. Zudem musste Trainer Markus Schopp mit Youba Diarra, Michael Huber und Zakaria Sanogo drei Stammkräfte verletzt vorgeben. Einmal wollten Rasswalder & Co. noch alles rausholen und das Jahr 2018 positiv abschließen. Der Plan ging völlig daneben und unser TSV Prolactal Hartberg ging im Ländle mit einem 1:6 unter…

Das Spielfeld musste am Vormittag des 3. Adventsonntags noch vom Schnee befreit werden, um ein Fußballspiel zu ermöglichen. Auf dem Vorarlberger Rasen waren es auch die Hausherren, die nach knapp einer Viertelstunde den besseren Start erwischten. Gebauer wurde über rechts in Szene gesetzt. Den Querpass zur Mitte übernahm Ex-Hartberger Mandi Fischer (der den richtigen Laufweg wählte und sich von Sittsam löste) volley und traf aus kurzer Distanz zur Führung. Zehn Minuten später vergab Lienhart nach Flanke von Oum Gouet die nächste Möglichkeit. Unsere Jungs hatten in Durchgang eins zwar mehr Ballbesitz, Chancen konnten daraus aber fast keine kreiert werden. Noch war die Führung kein Befreiungsschlag für die Altacher. Heikel wurde es nach einem Corner gefolgt von einem Gestocher im Strafraum. Emanuel Schreiner mit der Attacke gegen den aufgerückten Thomas Rotter. SR Altmann ließ weiterlaufen, kein Elfmeter. Danach wieder die Vorarlberger. Konter über die pfeilschnellen Gebauer und Gatt. Rene Swete war zur Stelle. In der 40. Minute erhöhte das Stürmer-Duo der Grabherr-Elf auf 2:0. Gebauer war für Philipp Siegl zu schnell, mit viel Übersicht schupfte der SCRA-Akteur das Leder auf den langen Pfosten, wo „Ami“ Joshua Gatt mutterseelenalleine keine Mühe hatte den Ball über die Linie zu köpfeln.

Im TSV-Lager war klar – will man Zählbares aus dem Westen entführen, muss ein schneller Anschlusstreffer nach der Pause her. Gesagt – getan. 47 Minuten waren gespielt, als der zur Pause eingewechselte Christoph Kröpfl den TSV-Fans nochmal Hoffnung machte. Blauensteiner mit dem hohen Ball in den Strafraum, Luckeneders Klärungsversuch landete vor den Beinen von Kröpfl, der technisch sauber zum Anschlusstreffer einnetzte. Viele dachten es könnte die Wende gewesen sein, doch mit einer Aktion war die Partie entschieden. Blauensteiner legte Grbic im Strafraum, der den daraus resultierenden Elfer verwandelte (’58). Kurz versuchten die Mannen von Markus Schopp noch einmal in die Partie zurückzukommen. Ivan Ljubic schupfte das Spielgerät in den Strafraum. Dario Tadic verwandelte mit zwei Ballkontakten, jedoch stand unser Bomber im Abseits. Schade! In den letzten 20 Minuten waren unsere Burschen völlig von der Rolle, die schnellen Angreifer der Altacher hatten viel zu viel Platz, bereiteten der TSV-Abwehr gehörige Probleme und setzten mit Toren von Grbic (#69), Gebauer (’78) und Schreiner (’91) nach. Jubel im Schnabelholz über das halbe Dutzend an Toren. Ein überragender Gebauer rettete Altach-Coach Grabherr sozusagen den Job.

Nach 92 Minuten war das Spiel zu Ende. Bitterer Blick auf die Anzeigetafel – Altach 6 Hartberg 1. Man merkte unserer Mannschaft die geistige Müdigkeit und fehlende Leidenschaft bzw. Spritzigkeit an. Kurz keimte Hoffnung auf, als Christoph Kröpfl zu einem optimalen Zeitpunkt den Anschlusstreffer herbeiführte. Doch mit dem Elfer haben sich unsere Jungs aufgegeben, den Altachern viel zu viel Platz gelassen und unnötige Fehler produziert. So war es für pfeilschnelle Altach-Stürmer ein „Kinderspiel“ die ungeordnete, löchrige Defensive zu knacken. Die lange Saison und intensiven Spiele der letzten Wochen und Monate dürfen keine Ausrede sein, doch solche Spiele kommen vor. Lieber einmal 1:6 untergehen, als sechsmal 0:1 verlieren. Vielleicht war es auch ein Weckruf zur richtigen Zeit. Die Spieler wissen jetzt, dass es immer eine Topleistung und 100% braucht, um erfolgreich zu sein. In der Winterpause kann man jetzt in Ruhe intensiv an Stärken und Schwächen arbeiten und sich auf ein spannendes Frühjahr vorbereiten. Getrübt wird dieses geile Jahr, diese unfassbare erste halbe Bundesliga-Saison durch die Pleite in Altach aber nicht. In den nächsten Tagen heißt es für alle ausspannen, Kurzurlaube und die Weihnachtsfeiertage genießen. Jungs, Kopf hoch, Ärmel aufkrempeln, weiterkämpfen und die schönen Momente des Jahres 2018 in Erinnerung rufen – DAS WAR EIN GRANDIOSES JAHR!


Eine Zusammenfassung vom Spiel gibt es hier: #ALTHTB – Highlights


Stimmen zum Spiel:
TSV Trainer Markus Schopp: „Die Mannschaft hat einen tollen Herbst gespielt. Man hat in den letzten Wochen schon gemerkt, dass eine Müdigkeit im Kopf da ist. Nach dem 1:3 hat sich die Mannschaft leider aufgegeben, das habe ich in der Form in der ganzen Hinrunde nicht gesehen. Wir können aus diesem Spiel extrem viel lernen und mitnehmen!“

Altach-Trainer Werner Grabherr: „Die ganze Trainingswoche war schon sehr gut, mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Die Mannschaft hat das sehr gut gemacht.“

TSV-Torschütze Christoph Kröpfl: „Wir haben uns ein schnelles Tor erhofft, haben uns dann aber zu schwach präsentiert. Wir wissen, dass Altach eine gute Mannschaft ist. Wir hatten sicher nicht den besten Tag, und sie haben gut gespielt. Wir haben einen sehr guten Herbst gespielt, heute ist aber alles total missglückt.“


Tipico Bundesliga 2018/19, 16. Dezember 2018

SCR Altach 6:1 (2:0) TSV Prolactal Hartberg

Cashpoint Arena, Altach – 2.500 Zuseher, SR Altmann (Tirol)

Tore:

1:0 Fischer (14.)
2:0 Gatt (40.)
2:1 Kröpfl (47.)
3:1 Grbic (58./Elfmeter)
4:1 Grbic (69.)
5:1 Schreiner (78.)
6:1 Gebauer (91.)

Gelbe Karten: Schreiner, Gatt, Nutz bzw. Kröpfl

Altach: Kobras – Lienhart, Zwischenbrugger, Zech, Luckeneder, Schreiner – S. Nutz (72./Prokopic), Oum Gouet, Fischer (84./Müller) – C. Gebauer, Gatt (53./Grbic)

Hartberg: Swete – Blauensteiner (65./Schubert), Rotter, Siegl, Rasswalder – Sittsam (46./Kröpfl), Ljubic – Flecker, Rep, Ilic – Tadic (74./Kainz)

 

Bilder: Gepa Pictures | TSV Hartberg