Knappe 1:2 Niederlage beim Derby in Graz

Ein Doppelschlag des SK Sturm Graz innerhalb von 3 Minuten besiegelte die Niederlage im Steier-Duell


Es war ein ungewohntes Bild am Abend des 26. Jänner in Graz. An einem Tag, der normalerweise den Slalomartisten und den 50.000 Fans auf der Planai gehört, wurde bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und noch dazu in einem komplett leeren Stadion das Duell Sturm Graz gegen Hartberg ausgetragen. Statt Derbystimmung, einer vollen Nordkurve und einem vollen Gästesektor leider gähnende Leere im Liebenauer Oval. Ein Bild, an das man sich einfach nicht gewöhnen kann und nicht gewöhnen will.

Zum Sportlichen: Markus Schopp nahm vor dem Spiel eine Änderung in der Startformation vor. Samson Tijani rückte für den Gelbgesperrten Jürgen Heil in das zentrale Mittelfeld. Die erste Chance des Spiels gehörte dem TSV. Nach einem Eckball von Horvath lenkte Ex-Hartberger Ivan Ljubic den Ball an die eigene Stange ab, großes Pech, das hätte die Führung sein können (4.). Wenige Minuten später die erste große Sturm-Chance. Einen Seitfallzieher von Wüthrich aus 6 Meter konnte Rene Swete mit einer Glanztat an die Latte lenken (10.). Nach 22 Minuten die Führung für die Heimelf. Nach einem Eckball kam Kiteishvili völlig frei zum Schuss und traf zum 1:0. Die Torsperre von Rene Swete und des TSV Hartberg war nach 267 Minuten (Vereinsrekord in der Bundesliga) gebrochen. Kurz darauf legte Sturm nach. Ein unnötiger Ballverlust in der Vorwärtsbewegung. Friesenbichler mit einem weiten Pass auf Jantscher, der mit einem wunderschönen Treffer auf 2:0 stellte (25.). Eine Chance hatte der SK Sturm noch, erneut durch den starken Jakob Jantscher. Doch diesmal ging der Schuss des 32-Jährigen knapp über das Tor (38.). Halbzeit im Liebenauer Eiskasten!

Nach der Pause nahm Markus Schopp einige Umstellungen vor.  Zwar gehörten die ersten Chancen wieder Jakob Jantscher (47. und 48.), doch danach waren die in orange spielenden Hartberger zeigten sich deutlich stärker und mutiger. Zuerst ein starker Volley von Rajko Rep, der nur wenige Zentimeter am Tor vorbei ging (57.). Dann folgte der Anschlusstreffer zum 1:2. Tobias Kainz bezwang Sturm-Torhüter Jörg Siebenhandl mit einem Schuss aus großer Distanz ins rechte Eck. (58.). In der Schlussphase gab es dann sogar noch zwei Ausgleichschancen. 88 Minuten waren gespielt, da ging ein Kopfball von Felix Luckeneder am langen Eck vorbei. In der Nachspielzeit eine gute Flanke von Rep in den Strafraum, doch Lukas Ried traf aus aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig, weshalb auch dieser Ball am Kasten vorbei ging (93.).

Dann war Schluss! Schiedsrichter Weinberger beendete das Spiel. Einer eher schwachen ersten Halbzeit folgte eine gute zweite Halbzeit. Kampfgeist und Leidenschaft kamen zurück und am Ende hatte man sogar die Chance, einen Punkt mitzunehmen. Dennoch ein verdienter Derbysieg für den SK Sturm. Nun gilt es, die Fehler aus der ersten Halbzeit und die positiven Dinge der zweiten Hälfte zu analysieren und aufzuarbeiten. Einfacher wird es nicht, denn am Samstag ist der Serienmeister Salzburg zu Gast in der Oststeiermark. #nevergiveup


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #STUHTB-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „„Wir haben es in der ersten Hälfte vergeigt. Da haben wir im Ballbesitz absolut mutlos agiert. In der zweiten Hälfte war die Mentalität okay, wir hätten uns belohnen können. Man kann verlangen, dass man über 90 Minuten alles gibt. Das war heute nicht der Fall und deshalb haben wir nichts mitnehmen können.“

Christian Ilzer (Sturm-Trainer): „Es war eine wunderbare Reaktion der Mannschaft nach dem Rapid-Spiel, wir haben schöne Aktionen gespielt. In der zweiten Hälfte war es ausgeglichener. Nach dem Anschlusstreffer haben wir ein wenig nachgelassen, wir hätten auch die Kontersituationen besser fertigspielen müssen. Es war aber ein verdienter Sieg. Wir waren in allen Phasen des Spiels da und haben Gefahrenmomente ausgestrahlt. Nach dem 2:0 haben wir etwas nachgelassen.“


Tipico Bundesliga 2020/21  – 14. Runde, Dienstag, 26. Jänner 2021

SK Sturm Graz 2:1 (2:0) TSV Prolactal Hartberg

Merkur Arena Graz, SR Weinberger (Wien)

Torfolge:
1:0 Kiteishvili (22.)
2:0 Jantscher (25.)
2:1 Kainz (58.)

Sturm: Siebenhandl – Ingolitsch, Nemeth, Wüthrich, Dante – Hierländer, Gorenc-Stankovic, Kiteishvili (85./Shabanhaxhaj), Ljubic (92./Jäger) – Friesenbichler (67./Kuen), Jantscher (92./Mwepu)

Hartberg: Swete – Kainz, Gollner, Luckeneder, Klem – Horvath (79./Tadic), Nimaga, Tijani (46./Lienhart), Ertlthaler (71./Ried) – Schmerböck (46./Chabbi), Rep

Gelbe Karten: Wüthrich, Gorenc-Stankovic bzw. Horvath, Klem, Rep

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg