Langersehntes Happy-End – 4:3-Triumph beim SK Rapid!


Nach 13 sieglosen Spielen sind wir zurück! Ein grandioser Sieg in einem nervenaufreibenden Spiel…


Bereits zum fünften Pflichtspielduell dieser Saison mit den Grün-Weißen kam es am Samstagnachmittag in Hütteldorf. Es sollte eine sehr ereignisreiche und ungewöhnliche Partie werden. Bereits nach vier Minuten die erste kuriose Aktion. Eckball Hartberg, Knasmüllner verwandelte die Hereingabe von Tobi Kainz technisch sauber im eigenen Kasten. Endlich wieder ein Führungstreffer für die Schopp-Truppe. In der 13. Minute stockte den Rapid-Anhängern der Atem. 0:2!!! Rajko Rep stürmte auf das Rapid-Tor, Goalie Strebinger mit einem unnötigen Foul auf der Strafraumlinie. Klare Sache Elfmeter. Dario Tadic traf, doch SR Jäger pfiff die bereits jubelnden Hartberger zurück. Spieler sind zu früh in den Sechzehner gestürmt. Wiederholung! Erneut verwandelte Tadic souverän. Rapid mit wenig Chancen im ersten Durchgang. Mit Glück bei zwei Standardsituationen kamen die Mannen von Didi Kühbauer zurück in das Spiel. Knapp eine halbe Stunde war gespielt, Mert Müldür köpfelte das Spielgerät auf Thomas Rotter, vom Interimskapitän sprang das Leder an die Innenstange und bewegte sich der Torlinie entlang. Der Linienrichter entschied auf Tor. Ob der Ball mit vollem Umfang die Linie überquerte, kann während des Spiels nicht beurteilt werden. Auch nach der 10. Wiederholung am TV-Schirm ist es schwer zu beurteilen. Augenblicke später der Ausgleich. Gleichbedeutend mit der nächsten Kuriosität. Die Freistoßhereingabe von Schobesberger fand über Müldür und Michi Huber, der entscheidend abfälschte, den Weg ins Netz. Bei dieser Aktion wurde Flecker gehörig gezogen und niedergerissen. Daher hätte dieser Treffer nicht zählen dürfen. Da auch dieser Treffer als Eigentor gewertet wurde, gibt es eine Premiere. Noch nie zuvor hatte es in einem Bundesliga-Spiel drei Eigentore gegeben.

In der zweiten Halbzeit hatte Rapid etwas Übergewicht. Schüsse von Knasmüllner verfehlten das Ziel knapp (57., 60.). In der besten Phase von Rapid gelang unserem TSV die erneute Führung. Cancola im Duell mit Potzmann. Der Rapid-Verteidiger begeht ein Foul und SR Jäger zeigte erneut auf den Elfmeterpunkt. Ein Strafstoß den man geben kann, aber nicht muss. David Cancola schnappte sich das Leder selbst und traf souverän. Kurz zuvor brachte Kühbauer seine Offensivwaffe Thomas Murg auf das Feld, der nach einem rotwürdigen Brutalo-Foul an Rep die gelbe Karte sah. Dafür meckerte der Steirer und der Referee zückte erneut Gelb. Logische Folge war die rote Karte. Zakaria Sanogo besorgte in der 80. Minute die vermeintliche Vorentscheidung. Der Weitschuss – nach Cancola Spielverlagerung – wurde von Hofmann unhaltbar abgefälscht. In den letzten Minuten konnten Huber & Co. keine Ruhe und Sicherheit auf den Platz bringen. Badji (84.) machte die Partie mit seinem Treffer nochmals spannend. In der Nachspielzeit noch ein Aufreger. Michi Huber sprang der Ball im Strafraum an die Hand. Die Hand war angelegt und SR Jäger ließ zurecht weiterlaufen. Solche Aktionen mit Kontakt zwischen Hand und Ball sorgen immer für Diskussionsstoff.  Auch ein Stromausfall in der Schlussphase passte zum Drehbuch dieser Partie.

Nach nervenaufreibenden sechs Minuten Nachspielzeit beendete SR Jäger diese verrückte Partie. Große Erleichterung und Freude im TSV-Lager. Endlich durften unsere Blau-Weißen wieder über einen vollen Erfolg jubeln. Dass dieser gegen Rapid gelingt, ist natürlich wunderschön. Ein sehr intensives Match mit allen Inhalten, was ein Fußballspiel haben kann. Zweikämpfe, Fouls, Tore, Eigentore, Elfmeter, Ausschluss, Aufholjagden, usw. Ein wichtiger Sieg, da auch Innsbruck in Altach als Sieger vom Platz ging. Flo Flecker bezeichnete es als „schmutzigen Erfolg“, der im Abstiegskampf sehr wichtig ist. Vier weitere Endspiele warten. Kommenden Samstag sind unsere Jungs zu Gast am Tivoli Innsbruck. Dieser heroische Sieg bei Rapid gibt Selbstvertrauen für den Endspurt. Endlich wurden wir für den Fight belohnt! Chapeau!


Eine Zusammenfassung vom Spiel gibt es hier: #SCRHTB-Highlights


Stimmen zum Spiel:
TSV-Trainer Markus Schopp: „Es war eine skurrile Partie mit einem tollem Start für uns. Wir haben aus sehr wenig zwei Tore gemacht. In der zweiten Hälfte hatte Rapid ein Übergewicht, wir hatten diesmal Glück in der Offensive und Defensive. Wir haben dann aber nicht die Sicherheit auf den Platz gebracht, die wir hätte bringen müssen. Das 3:4 hat noch unnötige Spannung gebracht. Ich bin froh über die drei Punkte, die sind in unserer Situation sehr wichtig.“

Rapid-Trainer Didi Kühbauer: „Es waren in diesem Spiel viele Dinge dabei, die ein bisschen eigenartig waren. Wir waren schnell hinten, haben das aufgeholt und sind in die Gänge gekommen. In der zweiten Hälfte war es nur eine Frage der Zeit, bis unser drittes Tor fällt. Dann kommt leider eine unglückliche Entscheidung, und dann bekommen wir noch das vierte Tor durch einen abgefälschten Schuss.Wir hätten durchaus noch einen Elfer bekommen können, aber Elfer gab es heute nur für Hartberg. Ich habe den Jungs nichts vorzuwerfen, wir haben heute schwer zu kämpfen gehabt. So eine Niederlage muss uns stärker machen und noch enger zusammenschweißen.


Tipico Bundesliga 2018/19  28 Runde – 27. April 2019

SK Rapid Wien 3:4 (2:2) TSV  Prolactal Hartberg

Allianz Stadion Wien, 13.100 Zuseher, SR Jäger (Salzburg)

Tore:

0:1 Knasmüllner (4./Eigentor)
0:2 Tadic (14./Elfmeter)
1:2 Rotter (29./Eigentor)
2:2 Huber (34./Eigentor)
2:3 Cancola (65./Elfmeter)
2:4 Sanogo (80.)
3:4 Badji (84.)

Rapid: Strebinger – Potzmann, Müldür, Hofmann, Bolingoli (75./Auer) – Martic (46./Schwab), D. Ljubicic – Thurnwald (61./Murg), Knasmüllner, Schobesberger – Badji

Hartberg: Swete – Blauensteiner, Huber, Rotter, Flecker (79./Ilic) – Kainz (63./Sanogo), Heil, Cancola, Camara – Tadic (46./Rasswalder), Rep

Gelb-Rote Karte: Murg (70./Foul, Schiedsrichterkritik)

Gelbe Karten: Strebinger, Hofmann, Potzmann, Schobesberger bzw. Heil, Sanogo