Erkämpfter Punkt – 1:1 gegen den LASK

Ein hart erkämpfter Punkt gegen den Europa League-Teilnehmer – bei dem auch das Glück endlich einmal dem TSV hold war…


Ein Bild an das man sich einfach nicht gewöhnen kann. Es geistert wieder in der Hartberger Profertil Arena. Der siebente Auftritt 2020 – coronabedingt ohne Zuseher und ohne den großartigen TSV-Fans. Die Rollen waren vor dem Spiel klar verteilt. Die Gäste aus Linz waren der haushohe Favorit und zeigten dies auch über weite Strecken des Spiels mit einer starken Leistung. Der LASK hatte die Partie von Beginn an fest im Griff und bereits nach wenigen Minuten die erste Möglichkeit. Eggestein mit der Flanke auf Reinhold Ranftl, der das Leder volley über den Kasten auf die Südtribüne beförderte (6.). Die Thalhammer-Truppe spielfreudig, der TSV hatte kaum Luft zum Atmen und war ausschließlich mit dem Verteidigen beschäftigt. Thomas Rotter hatte nach einer Grätsche von hinten gegen Andreas Gruber Glück, nur den gelben Karton von SR Kijas gesehen zu haben. Den einzigen Hartberger Abschluss in Hälfte eins fand Rajko Rep, nach Ausschuss von Rene Swete vor, dieser fiel aber harmlos aus. Die Führung des LASK war nur mehr eine Frage der Zeit, denn nach einem weiten Ball in den Strafraum und schöner Ballmitnahme setzte Rene Renner das Spielgerät knapp am langen Eck vorbei (9.). Auch Gruber versuchte es aus spitzem Winkel zum Torerfolg zu kommen – daneben. Etwas mehr als 20 Minuten waren gespielt, die verdiente Führung für die Schwarz-Weißen. Den Eckball von Standardkönig Peter Michorl verlängerte Gruber in Richtung langes Eck, wo Filipovic der TSV-Abwehr entwischte und zum 0:1 einköpfte. Ärgerlich daran ist die Entstehungsgeschichte, die zum Eckball führte. Ein TSV-Verteidiger traf den Ball beim Klärungsversuch mit dem Schienbein technisch unsauber, weshalb das Leder ins Torout ging. Der beste Hartberger war zweifelsohne Rene Swete, der in der Folge einen starken Freistoß von Michorl via Glanzparade entschärfen konnte (26.). Die Überlegenheit der Linzer Athletiker in der ersten Hälfte war klar ersichtlich, Ranftl vergab nach 37 Minuten eine weitere Topchance und so geht es aus Hartberger Sicht Gott sei Dank „nur“ mit dem minimalsten Rückstand in die Kabinen.

Zur Pause reagierte Markus Schopp und brachte Bomber Dario Tadic in die Partie. Nachdem Swete im „Eins gegen Eins“ mit Rene Renner Sieger blieb, folgte die beste Hartberger Phase, die gleich mit dem Ausgleich belohnt wurde. Tadic holte den Corner heraus, Sascha Horvath mit dem ruhenden Ball zur Mitte, viele Köpfe stiegen hoch, Felix Luckeneder am höchsten und das Leder zappelte im Netz. Ausgleich! In der Folge gestaltete sich das Spiel offener, der TSV aggressiver, mutiger und spielfreudiger – Großchancen auf beiden Seiten. Zuerst vergab Eggestein (63.), dann die riesenchance für den Führungstreffer der Hartberger. Zuerst köpfte Gernot Trauner den Ball nach einem Klärungsversuch an die eigene Latte und plötzlich hatte Felix Luckeneder die große Chance und auch viel Platz, doch sein Kopfball ging knapp drüber (68.)  – schade! In der Schlussphase drückte der LASK auf die Entscheidung. Einen Michorl-Schuss parierte Swete, den Nachschuss des Ex-Hartbergers Reinhold Ranftl, der über rechts ordentlich Wirbel machte, rettete Christian Klem gerade noch vor der Linie. Die Hartberger Abwehrmauer brachte das Remis über die Runden. Nach etwas mehr als 93 Minuten folgte der Schlusspfiff von Schiedsrichter Kijas.

