Fünf Minuten ausschlaggebend – 0:2 gegen Wolfsberg

Eine Partie auf Messers Schneide entwickelte sich in Durchgang zwei zu Gunsten der Kärnten…


Was war das für ein schönes Gefühl und für eine tolle Atmosphäre. Endlich kam wieder Leben in die Hartberger Profertil Arena. Knapp 1.500 Besucher sorgten für tolle Stimmung und peitschten unsere Mannschaft nach vorne. Bei Rotter, Kainz & Co. merkte man von Beginn an keine Müdigkeit aufgrund der intensiven und aufregenden Europacup-Premierenwoche. Die Schopp-Truppe hatte die Partie in der ersten Halbzeit im Griff, war sogar die bessere Mannschaft. Bei einer Offensivaktion von Sturm konnte Rnic im letzten Moment noch retten (7.). Auf der Gegenseite war Rene Swete bei einem Liendl-Schuss zur Stelle (18.). Neo-WAC-Stürmer Vizinger scheiterte wenige Minuten später mit dem Drehschuss ebenfalls am TSV-Kapitän. Eine gute halbe Stunde war gespielt, die TSV-Offensivaktionen häuften sich. Immer wieder war Lukas Ried beteiligt. Einmal störte Baumgartner entscheidend, das zweite Mal hob der Linienrichter wegen Abseits die Fahne. Aus den vielen aussichtsreichen Aktionen schauten leider nicht viele nennenswerte Tormöglichkeiten heraus, da die letzte Entschlossenheit und der finale Pass fehlten. So ging es torlos in die Kabinen.

Die Gäste aus Kärnten erwischten den besseren Start in Durchgang zwei, der mit der Führung belohnt wurde. Matthäus Taferner traf sehenswert von der Strafraumgrenze in das Eck. Fünf Minuten später setzte Liendl Kollege Vizinger in Szene, der schön mit dem Kopf über Swete hinweg traf. Starke Aktion, schöner Treffer der Gäste. Plötzlich stand es 0:2. Kalte Duschen binnen weniger Minuten für den TSV. In den folgenden Augenblicken stand Rohdiamant Samson Tijani im Mittelpunkt. Zuerst schrammte ein Distanzschuss (63.) knapp über das Tor. Rund zwanzig Minuten vor Ende sah die Salzburg-Leihgabe die Gelb-Rote Karte. Bitter, da die erste gelbe Karte sehr fragwürdig war. Unsere Hartberger kämpften, gaben nicht auf und versuchten auch mit frischen Kräften wie Ertlthaler und Gabbichler zum Erfolg  zu kommen. Vergebens. Auf der Gegenseite scheiterte der pfeilschnelle Dieng am – mit einer Fußabwehr – stark reagierenden Swete.

Am Ende heißt es weiter warten auf den ersten Heimsieg im Kalenderjahr 2020. Leider hat es auch zu keinem Punkt gereicht. In diesem Spiel wäre auf jeden Fall mehr drinnen gewesen. Beide Mannschaften waren gut im Spiel. Die Effektivität, die im Frühjahr uns stark machte, fehlt noch. Nach dem Auftaktremis in Altach setzte es die erste Saisonniederlage in der Liga. Es geht Schlag auf Schlag. Am Wochenende kommt es in Hartberg zum Steiermark-Derby mit Sturm Graz (14:30 Uhr).


Die Pressekonferenz mit Markus Schopp findet ihr hier: #HTBWAC-Pressekonferenz

Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #HTBWAC-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Ich bin richtig enttäuscht. Es wäre sehr viel mehr drinnen gewesen. Wir haben bis zur 55. Minute alles unter Kontrolle gehabt und hätten auch ein Tor machen können oder vielleicht sogar müssen. Dann haben wir uns in fünf Minuten um die Früchte unser Arbeit gebracht. Die Gegentore hätten in der Entstehung unterbunden werden müssen. Da muss man einfach etwas aggressiver zur Sache gehen, um das zu verhindern. Ich bin sehr zufrieden mit der Kreativität, aber von der Effektivität muss eine Verbesserung her. Ich bin auch verärgert über den Ausschluss, denn die erste gelbe Karte für Tijani war ein Skandal, das war nicht einmal ein Foul.“

Ferdinand Feldhofer (WAC-Trainer): „Wir waren ein bisschen unter Druck nach der Auftaktniederlage. Es ist erfreulich, dass wir vom Start weg gut ins Spiel gekommen sind. Ich glaube, wir hatten das Spiel unter Kontrolle. Nach der Pause haben wir den Matchplan ein bisschen verändert, sind höher gestanden und haben versucht, früher zu attackieren. Man hat gemerkt, das hat den Hartbergern wehgetan. Dennoch denke ich, dass mit Hartberg in dieser Saison bestimmt noch zu rechnen sein wird. Bei uns herrscht eine extrem gute Stimmung in der Mannschaft, der Konkurrenzkampf ist stark.“

TSV-Kapitän Rene Swete: “Ich glaube, es war ein klassisches 0:0-Spiel. Wer das erste Tor macht, in diese Richtung kippt dann das Spiel. Wir machen es über einen Großteil des Matches relativ gut, aber haben Phasen, wo es nicht gut genug ist. Jetzt stehen wir da wie am Donnerstag in Polen, das Spiel war in Ordnung, aber wir haben nichts mitgenommen. Es muss eine Entwicklung stattfinden.” 


Tipico Bundesliga 2020/21  – 02. Runde, Sonntag, 20. September 2020

TSV Prolactal Hartberg 0:2 (0:1) RZ Pellets WAC

Profertil Arena – Hartberg, 1.432 Zuschauer, SR Spurny (Wien)

Torfolge:
0:1 Taferner (55.)
0:2 Vizinger (60.)

Hartberg: Swete – Lienhart (56./Gölles), Rotter, Luckeneder, Klem – Tijani, Kainz (81./Yoda) – Sturm (63./Gabbichler), Ried (63./Ertlthaler), Heil – Tadic (56./Rep)

WAC: Kuttin – Novak, D. Baumgartner, Rnic, Scherzer – Taferner (62./Wernitznig), Leitgeb, Liendl (83./Peretz), Sprangler – Vizinger (67./Schmerböck), Joveljic (46./Dieng)

Gelb-Rote Karte: Tijani (72.)

Gelbe Karte: Novak

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg