Giftig, eiskalt und clever – 2:1-Auswärtssieg beim LASK

Ein Doppelschlag von Seifedin Chabbi und Sascha Horvath brachte die Wende…


Der Gang auswärts zum LASK ist immer ein schwerer. Doch gerade dieser Umstand ist Motivation, eine Sensation oder Überraschung zu schaffen. Im gestrigen Duell mit den Oberösterreichern musste Markus Schopp auf den angeschlagenen Andi Lienhart verzichten, veränderte im dritten Spiel binnen einer Woche ein wenig die Startelf und brachte anstelle von Heil, Rotter, Schmerböck und Tadic mit Christian Klem, Rajko Rep, Seifedin Chabbi und Matija Horvat frische Kräfte von Beginn an. Letzterer feierte sein BL-Startelfdebüt und lieferte dabei eine starke Leistung ab.

Die Hausherren starteten richtig stark in die Partie und jubelten bereits nach wenigen Minuten über die Führung. Balleroberung im Mittelfeld, die Flanke von Ex-Hartberger Reinhold Ranftl verwertete der Linzer Topscorer Johannes Eggestein aus kurzer Distanz (4.). Wieder einmal, wie so oft in dieser Saison, der frühe Rückstand und das „Ende des Matchplans“. Bei dieser Aktion passte nicht viel zusammen, eine Fehlerkette in der Rückwärtsbewegung. In der Folge kontrollierte die Thalhammer-Elf das Geschehen ohne viele Torchancen dabei zu kreieren, die der entscheidende Ballkontakt ungenau war bzw. die TSV-Defensive gut blockte. Nach rund 20 Minuten fanden unsere in orange spielenden Blau-Weißen immer besser ins Spiel. Ein Doppelschlag binnen drei Minuten brachte die vielumjubelte Wende. Bakary Nimaga mit der sehenswerten Vorarbeit, dem Zuckerpass auf unseren Flügelflitzer Florian Flecker, der sich mit Tempo gegen Andrade durchsetzte. Den „Stangler“ zur Mitte verwertete Seifedin Chabbi überragend mit der Ferse. Traumtor! Kurz darauf hatte wieder Flecker (nach schöner Spielverlagerung von Klem) seine Beine im Spiel, ehe ein abgeblockter Rep-Schuss bei Sascha Horvath landete. Der quirlige Flankenkönig feuerte abgebrüht das Leder ins lange Eck. 2:1 Hartberg, Spiel gedreht! Die Partie verlief nun auf Augenhöhe, kurz vor der Pause die Ausgleichschance durch einen Eggestein-Schuss, der aber vom starken Manfred Gollner geblockt wurde. Bis auf eine Goiginger-Chance (die Swete mit einer Fußabwehr stark parierte) am Ende des Spiels ließen unsere Jungs keine nennenswerten Chancen zu und so bliebs beim Trefferverhältnis der ersten Hälfte.

Der TSV Prolactal Hartberg feierte den nächsten 2:1-Auswärtssieg beim LASK, wie auch schon beim Meistergruppenauftakt 2020. Nach der verschlafenen Anfangsphase war die Schopp-Elf ab Minute 20 wie ausgewechselt. Zwei wunderschön herausgespielte Tore, über weite Strecken richtig clever und giftig, dem Gegner mit guter Organisation, Disziplin und Kampfgeist das Leben schwer gemacht und defensiv kompromisslos sehr wenige Chancen zugelassen. Klar hatte der LASK viele Flanken, mehr Ballbesitz und ist in vielen Statistiken vorne. Doch am Ende zählt das Ergebnis und das bringt drei wichtige Punkte im Kampf um die Top-6. Aufgrund dessen kann man den Sieg auch als durchaus verdient einstufen. 10 Punkte in den letzten vier Spielen, in 5 der letzten 6 Auswärtsspiele gepunktet. Die Richtung stimmt! Der Kampf um die Meistergruppe ist nun wieder voll entbrannt, der TSV schiebt sich an Tirol heran, punktegleich! Drei Runden sind noch ausständig, am Samstag kommt die formstarke Admira nach Hartberg. #forzatsv #nevergiveup


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #ASKHTB-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Es freut mich, dass wir die drei Punkte gemacht haben bei einem extrem starken Gegner. Wir haben es in den ersten zehn bis 15 Minuten verabsäumt, Intensität auch von unserer Seite dem Gegner zu geben. Wir hatten unglaublich dumme Ballverluste und deswegen ist das 0:1 entstanden. Wir wurden bestraft für etwas, was wir schon gewusst haben. Wir waren nachher im Spiel, haben die zwei Situationen grandios ausgespielt und haben das über die Runden gerettet. Dass der Gegner alles investiert, um dann noch den Ausgleich zu schießen, war klar. Wir haben das brav verteidigt. Wir waren heute sehr effizient. Wir haben in dieser Saison schon viele Spiele gehabt, wo wir uns nicht belohnt haben. Jetzt kommt da ein bisschen was zurück.“

Dominik Thalhammer (LASK-Trainer): „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, haben die Führung erzielt und hätten auch 2:0 in Führung gehen können. Wir haben dem Gegner dann aber zwei Situationen ermöglicht, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen. Hartberg hat aus zwei Flanken zwei Tore gemacht, wir haben aus 26 Flanken kein Tor gemacht. Das ist eine sehr bittere Heimniederlage. Der große Unterschied war heute die Effizienz.“

Torschütze Seifedin Chabbi: „Wir sind mittlerweile in der Liga bekannt dafür, dass wir einen 0:1-Rückstand brauchen um aufzudrehen. Man darf nicht vergessen, dass wir eine Mannschaft sind, die drei Spiele in der Woche hatte. Ich bin stolz auf die Mannschaft, weil die hat heute alles gegeben. Für uns ist das Maximum sicher, auf den sechsten Platz zu kommen. Wir wissen, dass wir das absolut hinbekommen können.“

Siegtorschütze Sascha Horvath: „Wir haben zwei Schüsse gehabt in der ersten Halbzeit und beide reingehaut. Wir wussten, es wird extrem schwierig gegen den LASK, weil der LASK eine der absoluten Top-Teams in Österreich ist. Aber wir haben die Chancen hineingehaut und somit sind wir der Sieger heute. Wir sind Hartberg und müssen das machen. Wenn wir schnell spielen, sehen wir, was für eine Qualität wir haben. Wir kämpfen und so ein Sieg ist extrem schön. Heute hat man gesehen, welchen Teamgeist die Mannschaft hat. Jeder steht hinter jedem und pusht sich die ganze Zeit. Von der Ersatzbank wurde hineingerufen: ‚Kämpfen, kämpfen, kämpfen!’ Das ist sehr schön.“


Tipico Bundesliga 2020/21  – 19. Runde, Samstag, 27. Februar 2021

LASK 1:2 (1:2) TSV Prolactal Hartberg

Raiffeisen Arena – Pasching, SR Ouschan (Vorarlberg)

Torfolge:

1:0 (4.) Eggestein
1:1 (23.) Chabbi
1:2 (26.) Horvath

LASK: Schlager – Wiesinger, Holland, Andrade – Ranftl, Grgic, Madsen, Renner (58./Potzmann) – Goiginger, Eggestein, Balic (75./Reiter)

Hartberg: Swete – Kainz, Gollner, Luckeneder, Klem (83./Rotter) – Horvat, Nimaga – Flecker (72./Ertlthaler), Rep (77./Ried), Horvath (72./Heil) – Chabbi (72./Tadic)

Gelbe Karten: Ranftl bzw. Rep, Nimaga

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg