Knappe aber verdiente 1:2 Niederlage bei der WSG Tirol

Nach dem tollen Auftakt mit dem Cup-Erfolg in Leoben und dem Heimsieg gegen Altach musste die Mannschaft von Klaus Schmidt in Innsbruck bei der WSG Tirol den ersten Rückschlag hinnehmen. Viele unnötige Eigenfehler machten es den Tirolern einfach und so gab es leider nicht den erhofften Punktezuwachs. Am Ende wurde es eine knappe 1:2 Niederlage. Die Chance, sich einen kleinen Punktepolster aufzubauen und eine Starteuphorie hinzulegen, ist somit dahin. Unsere Mannschaft ließ leider viele Grundtugenden vermissen und die Tiroler gewannen hochverdient.


Trainer Klaus Schmidt musste verletzungsbedingt eine Änderung in der Startelf vornehmen. Donis Avdijaj wurde nicht rechtzeitig fit, für ihn rückte Dario Tadic in die Startformation. Die erste Chance hatten die Gäste aus der Steiermark. Ecke von Tadic auf Ejupi, dessen Kopfball knapp am langen Eck vorbei ging (3.). Danach übernahmen die Tiroler das Kommando, dominierten und kamen durch Prelec (6.), Stumberger (7.), Behounek (12.) und Prica (9. und 13.) zu zahlreichen Torchancen. Durch die fehlende Effektivität der Silberberger-Elf blieb es vorerst torlos. Nach dieser Drangphase schlief das Match ein und es gab kaum Offensivaktionen auf beiden Seiten. Die nächste größere Chance gehörte wieder den Hartbergern. Tolle Hereingabe von Paintsil und Tirol-Verteidiger Bacher rettete wenige Zentimeter vor dem Einschussbereiten Dario Tadic (31.). In der 36. Minute die Führung für den TSV. Über Ejupi, Paintsil und dem Rücken eines WSG-Verteidigers landete der Ball bei Okan Aydin, der mit einem Schuss ins linke Eck für das 0:1 sorgte. Danach wurde wieder die Heimelf gefährlich, aber der gute Schuss von Ogrinec ging knapp am Tor vorbei (44.). Nur wenige Augenblicke vergabe der Slowene auch seine zweite Chance, doch wenig später landete der Ball dann im Tor. Ein abgefälschter Schuss von Müller landete vor Ogrinec, der völlig freistehend den Ball nur noch über die Linie drücken musste (45+2). Nach langer Wartezeit bestätigte der VAR den Treffer. Mit dem 1:1 ging es in die Kabinen.

In der Halbzeitpause nahm das Trainerteam eine Veränderung vor und brachte mit Matija Horvat einen frischen Spieler. Kurz nach Wiederbeginn wurden die Wattener, die mit einfachem und schnörkellosem Fußball immer Gefahr ausstrahlten, wieder vorstellig, diesmal scheiterte Prica aus kurzer Distanz am stark reagierenden Rene Swete (47.). Dann der Aufreger des Spiels. Schulz knallte aus ganz kurzer Distanz Farkas an den Ellbogen, den der Verteidiger schützend vors Gesicht hielt. SR Ebner ließ zunächst weiterlaufen, doch nach Einschreiten des VAR und On Field Review wurde auf Strafstoß entschieden. Prica verwertete vom Punkt zur 2:1 Führung (55.). Danach ging ein Schuss von Prelec aus zirka 15 Meter knapp am Tor vorbei (57.). Klaus Schmidt musste reagieren und brachte dann drei weitere neue Spieler aufs Feld um Impulse zu setzen. Aufgrund vieler Wechsel und einiger Fouls (darunter ein überharter Einstieg von Ogrinec gegen Farkas, der daraufhin verletzt ausgewechselt werden musste), war die Partie sehr zerfahren und es gab kaum noch Torszenen. Ab der 70. Minute gab es dann eine starke Phase der Steirer. Ein weiter Ball auf Kainz, der frei zum Schuss kam, das Tor aber knapp verfehlte (71.). Nach 82 Minuten war es Mario Sonnleitner, dessen wuchtiger Kopfball nach einer Tadic-Ecke nur hauchdünn am Kasten vorbei schrammte. Schade, Sitzer vergeben! Danach passierte kaum noch etwas, der TSV konnte nicht mehr zusetzen, die Wattener brachten die knappe, aber hochverdiente Führung über die Zeit. Von Seiten unserer Hartberger war das am heutigen Sonntagabend viel zu wenig.


Stimmen zum Spiel:

Klaus Schmidt (Hartberg-Trainer): „Verdienter Sieg der Wattener trotz einer Führung, die wir sehr, sehr glücklich erzielt haben. Wir haben nicht einmal aus unserer Führung Ruhe in das Spiel gebracht und wollten irgendwie in die Pause kommen. Das ist leider nicht gelungen. Dann haben wir in der 47. Minute das Tor gekriegt, genau zu einem Zeitpunkt, wo wir uns schon vorbereitet haben auf ein Pausengespräch. Das war für Wattens ein Rückenwind, für uns war es ein Bauchstich. Wenn wir ein X gemacht hätten, wäre es sehr, sehr glücklich gewesen.“

Thomas Silberberger (WSG-Trainer): „Das war der engstmögliche Score, aber ein hoch verdienter Heimsieg. Bis zum 2:1 haben wir aus einem Guss gespielt, die ersten 20 Minuten haben wir vier Hochkaräter vorgefunden, da hätte es schon gut und gerne 2:0 stehen müssen. Dann kriegst du einen Nackenschlag mit dem 0:1, aber die Mannschaft hat extrem gut zurückgefightet. Zum Schluss müssen wir es einfach clever fertigspielen, da haben wir drei, vier Umschaltsituation grob fahrlässig liegen gelassen.“

Rene Swete (TSV-Kapitän): „Wir waren heute die klar schlechtere Mannschaft. In jedem Bereich des Spiels war die WSG besser. Sie waren im Ballbesitz besser, haben besser gegen den Ball gearbeitet, waren giftiger und haben die Zweikämpfe gewonnen. Die Tiroler haben heute gezeigt, dass sie eine Mannschaft mit Qualität sind und haben sehr sehr verdient gewonnen.“

Dario Tadic (TSV-Stürmer): „Wir haben einen Matchplan entwickelt, den aber nicht umsetzen können. Obwohl wir in Führung gegangen sind, haben wir nicht richtig ins Spiel gefunden. Wir wollten an die gute Leistung der letzten Partie anknüpfen und den Schwung mitnehmen, aber das ist uns heute leider überhaupt nicht gelungen.“


Admiral Bundesliga 2022/23 | 02. Runde | Sonntag, 31. Juli 2022

WSG Tirol 2:1 (1:1) TSV Egger Glas Hartberg

Tivoli Stadion Tirol – Innsbruck, 2.130 Zuseher | SR Ebner (Oberösterreich)

Spielhighlights: Highlights #WSGHTB

Tore:
0:1 Aydin (37.)
1:1 Ogrinec (45+2)
2:1 Prica (55./Elfmeter)

WSG Tirol: Oswald – Bacher, Behounek, Stumberger, Schulz – Rogelj (87./Ranacher), Blume, Müller (87./Naschberger), Ogrinec (87./Tomic)- Prelec (89./Forst), Prica (78./Ertlthaler)

Hartberg: Swete – Farkas (71./Kröpfl), Steinwender (61./Gollner), Sonnleitner, Klem (61./Kofler) – Ejupi (61./Kainz) – Fadinger, Aydin, Heil (46./Horvat) – Paintsil, Tadic

Gelbe Karten: Ogrinec, Behounek, Bacher, Ertlthaler bzw. Farkas, Horvat

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg