Ilzer-Elf erkämpfte sich auf Gurten- „Acker“ einen Punkt!

GURTHTBBei unterirdischen Platzverhältnissen war das gegnerische Tor wie vernagelt…

Der TSV Egger Glas Hartberg musste sich in Gurten mit einem torlosen Remis begnügen. Doch es ist ein gewonnener Punkt, auch wenn man die bessere Mannschaft war, denn viele Teams haben auf dieser Sportanlage noch nicht gewonnen. Es ist bemerkenswert, dass man nach Saison-Halbzeit punktegleich mit BW Linz an der Spitze liegt und den Titelfavoriten ordentlich ärgern kann. Im Innviertel sind Verhältnisse vorzufinden, die einer Regionalliga unwürdig sind. Eine ungemähte Wiese, Laub auf dem Spielfeld, Riesenlöcher auf dem ganzen Platz oder steirisch gesagt ein richtiger „Ruabenacker“, Unebenheiten da wie dort – unwürdig und inakzeptabel. Sehr verwunderlich, dass solche Bedingungen in der dritthöchsten Spielklasse Österreichs erlaubt sind. Zudem befinden sich drei Meter von der Outlinie entfernt Steine, die für jedermann zugängig sind und theoretisch als Wurfgeschoss verwendet werden können. Sicherheitstechnische Vorkehrungen oder Absperrungen sind sowieso nicht zu finden. Eigentlich traurige Erkenntnisse, die auch einmal auf den Tisch gelegt werden müssen. Ein gewisses Niveau wäre in der Regionalliga schon wünschenswert.

Doch kehren wir wieder zum Sportlichen zurück. Unsere Truppe startete mit viel Schwung in die Partie bei den heimstarken Gurtenern. Die ersten 25 Minuten gehörten klar dem Tabellenführer aus der Oststeiermark. Tadic und Gremsl fanden gute Möglichkeiten vor. Unsere Blau-Weißen legten ein aggressives Auftreten an den Tag, waren hellwach und versuchten auch – so gut es auf diesem Untergrund ging – spielerische Akzente zu setzen. Bei einer Cornerserie von sechs Eckbällen in Folge, wollte das Runde einfach nicht ins Eckige. Beim letzten Corner wurde ein Siegl-Schuss gerade noch abgeblockt (’15). Der TSV nahm die Partie von Beginn an in die Hand, zeigte einen Siegeswillen. Die Ilzer-Elf drängte auf den Führungstreffer und hatte immer wieder gefährliche Strafraumszenen vorzuweisen. Gurten konzentrierte sich über weite Strecken des Spiels auf Defensivarbeit. In der 24. Minute Aufreger, der erste: Klares Handspiel im Strafraum von Gurten. SR Bichler übersah das Hands und sprach dem TSV keinen Elfmeter zu. Nach einer halben Stunden die einzige Möglichkeit für die Hausherren. Nach einem weiten Einwurf von Kapitän Feichtinger kam Wimmleitner zum Kopfball, Keeper Christopher Stadler konnte das Spielgerät ohne große Probleme an die Latte lenken. Kurz vor der Pause parierte Gurten-Tormann Berger einen Gremsl-Freistoß. 

Gleiches Bild in Durchgang zwei. Der TSV versuchte alles die tief stehenden Oberösterreicher zu bezwingen. Die Heimmannschaft mit „Kick & Rush“. Erste Chance und somit Aufreger Nummer zwei. Nach einem schönen Spielzug kam Dario Tadic zur Flanke, in der Mitte war Daniel Gremsl zur Stelle konnte aber das Leder nicht im Tor unterbringen, weil einerseits die letzte Entschlossenheit fehlte und andererseits Gremsl gefoult wurde. Wieder kein Elferpfiff (’53). Der TSV Egger Glas Hartberg war am Drücker. Diesmal tankte sich Roko Mislov durch, bei seinem Zuspiel zur Mitte verzettelte man sich aber. Die vielen Standardsituationen blieben leider ungenützt, auch der Freistoß von Gremsl aus 25 Metern zappelte im Fangnetz hinter dem Kasten (’67). Angriffe der Union Gurten waren Mangelware, da die kompakte Defensive des TSV sicher agierte und Julian Tomka, der den verletzten Thomas Schönberger ersetzte, eine starke Leistung ablieferte und sämtliche Schnittbälle, sowie Bälle in die Tiefe mit einem starken Stellungsspiel abfing. In der 80. Minute eine der wenigen Möglichkeiten für Gurten. Ried-Kooperationsspieler Kreuzer mit dem Schuss, der aber über das Gehäuse von Stadler ging. Den Matchball vergab kurz vor Schluss Dario Tadic. Der Goalgetter kam an den Ball, hätte sofort schießen müssen, zögerte aber, der Ball versprang sich und die Chance war vorbei. Somit endete der Hinrunden-Abschuss torlos 0:0. Ein starkes Auftreten unserer Mannschaft mit dem man zufrieden sein kann, denn bei diesen Verhältnissen ist ein anderes Spiel nötig als sonst. Unsere Jungs setzten das gut um, waren spielbestimmend und kämpferisch top – zur vollsten Zufriedenheit fehlte einfach ein Tor. 

 

Union Gurten 0:0 TSV Egger Glas Hartberg 
Park21Arena, Gurten, 400 Zuseher
Tore: –
Gelbe Karten: Schrattenecker, Feichtinger bzw. Salentinig, Siegl, Tadic

 

Stimmen zum Spiel:

Trainer Christian Ilzer: „Die Mannschaft hat eine super Einstellung zu diesem Spiel gefunden. Wir waren präsent und intensiv im Spiel. Als Resultat ergaben sich eine Hülle und fülle an Standards. In der 1. Halbzeit alleine hatten wir 15! Eckbälle. Gurten verteidigte einfach sehr sehr gut. Dieser Platz ist einfach enorm schwer zu bespielen. Deswegen auch die vielen Torchancen aus Ecken und Freistößen. Leider haben wir aus der Dominanz keine Tore gemacht, weil oft der direkte Weg zum Tor fehlte. Gurten hat einige Qualitätsspieler. Doch wir haben sehr wenig zugelassen, bei „Stangler“ mussten wir hellwach und aufmerksam sein. Mit der spielerischen Leistung bin ich ebenfalls zufrieden. Wir haben es leider nicht geschafft, Situationen durch- und mit der letzten Konsequenz zu Ende zu spielen. Auch ein klarer Elfer wurde uns verwehrt, der für den Spielverlauf natürlich sehr hilfreich gewesen wäre. Die Chancen (Gremsl, Ried, Siegl, Tadic,..) wären dagewesen.

Doch im Großen und Ganzen bin ich mit dem Auftritt sehr zufrieden, weil die Mannschaft den Spielplan mit großer Leidenschaft umgesetzt hat. Momentan fehlt einfach das Quäntchen Glück, dass wir uns aber zurückerkämpfen werden. Gewisse Situationen können wir noch besser, geradliniger lösen, darin waren vermutlich die letzten Prozent für den Sieg versteckt. Daran werden wir arbeiten. Überhaupt kein Lob habe ich für diese Infrastruktur, dafür umso mehr Respekt und Lob für die Mannschaft von Gurten, die sich in der Liga ethabliert hat und bei solchen Bedingungen auf keinen Fall zu beneiden sind. Vielleicht sollte sich auch der oberösterreichische Verband einmal Gedanken machen, denn einen gewissen Standard in der 3. Liga kann man schon fordern – Wir haben eine super Hinrunde gespielt, 35 Punkte in der Tasche, ich bin richtig stolz auf das Team. Und jetzt mt vollen Angriff auf die Rückrunde!“

Innenverteidiger Julian Tomka: Wir wussten, dass diese Partie in Gurten ein extrem schweres Spiel werden würde. Wir waren klar die dominierende Mannschaft und haben hinten wenige Chancen zugelassen, doch uns hatte einfach nach vorne hin die letzte Effektivität und ein bisschen Glück gefehlt. Wir hatten auch teilweise Probleme mehrere Situationen spielerisch auf dem unebenen und wirklich schlechten Platz zu lösen. Natürlich hatten wir auch Pech, dass der Schiedsrichter nicht auf den Punkt zeigte. Schlussendlich muss man sagen, dass wir auch wenn wir unbedingt „3 Körner“ mitnehmen wollten, mit dem Punkt nicht unzufrieden sein sollen. Wir richten den Fokus weiter nach vorne und werden weiterhin Vollgas geben!“

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