HALBFINALE! Sensationeller Auswärtssieg in Hütteldorf!

Der TSV Egger Glas Hartberg gewinnt das UNIQA ÖFB Cup Viertelfinalspiel beim SK Rapid Wien mit 1:2 und steht damit zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte im Halbfinale. Der Finaltraum lebt! Eine über weite Strecken sehr starke, mutige und engagierte Leistung in allen Belangen (spielerisch, kämpferisch, leidenschaftlich) wurde belohnt. Der Jubel und die Erleichterung nach schwierigen Wochen war riesengroß!


Die Vorbereitung war alles andere als ideal. Viele Coronafälle, kein Testspiel in Bestbesetzung und viele Trainingsaussetzung in der wichtigsten Phase der Vorbereitung. Beim Pflichtspielstart mussten satte zehn Spieler passen. In der Anfangsphase merkte man die erwähnten Umstände auch, der SK Rapid war klar spielbestimmend und dominant. Nach sieben Minuten gingen die Grün-Weißen auch verdient in Führung. Der stärkste Rapidler Marco Grüll behauptete das Spielgerät, über Kitagawa landete der Ball bei Knasmüllner, der via Außenristschlenzer mit einem echten Kunstschuss ins lange Eck zum 1:0 traf. Die Hausherren blieben am Drücker, ein Grüll-Schuss konnte von TSV-Keeper Florian Faist (der zuletzt im November 2019 im Hartberger Tor stand) entschärft werden, Aiwu setzte einen Kopfball drüber. In den ersten 20 Minuten war der TSV noch nicht ganz im Spiel. Doch dann konnten Rotter, Kainz & Co. den Schalter umlegen und kamen von Minute zu Minute immer besser ins Spiel. In der 23. Minute der Ausgleich! Aiwu machte einen Stoppfehler im eigenen Strafraum (nachdem die TSV-Offensive gut presste), Jürgen Heil schaltete blitzschnell und erkannte die Situation, grätschte dazwischen und schon zappelte der Ball im Netz. In der Folge hatte die Russ-Elf klar mehr von der Partie, die zu kippen begann. Ein guter Farkas-Schuss wurde zur Ecke geblockt, Sturm zögerte aus aussichtsreicher Position zu lange, doch Cupfighter aus der Oststeiermark näherten sich weiter an. Es folgten heiße fünf Minuten vor dem Pausentee. Elfmeteralarm! Stojkovic mit dem hohen Beim gegen Thomas Rotter. SR Jäger entschied auf Strafstoß, sah sich die Aktion nach Zuruf des VAR noch einmal an und revidierte seine Entscheidung. Donis Avdijaj war bereits im „Geistestunnel“, versenkte beim Pfiff den Elfer souverän. Der Pfiff war aber nur die Info, dass sich SR Jäger zum TV-Bilderstudium an die Outlinie begab. Lustige Geschichte. Ob es eine klare Fehlentscheidung war sei dahingestellt. Schon Minuten zuvor wurde Thomas Rotter beim Kopfballversuch im Strafraum zu Boden gestoßen. Diese Situation wurde aber nicht überprüft. In der zweiten Minute der Nachspielzeit dann aber doch die Führung für den TSV Egger Glas Hartberg. Youba Diarra, der bei seinem Comeback im TSV-Trikot eine überragende Leistung zeigte, erkämpfte sich auf der Mittellinie bärenstark den Ball, zog mit Tempo in den gegnerischen Strafraum und legte mit viel Übersicht ab auf den gut positionierten Philipp Sturm. Der 22-Jährige schob gegen die Laufrichtung von Rapid-Schlussmann Gartler eiskalt ein. Spiel gedreht! Durchaus verdiente Pausenführung.

Auch nach Wiederbeginn änderte sich zunächst nichts. Hartberg druckvoll. Die nächste Chance fand Jürgen Heil vor, dessen Schuss aber kein Problem für den gegnerischen Tormann darstellte. Der TSV ließ wenig anbrennen, stand defensiv gut, auch eine Eckballserie der Rapidler wurde gut überstanden. Erst in der Rapid-Viertelstunde wurde es wieder brenzlig. Grüll mit einem direkten Freistoß aus großer Distanz, Florian Faist zeichnete sich mit einer Glanzparade aus! Defensivmann Velimirovic schwächte nach wiederholtem Foulspiel in der 78. Minute die Feldhofer-Truppe und musste mit Gelb-Rot vom Platz. Rapid warf alles nach vorne, brachte mit Neuzugang Druijf und Rückkehrer Demir nach einer knappen Stunde viel Qualität, in der Schlussphase konnte der Druck nochmals erhöht werden, doch echte Chancen gab es nur noch eine. Den Kopfball von Demir konnte Christian Klem auf der Linie klären. Ansonsten ließ der TSV nichts mehr anbrennen. Nach 94 Minuten beendete SR Jäger die Partie. Riesenjubel im TSV-Lager.

Die Auslosung für das Halbfinale folgt bereits am heutigen Sonntag (06.02.) im Rahmen des ORF-Livespiels ab 16:30 Uhr. Spieltermin für die Runde der letzten Vier ist zwischen 1. und 3. März 2022.


Stimmen zum Spiel:

Kurt Russ (Hartberg-Trainer): „Ich bin überglücklich, meine Mannschaft hat alles gegeben. Dafür, was wir in der Vorbereitung erlebt haben, habe ich einen Riesenstolz auf das Team. Es war auch ein verdienter Sieg. Ab dem Ausgleich waren wir super in der Partie drin und haben es am Ende sehr gut verteidigt. Trotz der vielen Ausfälle haben wir immer an uns geglaubt und dafür sind wir belohnt worden.“

Ferdinand Feldhofer (Rapid-Trainer): „Das war ein absoluter Selbstfaller, natürlich enttäuschend. Wir haben uns durch einen Fehler verunsichern lassen. Vom 1:1 bis zum Doppeltausch haben wir komplett den Zugriff verloren und nicht mehr selbstbewusst agiert. Wenn man das Spiel drittelt, waren das erste und das dritte Drittel sehr gut. Dazwischen haben wir eines ausgelassen. Man darf jetzt nicht den Fehler machen, alles zu verteufeln.“

Jürgen Heil (TSV-Torschütze): „Mit dieser Vorgeschichte die wir hatten hier einen Sieg zu holen ist ein unbeschreibliches Gefühl. Richtig gut, wie wir als Mannschaft agiert haben.“

Philipp Sturm (TSV-Torschütze): „Wir sind schwer in die Partie reingekommen, Rapid war die ersten 15 Minuten sehr stark. Wir sind zu lethargisch aus der Kabine gekommen, haben uns danach aber gefangen und die Tore verdient gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nichts mehr anbrennen lassen.“

Florian Faist (TSV-Tormann): „Wahnsinn! Ich tu‘ mir schwer es in Worte zu fassen, was wir hier geleistet haben. Unbändiger Wille und Leidenschaft ist genau das, was unsere Mannschaft auszeichnet. Es können noch fünf Spieler ausfallen, bei uns haut sich jeder für jeden rein. Das macht diese Mannschaft so geil!“

Thomas Rotter (TSV-Kapitän): „Der Aufstieg ins Halbfinale ist etwas extrem Besonderes. Natürlich ist es immer wieder schön, hier in Wien so eine Leistung zu bringen und zu gewinnen. Für Hartberg und für mich persönlich als Kapitän heute ist das ganz besonders.


UNIQA ÖFB Cup 2021/22 | Viertelfinale | Samstag, 05. Februar 2022

SK Rapid Wien 1:2 (1:2) TSV Egger Glas Hartberg

Allianz Stadion, Wien | 2.000 Zuseher | SR Jäger (Salzburg)

Zusammenfassung: Highlights #SCRHTB

Tore:
1:0 Knasmüllner (7.)
1:1 Heil (23.)
1:2 Sturm (45.+2)

Rapid: Gartler – Stojkovic (86./Schick), Hofmann (38./Velimirovic), Moormann, Auer – Knasmüllner (55./Demir), Aiwu, Kitagawa (86./Arase), Petrovic – Strunz (55./Druijf), Grüll

Hartberg: Faist – Farkas, Steinwender, Rotter, Klem – Sturm (71./Paintsil), Kainz, Diarra, Aydin (79./Tadic) – Avdijaj (91./Erhardt), Heil

Gelb-Rot: Velimirovic (78.)

Gelbe Karten: Kitagawa, Druijf bzw. Heil, Avdijaj, Rotter

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg