Erstes Relegationsduell in Graz endet torlos

reli1gakthumbDamit sind die Chancen des TSV Lopocasport Hartberg auf einen Verbleib in der Heute für Morgen Erste Liga weiterhin offen…

Vorhang auf für den ersten Akt im steirischen Relegationsderby zwischen dem TSV Lopocasport Hartberg und dem GAK. Seit der Lizenzverweigerung des LASK wird in den Medien viel über das Spiel der großen Emotionen geschrieben. Natürlich erinnert man sich gern zurück an das Jahr 2009 als unsere Burschen dem SAK eine 6:0-Packung gaben und somit aufgrund der um zwei Tore besseren Tordifferenz gegenüber den Grazern den Aufstieg in die Erste Liga schafften. Inzwischen schaffte man zweimal den Klassenerhalt, ehe es heuer sportlich nicht geschafft wurde. Aber aufgrund der Lizenzverweigerung beim Linzer ASK bekam man die Chance doch noch die nächste Saison Bundesliga spielen zu dürfen. Für dieses Unterfangen muss man aber im brisanten Duell gegen den GAK bestehen. Die Grazer wurden souverän Meister und trafen im ersten Spiel zu Hause vor toller Kulisse (14.600 Zuschauer) in der UPC-Arena auf die Blau-Weißen aus Hartberg. In den letzten zwei Auswärtsspielen in der Meisterschaft (4:1 beim WAC und 3:0 beim FC Lustenau) lief es ja besonders gut, deswegen wollte man den Schwung mitnehmen, um auch bei den Grazer Athletikern erfolgreich zu sein. Hartberg-Coach Walter Hörmann schickte folgende Elf in das Spiel in Graz: Rindler – Kozissnik, Tauschmann, Miljatovic, Strobl – Rakowitz, Prietl, Huber, Ismaili – Adilovic – Mössner.

In den ersten 45 Minuten neutralisierten sich beide Mannschaften. Das einzige was auffiel war, dass Trainer Walter Hörmann unsere Burschen sehr gut eingestellt hat und ihnen ein gutes Konzept mit auf die Reise gab. Hartberg von der ersten Sekunde weg eng am Mann und die Abwehr rund um Abwehrschef Miljatovic stand felsenfest und ließ den GAK anlaufen. Nur einmal konnte sich Murg durchsetzten und kam im Strafraum zu Fall, aber für SR Grobelnik war klar – Schwalbe und Gelb für den jungen Angreifer der Rotjacken. Gegen Ende der ersten Hälfte kam Tauschmann zu einem Kopfball, der aber nicht den Weg ins Gehäuse fand. Gleich nach Wiederbeginn ging es rund in Graz-Liebenau. Nachdem Rauter im Strafraum gefallen ist (SR Grobelnik ließ weiterlaufen), schoss Berger den Ball ins Tor, das jedoch wegen Abseits aberkannt wurde. Danach war bei den Grazern das Feuer draußen und sie konnten nach vorne nicht mehr zusetzen. Die Hartberger übernahmen das Spiel und drückten regelrecht auf die Führung. Schöne Einzelaktionen von Rakowitz und Ismaili blieben unbelohnt. 72. Minute: Bei einem abgefälschten Fernschuss von Ismaili konnte sich Pösendorfer auszeichnen. Bei einer guten Aktion von Rakowitz fehlte das Glück – der Pinkafelder schob den Ball am langen Eck vorbei (’82).

Ismaili und Prietl waren das Um und Auf im Hartberger Spiel: Vait Ismaili mit seinen guten Einzelaktionen und Manuel Prietl, der uns leider Richtung Mattersburg verlassen wird, der mit viel Laufarbeit in der Defensive kaum zu überwinden war und offensiv stets versuchte sich kreativ einzuschalten. Letzterer musste in der 93. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Eine unerklärliche Entscheidung, denn ein Foulspiel war weit und breit nicht zu sehen! Somit fehlt Prietl im Rückspiel am Freitag, aber mit einer engagierten und ambitionierten Leistung können wir den Verbleib in der Ersten Liga schaffen. Die Chancen bleiben bei 50:50.

Stimmen zum Spiel:

Hartberg-Trainer Walter Hörmann: „Ich bin nicht ganz zufrieden, in der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt. Einige hatten keinen guten Tag, das darf in der Relegation nicht passieren. Wir spielen jetzt zu Hause, es werden aber wieder sehr viele GAK-Fans sein. Man wird am Freitag sehen, wer die besseren Nerven hat, Manuel Prietl wird uns sehr fehlen. Das ist für uns ein großer Verlust, aber da werden andere Spieler einspringen – es wäre aber keine Gelb/Rote Karte gewesen meiner Meinung nach. Relegation an sich ist nicht schlecht, aber ein Meister sollte nicht Relegation spielen, eher der Zweite gegen den Vorletzten. Der GAK ist überlegen Meister geworden und hätte direkt aufsteigen müssen.“

Vait Ismaili: „Wir haben GAK genauso erwartet. Nach der Pause ist ihnen ein wenig die Luft ausgegangen, da hat man gesehen, dass wir Erste Liga spielen und sie halt Regionalliga. Es wird sicher am Freitag wieder ein tolles Spiel. Die lange Ungewissheit war kein Problem, wir sind alle Profis und der Trainer hat uns toll eingestellt. Vor so einer Kulisse haben wir in der Ersten Liga nie gespielt. Auch wenn es GAK-Fans waren, war es für uns ein tolles Erlebnis.“


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