Eindrucksvoller 4:1 Derbysieg in Graz

Am gestrigen Sonntag konnte unser TSV Hartberg einen 4:1 Derbysieg beim SK Sturm feiern!


Das letzte Spiel der Meistergruppe führte den TSV Prolactal Hartberg in die Landeshauptstadt zum steirischen Gipfeltreffen gegen den SK Sturm Graz. Trotz schnellem 0:1 Rückstand konnte unsere Mannschaft am Ende einen furiosen und eindrucksvollen 4:1 Sieg feiern. Doch die erste Szene gehörte der Heimelf. Nach knapp vier Minuten passierten Fehler im Spielaufbau. Jantscher schnappte sich die Kugel und konnte nach einem Haken vorbei an zwei Hartberger den Ball ins leere Tor schieben (4.). Knapp zehn Minuten später die nächste Sturm-Chance. Nach einer Jantscher-Flanke konnte Rene Swete einen Kopfball von Röcher entschärfen (10.). Nach dieser Szene fand man eine ganz andere TSV-Mannschaft vor. Kainz, Dante und Co. trauten sich mehr zu und erarbeiteten sich so Chance um Chance. In Minute 26 die erste große Möglichkeit. Nach einer Flanke von Dante kam Nimaga freistehend zum Kopfball, konnte das Spielgerät aber nicht im Tor unterbringen. Dann gab es Elfmeteralarm im Strafraum von Sturm. Trummer mit einer ungeschickten Attacke gegen Kainz, die Pfeife von Schiedsrichter Kijas blieb allerdings stumm (30.). Der verdiente Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten. Dante mit der Hereingabe auf Gabbichler, dieser setzte sich im Strafraum gegen zwei Grazer durch und überhob Siebenhandl. Der erste Bundesligatreffer für den 22-Jährigen. Wenige Minuten später gingen die in orange spielenden Gäste in Führung. Der stark spielende Tobias Kainz mit einer Flanke auf Dario Tadic und dieser traf mit einem Volley-Schuss ins kurze Eck zum 2:1. Das Spiel war innerhalb von vier Minuten gedreht. Doch wer dachte, dass dies schon der schönste Treffer des Tages war, der irrte. Kurz vor dem Pausenpfiff ein weiter Ball aus der eigenen Hälfte auf Kainz. Dieser flankte mustergültig zur Mitte, wo erneut Dario Tadic wartete. Der Stürmer übernahm direkt und knallte den Ball ins lange Eck. Traumtor! Nach Saisontor Nummer 17 für Tadic ging es zum Abkühlen in die Kabinen.

Die zweite Halbzeit passte sich dann den sommerlichen Temperaturen an und war nicht mehr so spektakulär wie die ersten 45 Minuten. Man merkte beiden Teams die intensiven letzten Wochen an und so passierte nicht mehr viel. Erst in den letzten fünf Minuten nahm das Spiel dann wieder ein wenig Fahrt auf. Zuerst wurde Ostrak im Strafraum angespielt, konnte aber noch entscheidend am Torschuss gehindert werden (86.). Dann verpasste der eingewechselte Amoah nach einer sehenswerten Einzelaktion auf der Seite der Grazer eine gute Möglichkeit (88.), ehe der Ball zum letzten Mal an diesem Nachmittag im Tor landete. Ostrak sah den völlig frei stehenden Tadic im Strafraum und Avlonitis beförderte den Ball mit dem Rettungsversuch ins eigene Tor zum 1:4 Endstand (91.). Das war´s. Schlusspfiff. Ein unvergesslicher Tag für den TSV Hartberg. Der Derbysieg ist zugleich der höchste Auswärtssieg der Bundesligageschichte für unser Blau-Weißen.

Unsere Mannschaft beendet die reguläre Bundesliga Meisterschaft 2019/2020 auf dem unglaublichen fünften Tabellenplatz. Zudem liegt der TSV acht Punkte vor dem großen Bruder in der grünen Mark, dem SK Sturm und holt die Schwarz-Weißen damit erstmals seit 15 Jahren vom Thron. Hartberg ist STEIRISCHE NUMMER EINS! Für Feiern und Partystimmung ist aber noch keine Zeit, denn nun verlängert sich die Saison um zehn Tage. Die Hartberger kämpfen erstmals in der Vereinsgeschichte um den Einzug in den Europacup. Im ligainternen Play-off – Finale kommt es zu zwei Entscheidungsspielen um einen Platz in der Europa League Qualifikation. Es geht gegen den Sieger aus dem Halbfinale FK Austria Wien – SCR Altach. Die Schopp-Truppe wählte zuerst das Auswärtsspiel (11.7.). Am Mittwoch den 15.7. steigt dann das Rückspiel in Hartberg.


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #stuhtb-Highlights


Stimmen zum Spiel:
TSV-Trainer Markus Schopp: „Wir hatten weniger Regeneration, waren schnell 0:1 hinten. Es war aber beeindruckend, wie meine Mannschaft reagiert hat. Die Mannschaft überrascht mich in vielen Bereichen immer wieder und ich muss ihr ein riesengroßes Kompliment aussprechen. Jeder kennt unsere Kadersituation. Wir haben jetzt noch zwei Highlights. Altach oder Austria Wien – das sind beides zwei Mannschaften, die uns in den Möglichkeiten überlegen sind. Hartberg hat in der Meisterrunde 13 Punkte geholt – das ist eine gewaltige Performance. Die Mannschaft gibt mir stets die richtigen Antworten – auch im Training. Ich bin froh, ein Teil dieser Mannschaft zu sein.“

Sturm-Trainer Thomas Hösele: „Ich bin sehr enttäuscht. Wir waren 30 Minuten gut im Spiel wie schon im Heimspiel gegen Rapid. Quasi mit dem ersten Schlag war vieles, was vorher gut war, wieder weg. Wir haben Hartberg dann in zehn Minuten drei Tore ermöglicht. Wenngleich auch die zwei Tore von Tadic schon bemerkenswerte Volleys waren. Wir haben in der zweiten Halbzeit versucht, auf ein schnelles Tor zu spielen. Uns hat aber die Substanz gefehlt, und wir haben nicht die Mittel gefunden, um Hartberg zu gefährden. Die Jungs haben alles versucht.“

Doppeltorschütze Dario Tadic: „Wir haben das ganze Jahr eine super Leistung gebracht und das ist jetzt mit dem fünften Platz bestätigt worden. Es ist eigentlich egal ob der Gegner Austria oder Altach ist. Wir wollen unser Spiel auf den Platz bringen, genau so auftreten wie wir es in den Spielen der Meistergruppe getan haben, dann ist alles möglich. Es ist unglaublich schade, dass derzeit keine Zuschauer dabei sein dürfen, das wär noch einmal etwas ganz anderes gewesen. Nicht nur heute, sondern die gesamten letzten Wochen. Mit dem 0:1 sind wir denkbar schlecht in das Spiel gestartete, aber die Truppe hat einen unglaublichen Charakter, daher ist es auch nicht so schlimm, wenn man im Rückstand ist. Wir spielen unser Spiel weiter und heute sind wir wieder dafür belohnt worden.“


Tipico Bundesliga 2019/20  – 32. Runde, Sonntag 5. Juli 2020

SK Puntigamer Sturm Graz 1:4 (1:3) TSV Prolactal Hartberg

Merkur Arena, Graz-Liebenau, SR Kijas (Niederösterreich)

Tore:
1:0 Jantscher (4.)
1:1 Gabbichler (33.)
1:2 Tadic (37.)
1:3 Tadic (44.)
1:4 Avlonitis (91./Eigentor)

Sturm: Siebenhandl – Hierländer, Avlonitis, Geyrhofer, Trummer (46./Sakic) – Jäger, Kiteishvili – Huspek (46./Ch. Leitgeb), Jantscher (79./Amoah), Röcher (65./Shabanhaxhaj) – Friesenbichler (74./Krienzer)

Hartberg: Swete – Kainz, Huber, Rotter (46./Kirnbauer), Klem (46./Rasswalder) – Gabbichler (58./Ostrak), Tschernegg, Nimaga (46./Cancola), Dante – Rep (77./Kröpfl) – Tadic

Gelbe Karten: Friesenbichler, Avlonitis bzw. Rotter

 

 

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg