Fehlentscheidung kostet Punkte in Mattersburg!


Kein Auftakt nach Maß, obwohl man zwischendurch dem Sieg sehr nahe war…


Mattersburg war zu Beginn deutlich druckvoller, offensiver und engagierter. Die Hausherren hatten auch die ersten Tormöglichkeiten, die beste durch Salamon, der aus kurzer Distanz per Kopf scheiterte. Rene Swete konnte einen starken Halper-Weitschuss (der von einem Ballverlust von Heil profitierte) nur kurz abwehren, der Ball landete bei Ex-Hartberger Patrick Bürger, der Stürmerkollege Schimandl bediente. Der 20-Jährige musste nur noch zur Führung einschieben (28.). Unsere Mannschaft versuchte immer wieder über rechts Druck auszuüben. Kurz vor dem SVM-Treffer feuerte Andi Lienhart – nach Flanke von Rakowitz – einen Schuss ab, der am langen Eck vorbeiging. Eine nicht zufriedenstellende erste Spielhälfte. Zu komplizierte Spielzüge, zu wenig Mut und zu selten Tiefgang in der Offensive.

Mit Durchgang eins war TSV-Cheftrainer Markus Schopp ganz und gar nicht zufrieden. Deswegen brachte er Lukas Ried ins Spiel und wenig später auch David Cancola. Die Leistung war in den zweiten 45 Minuten sehr ansprechend, auch weil taktische Veränderungen vorgenommen wurden. Plötzlich war energisch, zweikampfstark und präsent. Einen Schuss von Rajko Rep parierte Kuster gerade noch über die Latte (55.). Nach einer guten Stunde gelang unseren Blau-Weißen der Ausgleich. Durch einen Kainz-Eckball traf Andreas Lienhart per Kopf am kurzen Eck zum Ausgleich. Man hatte das Gefühl, das Momentum kann kippen. Der TSV in dieser Phase die bessere Mannschaft, zwei Minuten später vergab Rajko Rep eine 100%-Chance. Der Slowene stürmte alleine auf Kuster, zirkelte das Leder hauchdünn am langen Eck vorbei. Das sollte sich rächen. Zuerst köpfelte Jano den Ball an das Aluminium und in der 68. Minute entschied SR Schüttengruber nach einem Zweikampf zwischen Pusic und Swete überraschend auf Elfmeter. Der TSV-Schlussmann war zuerst am Ball, Pusic lief in Swete hinein, wenn war es ein Foul an Swete, aber auf keinen Fall ein Strafstoß. Klare Fehlentscheidung. Der „Gefoulte“ trat selbst an und verwertete. Richtig bitter, da es die beste Phase unserer Mannschaft war und Huber & Co. drauf und dran waren, das Spiel komplett zu drehen. Lukas Ried hatte in der Folge die Chance auf den Ausgleich, verzog aber am langen Eck, in der Mitte wäre Dario Tadic freistehend mitgelaufen. Einige weitere Offensivaktionen und Standards blieben unbelohnt. Kurz vor Ende auch Elferalarm im Mattersburg-Strafraum. Rakowitz wird am Leiberl gezupft, kein Pfiff…

Nach 94 Minuten beendete SR Schüttenruber die Begegnung. Nach einer ruhigen ersten Halbzeit folgte ein unterhaltsamer zweiter Durchgang. Nach dem Ausgleich war für Rajko Rep die Riesenmöglichkeit da, die muss einfach sitzen. In der besten Phase unserer Mannschaft machte plötzlich der Schiedsrichter einen Strich durch die Rechnung. Nach der neuerlichen Mattersburg-Führung sollte wollte der neuerliche Ausgleich nicht mehr gelingen. Schade! Ein riesengroßes Dankeschön gilt auf jeden Fall den vielen mitgereisten Fans, die mit unserem Fanklub tolle Stimmung machten und 90 Minuten die Mannschaft nach vorne peitschten.


Eine Zusammenfassung vom Spiel gibt es hier: SVM-HTB-Highlights


Stimmen zum Spiel:
TSV-Trainer Markus Schopp: „Wir waren nicht die bessere Mannschaft, trotzdem waren wir in der zweiten Halbzeit dem Sieg näher. In der ersten Halbzeit war das zu wenig von uns, wir waren zu umständlich. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir da sind. Die Situation beim Elfmeter können wir nicht diskutieren, es war kein Elfer. Wir können diskutieren über ein Foul am Tormann. Es gibt die Bilder, daher brauche ich nichts dazu sagen.“

TSV-Tormann Rene Swete: „Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht mit einem Elferpfiff. Ich war vorher am Ball, das war kein Foul, die Schiedsrichter sollen ordentlich pfeifen! Rein physikalisch ist es schon nicht möglich, dass es ein Foul war, wenn der Ball wieder in die Gegenrichtung fliegt.

Franz Ponweiser (Mattersburg-Trainer): „Ein Glücksgefühl ist da. Wir wollten aggressiv nach vorne spielen, das ist uns vor allem in der ersten Halbzeit gelungen. Da haben wir viel investiert, in der zweiten Halbzeit hatten wir dadurch einen Einbruch. Das Spiel hätte kippen können. Die Elfersituation ist strittig. Das erste Bundesliga-Spiel war schon etwas Besonderes für mich. Dadurch, dass wir recht gut in die Partie gestartet sind, war es rasch ein Spiel wie jedes andere.“


Tipico Bundesliga 2019/20 1. Runde – 28. Juli 2019

SV Mattersburg 2:1 (1:0) TSV Prolactal Hartberg

Pappelstadion, Mattersburg, 2.800 Zuschauer, SR Schüttengruber (Oberösterreich)

Tore:
1:0 Schimandl (28.)
1:1 Lienhart (62.)
2:1 Pusic (69./Elfmeter)

Mattersburg: Kuster – Höller, Malic, Mahrer, Miesenböck – Erhardt, Kuen – Schimandl (54./Pusic), Salomon, Halper (71./Gruber) – Bürger (67./Jano)

Hartberg: Swete – Lienhart (83./Ostrak), Huber, Obermüller, Rasswalder (59./Cancola) – Klem – Rakowitz, Heil (46./Ried), Kainz, Rep – Tadic

Gelbe Karten: Erhardt bzw. Heil, Swete, Cancola