Erfolgreiche Abwehrschlacht des TSV. Am Ende gibt’s mit dem 1:1 gegen den LASK einen wichtigen Zähler gegen ein Topteam. Der LASK war die bessere Mannschaft und hätte – aufgrund der Vielzahl an Topchancen – den Sieg natürlich verdient, doch diesmal waren unsere Blau-Weißen effizient. Dank vollstem Einsatz erkämpften sich Kainz & Co. den Punkt. Vergleichbar mit der Partie vor der Länderspielpause in Ried, wo hingegen wir – mit unzähligen vergebenen Topchancen und 3 Lattentreffern – den Sieg verschenkt haben. Mit dem Punkt ist man im Hartberger Lager natürlich zufrieden. Dieser erfolgreiche Kampf gibt Selbstvertrauen für eine ganz wichtige Woche! Am Mittwoch das Cup-Achtelfinale gegen die Austria und am Samstag geht’s zur Admira. FORZA TSV!


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #HTBASK-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Im Unterschied zu den letzten Wochen haben wir heute dem Gegner mehr Räume gegeben. In der Pause haben wir gut analysiert, sind stärker in die zweite Hälfte gekommen, haben den Ausgleich gemacht und sogar die Chance auf das 2:1 gehabt. Der LASK hat wie erwartet am Ende die Qualität gehabt, den Druck noch einmal zu erhöhen. Da muss ich aber meine Abwehr loben, die das heute sehr gut verteidigt hat.“

Dominik Thalhammer (LASK-Trainer): „Die Enttäuschung ist natürlich groß, weil wir die Partie in der ersten Hälfte klar kontrolliert und hier einiges liegen gelassen haben. Wir haben eigentlich einen guten Job gemacht, sind ein hohes Tempo gegangen, haben aber aus einer Vielzahl an Chancen nicht mehr Kapital schlagen können. Es ist schade, dass wir die drei Punkte nicht mitgenommen haben, damit hätten wir den Abstand zur Tabellenspitze noch weiter verringern können.“

TSV-Torschütze Felix Luckeneder: „Es war kein unverdienter Punktgewinn. Auf der einen Seite haben wir natürlich Glück gehabt, aber gegen so eine Top-Mannschaft ist ein wenig Glück auch nötig. Aber wenn man die zweite Halbzeit ansieht, war es ein verdienter Punkt. Für uns wichtig, wieder angeschrieben zu haben, der Punkte kann für die Saison noch sehr wichtig sein. Es wartet eine richtungsweisende Woche für uns. Im Cup vollen wir weiterkommen und am Wochenende den zweiten Saisonsieg einfahren. Es erwartet uns eine intensive Zeit bis Weihnachten, in der wir so viele Punkte wie möglich holen wollen.“


Tipico Bundesliga 2020/21  – 08. Runde, Samstag, 21. November 2020

TSV Prolactal Hartberg 1:1 (0:1) LASK

Profertil Arena – Hartberg, keine Zuschauer (wegen Coronavirus), SR Kijas (Niederösterreich)

Torfolge:
0:1 Filipovic (22.)
1:1 Luckeneder (53.).

Hartberg: Swete – Gölles, Rotter, Luckeneder, Klem – Kainz, Tijani – Heil (46./Tadic), Ried (83./Gollner), Horvath (81. Ertlthaler) – Rep

LASK: Schlager – Wiesinger, Trauner, Filipovic – Ranftl, Madsen (61./Holland), Michorl, Renner (83./Andrade) – Gruber, Eggestein, Balic (62./Goiginger)

Gelbe Karten: Rotter bzw. Trauner, Holland

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg