Die nächste Pleite – 1:5 bei Rapid

Der TSV Egger Glas Hartberg verliert auch das Nachtragsspiel der 5. Runde am Nationalfeiertag auswärts beim SK Rapid mit 5:1. Somit setzten sich die Grün-Weißen im Duell der sich in einer Krise befindenden Klubs klar durch. Gute 20 Minuten vor der Pause sind zu wenig. Einfache, eklatante Eigenfehler, Verunsicherung und wieder eine schwache zweite Halbzeit besiegelten die nächste Pleite. Binnen fünf Tagen gab es zweimal ein 1:5 (Tirol, Rapid). Es war die 9. Niederlage im 13. Spiel und verschärft die Krise in der Oststeiermark. 


Das Trainerteam änderte die Startformation an zwei Positionen. Heil und Aydin begannen anstelle von Kainz und Kröpfl. Bereits nach fünf Minuten ein Schreckmoment. Die Handinnenfläche von Lukas Fadinger war blutüberströmt, eine tiefe Schnittwunde inklusive. Der 22-Jährige musste durch Tobias Kainz ersetzt werden und fuhr sofort ins Krankenhaus. Die Hausherren starteten mit viel Schwung in die Partie und erspielten sich einige Chancen. Druijf aus spitzem Winkel (5.), Querfeld mit dem Kopfball (9.). vergaben ebenso wie Grüll im Doppelpack und nochmals der völlig freistehende Querfeld, die allesamt in Rene Swete ihren Meister fanden (12.). Den Distanzfreistoß von Grüll nach einer Viertelstunde konnte Swete ebenfalls sicher parieren. Danach die große Möglichkeit auf die Hartberger Führung. Providence kam am langen Eck zum Abschluss. Sein Schuss wurde in letzter Sekunde entscheidend abgefälscht (18.). Die verdiente Führung für Rapid ließ bis zur 26. Minute auf sich warten. Nach einem schnellen Angriff über die rechte Seite (wo die Rapidler immer viel zu viel Platz hatten) vollendete Routinier Guido Burgstaller ein Schick-Zuspiel sehenswert mit der Ferse ins lange Eck. Mit dem Gegentor fanden unsere Hartberger viel besser in die Partie (davor gab es nur einen abgefälschten Schuss von Providence). In der 29. Minute scheiterte Dario Tadic an Niklas Hedl, kurz darauf rettete Querfeld im letzten Moment vor Tadic (der nach schönem Spielzug über Frieser und Kriwak einschussbereit gewesen wäre). Kurz vor der Pause der in dieser Phase nicht unverdiente Ausgleich. Tadic setzte sich durch, bediente Aydin mit dem präzisen Zuspiel in die Tiefe, der mit einem Lupfer über Hedl hinweg zum perfekten Zeitpunkt traf. Der Jubel ließ auf sich warten, da SR-Assistent Gamper auf Abseits entschied. Bei Aydin war jedoch alles korrekt und nach einer der unzähligen VAR-Interventionen folgte der Jubel verspätet.

Wer dachte, das Tor fiel zum perfekten Zeitpunkt und bringt viel Aufschwung, der irrte leider. Es folgte wieder eine sehr schwache zweite Halbzeit, eine Vorstellung zum Vergessen. In der 52. Minute traf der ungedeckte Burgstaller mit einem Flachschuss ins Eck zum 2:1 für Rapid. Kurz darauf verpasste der Kapitän mit zwei Kopfbällen die endgültige Vorentscheidung, die aber nicht mehr lange auf sich warten ließ. Unsere Hartberger verunsichert und fehleranfällig. Beim 3:1 nach 68 Minuten konnte der sonst starke Rene Swete das Spielgerät nach einem Schuss nicht festhalten, Grüll staubte ab. Wenige Minuten später machte Burgstaller seinen Dreierpack perfekt. In der Schlussphase gab’s zunächst den Elfmeter nach Foul von Kainz an Greil. Bei Betrachtung der TV-Bilder sieht man zwar ein Foul von Greil an Kainz, warum sich hier nicht der VAR einschaltete ist unverständlich. Swete parierte gegen Druijf, der Strafstoß wurde aber wiederholt, da Swete sich zu früh aus dem Kasten bewegte und mehrere TSV-Spieler zu früh in den Strafraum liefen. Doch der Rapid-Angreifer vergab den zweiten Versuch kläglich und schoss am Tor vorbei. Den Schlusspunkt setzte dann der eingewechselte Nicolas Kühn, der einen Angriff mustergültig abschloss (92.).


Stimmen zum Spiel:

Klaus Schmidt (Hartberg-Trainer): „Es muss sich jeder bei der Nase nehmen und einen Funken Konzentration dazugeben. Es liegt nicht an der Organisation der Mannschaft oder der Kompaktheit, sondern an der Verunsicherung. Es ist extrem schwierig und in Wahrheit hängt alles an einem Erfolgserlebnis, an dem man sich anhalten kann. Dem rennen wir derzeit unglücklich nach. Dass die Leute aktuell keine Freude mit mir haben, ist verständlich. Das ist das Brot des Trainers, dem muss man sich stellen.“

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): „Gratulation an die Mannschaft. Wir haben heute so begonnen, wie man als Rapid-Mannschaft in einem Heimspiel beginnen muss. Wir haben es vielleicht verabsäumt, noch früher in Führung zu gehen oder sie auszubauen. Wir haben uns aber nicht beunruhigen lassen und sind mit der gleichen Intensität und Power in die zweite Hälfte reingestartet. Was mir gefallen hat, war, dass wir heute nicht aufgehört haben und die Struktur beibehalten haben. Genau so wünsche ich mir einen Auftritt von unserer Mannschaft.“

Rene Swete (TSV-Kapitän): „Bis zum 3:1, das ein riesengroßer Eigenfehler war, ist die Partie offen gewesen und hätte in beide Richtungen ausschlagen können. Rapid hat vielleicht mehr gefährliche Aktionen gehabt, aber auch wir konnten Nadelstiche setzen. Das 1:1 vor der Pause war verdient. Dann bekommst du das 2:1 und das 3:1 und die Partie war zusammengeräumt.“ 


Admiral Bundesliga 2022/23 | Nachtrag der 05. Runde | Mittwoch, 26. Oktober 2022

SK Rapid Wien 5:1 (1:1) TSV Egger Glas Hartberg

Allianz Stadion – Wien | 14.400 Zuschauer | SR Altmann (Tirol)

Spielhighlights: Highlights #SCRHTB

Tore:
1:0 (26.) Burgstaller
1:1 (45.) Aydin
2:1 (52.) Burgstaller
3:1 (68.) Grüll
4:1 (71.) Burgstaller
5:1 (90+2.) Kühn

Rapid: Hedl – Koscelnik, Querfeld, Dibon (74./Moormann), Auer – Schick (66./Kühn), Knasmüllner (66./Greil), Pejic (64./Kerschbaum), Grüll (74./Bajic) – Druijf, Burgstaller

Hartberg: Swete – M. Horvat, Sonnleitner (79./Gollner), Karamarko – Frieser, Fadinger (7./Kainz), Heil, Providence (65./Farkas) – Aydin (79./Steinwender) – Kriwak (79./Almog), Tadic

Gelbe Karten: Burgstaller bzw. Providence, Kainz, Heil

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg