Ein Spiegelbild der Saison – Bittere Niederlage gegen Rapid

Im letzten Spiel des Jahres 2022 musste der TSV erneut eine Niederlage hinnehmen. Das Heimspiel gegen den SK Rapid ging mit 1:2 verloren. Unser Blau-Weißen kämpften bis zum Umfallen, boten eine sehr ansprechende Leistung, waren mindestens ebenbürtig und ein Punkt wäre mehr als verdient gewesen. Guten Offensivaktionen über die Achse Frieser-Providence-Aydin sorgten immer wieder für Gefahr. Am Ende – sinnbildlich für den ganzen Herbst – steht man aufgrund des späten Gegentreffers wieder mit leeren Händen und null Punkten da. Somit überwintert der TSV auf dem letzten Tabellenplatz mit zwei Punkten Rückstand auf Ried.


Tolle Kulisse, volles Hartberger Stadion. Die Partie begann verspätet, da im Rapid-Sektor einige Feuerwerke und Pyrotechnik-Gegenstände gezündet und aufs Feld geworfen wurden. Der TSV war von Beginn an aktiv und besser in der Partie. Aydin testete schon nach wenigen Augenblicken Tormann Hedl. Nach zehn Minuten traf Burgstaller das Außennetz. Rapid fand mehr Kontrolle und ging nach 16 Minuten in Führung. Eine exakte Flanke von Auer verwertete Grüll per Kopf aus kurzer Distanz. Kurz darauf musste neuerlich das Spiel unterbrochen werden. Pyrotechnik wurde gezündet und Bälle wurden aus dem Rapid-Sektor auf das Spielfeld geworfen. Schiedsrichter Ebner handelte gemäß UEFA-Dreistufenplan und schickte beide Teams für knapp 10 Minuten in die Kabinen. Bei einer weiteren Unterbrechung wäre ein Spielabbruch im Raum gestanden. Die Pause hat unserer Mannschaft sehr gut getan, war danach wieder sehr präsent. In der 35. Minute der vermeintliche Ausgleich durch Ruben Providence, der wegen eines Handspiels aber zurecht aberkannt wurde. Zwei Minuten später vergab Okan Aydin die nächste Topchance. Nach perfektem Zuspiel von Jürgen Heil in die Gasse umkurvte Aydin den Rapid-Schlussmann, traf aber das leere Tor nicht, sondern nur das Außennetz. Kurz vor dem Pausenpfiff dann aber der verdiente Ausgleich. Frieser mit der wunderbaren Flanke, Querfeld verschätzte sich, Okan Aydin nahm sich den Ball mit in den Strafraum und traf ins Eck. Der TSV stand defensiv kompakt, ließ kaum Chancen zu und agierte gegen die namhafte Offensive aber sehr konzentriert.

Nach der Pause war die Partie weiter offen. Ein Schick-Schuss (54.) fand ebenso wenig ins Tor wie der Abschluss von Jürgen Heil (64.). Rapid hatte zwei Minuten später riesenglück, denn Knasmüllner hätte nach einer unschönen Attacke eigentlich vom Platz fliegen müssen. Auch hier muss man sich erneut die Frage stellen, wozu es einen VAR gibt?. Immer wieder versuchte es der TSV über Providence, Frieser und Aydin offensiv Akzente zu setzen, spielte richtig stark nach vorne, doch der befreiende Führungstreffer wollte einfach nicht gelingen. Ein Kopfball nach einem Kröpfl-Freistoß in der Schlussphase hätte noch einmal die Möglichkeit geboten. Im Finish kam es dann richtig bitter. Wie schon oft kassierte der TSV ein spätes Gegentor. Zimmermann drückte einen abgefälschten Kerschbaum-Schuss in der 88. Minute über die Linie – 1:2.


Stimmen zum Spiel:

Klaus Schmidt (Hartberg-Trainer): „Ich denke, dass sich der TSV von seiner sehr guten Seite gezeigt hat. Wir haben bewiesen, dass wir kämpfen, Fußball spielen und auch das ein oder andere Tor machen können. Leider dürfen unsere Spiele nur 86 Minuten dauern, dann wären wir wahrscheinlich Vierter. Somit war das am Ende wieder ein Nackenschlag, aber die Mannschaft hat sich wirklich top präsentiert. Ich denke, dass wir trotz der Niederlage ein Statement abgegeben haben. Wir haben hart daran gearbeitet und alles dafür gegeben, dass wir ein gutes Spiel abliefern und das ist uns gelungen. Dass wir am Ende wieder ohne Punkte dastehen ist bitter und tut einfach weh.“

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): „Wir haben es speziell in der ersten Halbzeit nach dem Führungstreffer verabsäumt, den einen oder anderen nachzulegen. Wir sind nicht so in die Zweikämpfe gekommen, waren etwas zu langsam im Kopf, waren im Spiel mit dem Ball zu passiv. So haben wir Hartberg zum Ausgleich eingeladen. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel kontrolliert und die eine oder andere Chance gehabt. Schlussendlich sind wir glücklich, dass wir kurz vor Schluss das Siegestor erzielt haben. Ich muss aber trotzdem den Hartbergern auch ein Kompliment machen. Sie haben uns das Leben sehr schwer gemacht. Insgesamt gesehen gibt mir die Entwicklung Grund zur Freude.“

Rene Swete (TSV-Kapitän): „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und stehen wieder mit leeren Händen da. Ich denke, es hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen sondern das etwas glücklichere Team. Jetzt stehen wir wieder mit nix da außer mit einer ansprechenden Leistung.“


Admiral Bundesliga 2022/23 | 16. Runde | Samstag, 12. November 2022

TSV Egger Glas Hartberg 1:2 (1:1) SK Rapid Wien

Profertil Arena – Hartberg, 4.705 Zuseher | SR Ebner (OÖ)

Spielhighlights: Highlights #HTBSCR

Tore:
0:1 Grüll (16.)
1:1 Aydin (44.)
1:2 Zimmermann (88.)

Hartberg: Swete – Frieser, Steinwender, Rotter, M. Horvat, Karamarko – Providence (75./Almog), Fadinger, Heil (94./Kainz), Aydin (81./Kröpfl) – Tadic (75./Kriwak)

Rapid: Hedl – Koscelnik, Querfeld, Moormann, Auer – Knasmüllner (70./Zimmermann), Pejic – Schick (70./Kühn), Druijf (46./Kerschbaum), Grüll (83./Bajic) – Burgstaller

Gelbe Karten: Fadinger, Steinwender, Rotter bzw. Knasmüllner, Auer, Kerschbaum

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg