Grandioses Jahr 2019 im Rückblick

Das Kalenderjahr 2019  wird – wie 2018 – wirklich jedem in der TSV-Familie für immer in Erinnerung bleiben. Wir blicken noch einmal auf die vielen, großartigen Momente im ausführlichen Jahresrückblick zurück. Ein weiteres Jahr in dem blau-weiße Geschichte geschrieben wurde.


Vom Bundesliga-Klassenerhalt bis zum erneuten Sensationsherbst

Das Frühjahr. Das erste Pflichtspiel 2019 war ein absolutes Highlight. Cup-Viertelfinale in Wien-Hütteldorf gegen Rapid. Für Verein, Mannschaft und Fans ein absolutes Erlebnis. Über 1.000 TSV-Anhänger im Gästesektor, darunter reiste mehr als die Hälfte mit einem ÖBB-Sonderzug an. Unvergesslich. Mit der 2:5-Niederlage war im Pokal aber Endstation. In den vier verbleibenden Spielen holte man drei Remis (St. Pölten, WAC, Rapid) und verpasste somit den Sprung in die Meistergruppe knapp. Was folgte, war ein beinharter Kampf in der Qualifikationsgruppe. Fünf Niederlagen am Stück – alle Hinrundenspiele verloren. Der TSV befand sich mitten im Abstiegsstrudel. Ende April endlich ein Befreiungsschlag und gleichzeitig eine weitere Sternstunde! Der 4:3-Auswärtssieg bei Rapid Wien, ein Spiel in dem alle Beteiligten und Verantwortlichen sicherlich Nerven lassen mussten. Der Sieg gab Selbstvertrauen für das von den Medien gepushte (Vor-)Entscheidungsspiel in Innsbruck. Ein Fußball-Leckerbissen war nicht zu sehen, Abstiegskampf pur. Ein Ausgeglichenes Spiel in dem Wacker einmal traf, Hartberg nicht. Drei Runden vor Schluss hatten unsere Blau-Weißen die rote Laterne. Doch in der Oststeiermark blieben Verantwortliche, Spieler und Trainer ruhig. Man arbeitete hart weiter und das Motto „nevergiveup“ hatte selten so eine Bedeutung bekommen wie jetzt. Mit dem Heimsieg gegen Lieblingsgegner 2018/2019 Mattersburg schickte man die rote Laterne retour in den Westen. Vorletzte Runde, drei Teams binnen zwei Punkte. Admira fixierte mit dem Sieg gegen Innsbruck im direkten Duell den Klassenerhalt. Die gute Leistung in der zweiten Hälfte im Ländle war für unsere Hartberger aber vorerst zu wenig. 1:3 gegen Altach. Somit kam es zum Showdown am 25. Mai 2019. Die Ausgangslage war klar: Wir haben es in eigener Hand. Mit einem Sieg gegen die Admira ist das Ergebnis von Innsbruck egal. Der Erfolg von Innsbruck gegen Mattersburg war absehbar, da die Burgenländer auf Grund des folgenden Playoffs mit einer B-Elf nach Innsbruck reisten. Schon nach wenigen Minuten war auch klar, die 3 Punkte für Innsbruck sind fix. Durch die frühe 2:0 Führung der Tiroler, stieg der Druck auf unseren TSV. Doch ausgerechnet Dario Tadic, der TSV-Bomber der letzten Jahre, der keine leichte Saison hatte, traf per Doppelpack. Unbändiger Wille, Einsatz und Leidenschaft waren von der ersten Minute zu spüren. Die Unterstützung der Fans im Stadion war sensationell und ein enorm wichtiger Baustein an diesem Tag. Mit dem 3:1-Heimsieg vor 4.ooo lautstarken Fans war der Ligaverbleib perfekt! Die Party à la Hartberg folgte. Jubel, Trubel, Heiterkeit in der Profertil Arena. Spieler, Betreuer, Funktionäre und Fans lagen sich in den Armen, feierten und jubelten bis in die Morgenstunden. Musikalische Einlagen mit „Steiermoak“, „Oh wie ist das schön“, „Wunder geschehen“ durften neben „Hartberg ist der geilste Klub der Welt“ nicht fehlen. Somit wurde eine grandiose Bundesliga-Premierensaison mit dem Klassenerhalt gekrönt. Mit den mit geringsten Mitteln aller Bundesligateams, vor der Saison als Fixabsteiger und Schießbude abgestempelt, wurde der Traum vom Klassenerhalt wirklichkeit. Aufgrund des Leistungshängers zu Beginn der Qualigruppe musste ein Letztrunden-Showdown her. Ende gut, alles gut – Das Ziel, der sensationelle Ligaverbleib war geschafft. Die harte Arbeit hunderter freiwilliger Helfer, der unbändige Wille und Einsatz von Mannschaft und Trainerteam machten sich bezahlt. Ein weiterer Beweis des Zusammenhalts hier in der Oststeiermark!

Die Sommervorbereitung. Aufgrund des Klassenerhalts in der letzten Runde konnte Sportchef Erich Korherr während der Saison keine Planungen anstellen. Es folgte ein Mammutsommer. 13 Abgänge, darunter die Offensivstützen Florian Flecker und Zakaria Sanogo. Der erste Meilenstein und wichtige Baustein für die neue Saison war die Vertragsverlängerung mit dem Trainerteam (das mit Danijel Zenkovic erweitert wurde) rund um Markus Schopp. Mit der Anschaffung der Trecking-Westen setzte man auch einen weiteren Schritt in Richtung mehr Professionalität. Korherr/Schopp bewiesen bei der Kaderzusammenstellung einmal mehr ein goldenes Händchen. Mit Dossou, Lienhart, Luckeneder, Klem und Nimaga wurden absolute Leistungsträger verpflichtet. Zudem wurde Stefan Rakowitz „heimgeholt“, Lukas Ried von den Amateuren hochgezogen und mit Lukas Gabbichler ein Talent aus der Region geholt. Das Trainerteam schaffte es erneute aus einer quasi neuen Mannschaft eine homogene, funktionierende Truppe zu formen!

Der Herbst. Genauso stellt man sich den Saisonauftakt nicht vor. Dem bitteren Cup-Aus nach Elfmeterschießen bei Wiener Viktoria folgte die 1:2-Niederlage in Mattersburg. Spielentscheidend war hierbei aber ein Fehlpfiff des Schiedsrichters, der dem Gegner mitten in einer TSV-Druckphase den Siegtreffer schenkte. Bittere Pillen im Juli. Doch erneut blieb man im Verein ruhig, arbeitete hart weiter und nicht zuletzt deshalb sollte der August der TSV-Supermonat werden. Dem 4:1-Kantersieg zuhause gegen die Admira folgte vor einem restlos ausverkauftem Haus der 1:0-Heimsieg im Steirer-Derby gegen Sturm. Somit sind unsere Blau-Weißen in Heimspielen gegen die „Schwoazen“ ungeschlagen (2:0, 1:0). Ein absoluter Meilenstein! Kurios war die nächste Partie in Altach. Zur Halbzeit führte der TSV mit 3:0! (Tadic-Hattrick). Am Ende musste man mit einem Zähler zufrieden sein, in der Schlussminute vergab Rep die Großchance auf den Sieg. Vor der ersten Länderspielpause besiegten wir St. Pölten mit 3:1. Rakowitz erzielte dabei einen Doppelpack. Der Gegentreffer resultierte erneut aus einem Elfergeschenk. Am 14. September forderte man Champions League Teilnehmer Salzburg gehörig. In Abwesenheit von Dario Tadic (der aufgrund der Geburt seines Sohnes Theo aus dem Hotel in der Nacht abreiste) kämpften sich Huber, Dossou & Co. zweimal zurück in die Partie, riskierten am Ende zu viel und so setzte es ein 2:7. Gute Leistungen den folgenden Heimspielen gegen die Europa League-Teilnehmer WAC und LASK blieben unbelohnt und es setzte die einzigen Heimniederlagen. Ende September hieß das Duell wieder Rapid gegen Hartberg. Ein wahres Spektakel. Zweimal lag der TSV in Führung, in der letzten Sekunde (90. + 5) rettete Schwab den Grün-Weißen einen Punkt. Das 3:3 ist natürlich ein toller Erfolg, doch wie in Altach war man so knapp dran an einer weiteren Sternstunde. Aber wenn eine Mannschaft wie Rapid nach einem Heimremis von den Fans gefeiert wird, dann weiß man, was man sich in Hartberg erarbeitet hat. Auch im „goldenen Herbst“ stimmte die Performance. Das Schnittspiel in Tirol wurde mit 1:0 gewonnen und nach dem Wechsel-Derby Heimsieg gegen Mattersburg am Nationalfeiertag folgte eines der vermutlich kuriosesten Spiele der Bundesliga-Geschichte. In der Südstadt gegen die Admira brachte Tadic den TSV in Unterzahl mittels Traumtor in Führung. Eine Viertelstunde vor Ende sah Rene Swete binnen einer Minute sehr fragwürdig zweimal Gelb und musste vom Feld. Problem: Der TSV hatte bereits alle drei Wechsel vollzogen. Rajko Rep schnappte sich Tormannhandschuhe und Trikot und warf sich im Stile von Jan Oblak in die Schlacht. Belohnung: 3 Punkte und der nächste Sieg und das mit 9-Mann am Spielfeld und einem Feldspieler im Tor. Chapeau! In einem tollen Derby in Graz war man mindestens ebenbürtig, musste sich aber vor toller Kulisse 3:1 geschlagen geben. Beim 2:1-Heimsieg gegen Altach lief das Werk’l erst in Unterzahl und unsere Jungs drehten die Partie. Den einzigen richtigen Ausrutscher gab es in Wien-Favoriten Ende November. 0:5-Pleite gegen die Austria mit Ex-TSV-Coach Christian Ilzer. Doch es blieb bei einer Eintagsfliege. Dem wichtigen, erkämpften Heimsieg gegen St. Pölten folgte das nächste Highlight gegen Meister und Champions League Starter Salzburg. Durch Tore von Rajko Rep und Dario Tadic gelang zweimal die Führung, doch Patson Daka erzielte fünf Minuten vor Schluss den Ausgleich und beendete die Siegesträume. Doch es überwog die Freude über ein Wahnsinnsremis und ein mehr als gelungener Abschluss der Herbstsaison. Der TSV Prolactal Hartberg spielte eine überragende Herbstsaison. Richtig starke 18 Runden wo vielleicht sogar mehr möglich gewesen wäre. Die Mannschaft wirkte abgebrühter und abgeklärter als im ersten Bundesliga-Jahr. Neben den Leistungsträgern kämpften sich mit Saisonverlauf zwei junge Spieler aus der Region in die Startelf. Jürgen Heil und Lukas Ried. Rep, Tadic & Co. lieferten wieder einige Spektakel ab und verschafften sich in einem rundum zufriedenstellenden Herbst eine super Ausgangsposition für 2020. 

Die Statistiken. Der TSV Prolactal Hartberg beendete die Herbstsaison 2019 auf Rang sechs. Großartig und weit über dem, was zu erwarten war im schwierigen zweiten Bundesliga-Jahr. 8 Siege, vier Remis und nur 6 Niederlagen bringen der Schopp-Truppe 28 Punkte (fünf Zähler mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison) ein und somit über den ominösen Strich. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf die große Wiener Austria, die man im Frühjahr in den letzten vier Runden des Grunddurchgangs trotz einer harten und schweren Auslosung (Wac, Rapid, Lask) verteidigen möchte. Doch ausruhen gibt es nicht, abgerechnet wird nach 22 Runden. Danach will der TSV das Saisonziel – Klassenerhalt – fixiert haben. Beeindruckend war, dass die Mannschaft immer wieder den spielerischen Weg suchte, um zum Erfolg zu kommen. Spiele mit Hartberg Beteiligung sind immer eine Garantie für Tore, Emotionen und Kuriositäten. 33 Treffer und 37 Gegentreffer in den 18 Runden. Die Offensivabteilung war einmal mehr geprägt von Dario Tadic und Rajko Rep. Unser Bomber hat bereits 150 Einsätze für den TSV zu Buche stehen, erzielte im Herbst 11 Volltreffer und liegt in der Torschützenliste auf Platz fünf. Stark! Zudem ist Tadic der effizienteste Stürmer der Liga. Unser „Teambärli“ brauchte nur drei Schüsse für ein Tor (knapp besser als die Salzburg-Granden Haaland und Daka). Unser Spielmacher Rajko Rep erzielte fünf Treffer und steuerte drei Assists bei. Interessantes Detail: Rep ist ein Heimspielkönig. 10 seiner letzten 11 Treffer erzielte der slowenische Teamspieler in Heimspielen. Die Offensivabteilung wurde im Sommer verstärkt mit Dossou und Rakowitz, die 8 bzw. 6 Scorerpunkte beisteuerten. Die meisten Hartberger-Assists lieferte Linksverteidiger Christian Klem (5). Der Österreicher-Anteil beim TSV (nach Einsatzminuten) liegt bei 78,1%, Platz fünf in dieser Wertung. Der TSV kassierte 24% der Gegentore vor der Halbzeitpause – der geringste Anteil. 55% der Schüsse brachte die TSV-Offensive auf das Tor – höchste Anteil der Liga. Dario Tadic erzielte beim Auswärtsspiel in Altach 3 Tore. Es war der bislang erste und einzige Triplepack eines TSV-Spielers in der Bundesliga. Unsere #24 erzielte zudem die meisten Weitschusstreffer (3). Felix Luckeneder und Thomas Rotter gaben jeweils nur einen Torschuss ab, erzielten aber dabei einen Treffer, 100% Quote. Rajko Rep gab nach Weissman, Monschein, Haaland und Fountas die meisten Schüsse (50) ab. Michael Huber stand als einziger TSV-Akteur jede Minute (1.620) im Herbst am Feld. Rene Swete hat die drittmeisten Saves zu Buche stehen. Unsere Hartberger mussten die meisten Ausschlüsse (5: Luckeneder, Cancola, Rasswalder, Swete, Nimaga) hinnehmen. David Cancola (6) bekam die drittmeisten gelben Karten in der Liga, gewann aber auch die meisten Zweikämpfe aller TSV-Spieler. Die Schiedsrichter zeigten zudem 43x Gelb. 3.319 Zuseher waren im Schnitt (ein ausverkauftes Spiel gegen Sturm Graz) bei den Heimspielen. Die Profertil Arena Hartberg wurde zur Festung. Fünf Siege, zwei Unentschieden und nur zwei Niederlagen (gegen die Europa League Starter WAC und LASK) machen den TSV hinter den Salzburger Bullen zur zweitbesten Heimmannschaft der Liga.

Danke. Zum Jahresende gilt es einmal mehr DANKE zu sagen. Herzlichen Dank an alle, die diese Erfolgsstory und diesen Bundesliga-Hype in Hartberg weiterleben lassen und möglich machen: Dem Land Steiermark vor allem LH Hermann Schützenhöfer, der Stadtgemeinde Hartberg, Bürgermeister Ing. Marcus Martschitsch, allen Sponsoren, Obmann und Sportdirektor Erich Korherr mit seinem Vorstand, Präsidentin Brigitte Annerl, allen Funktionären, Mitarbeitern und freiwilligen Helfern, die unzählige Stunden für den TSV investieren und last but not least allen Spielern und Trainern. Der größte Dank aber gilt unseren treuen und tollen TSV-Fans. Ihr habt über das ganze Jahr hinweg – sowohl in Heim- wie auch in Auswärtsspielen – für großartige Stimmung gesorgt und die Euphorie nach außen getragen. Wir sind stolz auf ALLE und haben ein gemeinsames Ziel: Das Hartberger-Fußballmärchen soll 2020 fortgesetzt werden! DANKE!

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Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg