Last-Minute-Treffer sichert Punkt gegen Sturm Graz

Dario Tadic verwandelte den Elfmeter in der Nachspielzeit souverän…


27. Oktober 2018, Hartberg – Sturm Graz: AUSVERKAUFT 5.024 Zuseher, 11. August 2019, Hartberg – Sturm Graz: AUSVERKAUFT 5.024 Zuseher, 14. Juni 2020, Hartberg – Sturm Graz: KEINE ZUSEHER (Geisterspiel aufgrund COVID-19 Pandemie), 27. September 2020, Hartberg – Sturm Graz: AUSVERKAUFT 1.487 Zuseher (Begrenzung aufgrund COVID-19 Pandemie). Das steirische Gipfeltreffen ist immer ein Publikumsmagnet, jedoch muss man „ausverkauft“ in Zeiten wie diesen, wie erwähnt, sehr unterschiedlich interpretieren.

Vor den Augen von Bischof Wilhelm Krautwaschl waren die Gäste aus der Landeshauptstadt die aktivere und griffigere Mannschaft in der ersten Phase des Spiels. Nach wenigen Minuten rettete Aluminium (Latte) den TSV vor einem frühen Rückstand. Innenverteidiger Niklas Geyrhofer hatte per Kopf die große Möglichkeit. Der Nachschuss von Routinier Gorenc-Stankovic wurde geklärt. Bis auf eine Halbchance von Balaj passierte in der Folge nicht viel. Die Schopp-Truppe kam mit der Zeit immer besser in die Partie, doch Chancen blieben vorerst aus. Eine halbe Stunde war gespielt als die „Schwoazen“ über den Führungstreffer jubeln konnten. Einen Freistoß von Neuzugang Kuen köpfte Manfred Gollner genau vor die Füße von Ivan Ljubic, der das Leder aus spitzem Winkel in die Maschen knallte. Der 24-Jährige ist ein Spieler mit Anstand. Ljubic verzichtete auf einen Torjubel gegen seinen Ex-Klub. Der Defensivmann war zwar nur ein halbes Jahr in Hartberg, aber die Erinnerungen sind für ihn unvergesslich und die Zeit war sportlich und für seine Entwicklung sehr sehr wertvoll. Ein richtiger Ehrenmann!

Die Hartberger rund um Trainer Markus Schopp waren mit der Leistung in Halbzeit eins alles andere als zufrieden. Nach der Pause agierten unsere Blau-Weißen wie ausgewechselt. Der TSV klar feldüberlegen. Intensität und Schlagzahl im Offensivspiel wurden erhöht. Hartberg drängte auf den Ausgleich und hatte in der 54. Minute die erste richtig dicke Chance. Heil auf den eingewechselten Flügelflitzer Julius Ertlthaler, dessen Hereingabe über Umwege im Rückraum bei Rajko Rep landete. Der Slowene kam am Elfer zum Abschluss, Jörg Siebenhandl war mit einer starken Parade zur Stelle, der Nachschuss von Lienhart wurde zur Ecke geklärt. Der ruhende Ball, eine Sache für Tobi Kainz. Dem perfekten Corner folgte ein perfekter Kopfball von Thomas Rotter, doch Sturms-Schlussmann zeichnete sich auf der Linie erneut aus, ehe eine weiterer Ex-Hartberger (Amadou Dante) das Spielgerät aus der Gefahrenzone entfernte. Schade! Für Rotter wäre es ein schönes Geschenk bei seinem 150. Einsatz im TSV-Trikot gewesen. Die Ilzer-Truppe wurde erst in der 67. Minute wieder gefährlich. Friesenbichler setzte sich gegen Luckeneder durch, Kainz mit dem wichtigen, taktischen Foul. Den Freistoß von Friesenbichler beförderte Angreifer Balaj ins Tor. Der Treffer zählte aber nicht, das Schiedsrichterteam entschied auf Abseits. Die nächste Sturm-Chance ergab sich aufgrund eines Fehlpasses im Spielaufbau der Hartberger. Ljubic schoss aus der Drehung über den Kasten. Die Hartberger Schlussoffensive sollte sich bezahlt machen. Mittlerweile waren auch die Wiedergenesenen Rakowitz und Gabbichler am Rasen, Feldüberlegenheit der Schopp-Truppe, die Partie blieb spannend und in der 94. Minute der verdiente Ausgleich! Langer Ball von Felix Luckeneder in den Strafraum, Rajko Rep behauptete das Leder, wird von Sandro Ingolitsch aber zu Boden gezogen. Klare Sache Gelb-Rot und Strafstoß. Der ganze Druck lastete auf Bomber Dario Tadic. Doch der Torschütze vom Dienst zeigte keine Nerven, schickte Siebenhandl ins falsche Eck und verwandelte souverän und wunderschön zum 1:1.

Das war’s! Der steirische Krimi endete mit einer Punkteteilung. Das erste Unentschieden in diesem Duell auf Bundesliga-Niveau. Nach einer nicht so guten ersten Halbzeit, folgte in Durchgang zwei eine klare Leistungssteigerung. Am Ende ein verdienter Punkt und eine gerechte Punkteteilung. Wieder einmal richtete es Dario Tadic. Der 30-Jährige krönte sein 170. Spiel für den TSV Prolactal Hartberg mit Tor Nummer 102! Unfassbar! Auch wenn man auf die Statistik blickt, ist das Remis absolut in Ordnung. Der TSV hatte mehr Ballbesitz (59%:41%), eine bessere Zweikampfqoute (52%:48%) und eine bessere Passquote (74%:69%). Sturm (13) hatte einen Torschuss mehr wie Hartberg. Ein wichtiger Punkt, der auf jeden Fall Selbstvertrauen gibt. Bevor es in die Länderspielpause geht wartet auf die Truppe von Markus Schopp noch das schwierigste Auswärtsspiel in der Liga. Kommenden Sonntag (14:30 Uhr) sind unsere Hartberg zu Gast in der Mozartstadt beim Serienmeister und Tabellenführer FC Red Bull Salzburg.


Die Pressekonferenz mit Markus Schopp findet ihr hier: #HTBSTU-PK

Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #HTBSTU-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Wenn man in der letzten Sekunde einen Elfmeter bekommt, mag das Remis glücklich erscheinen, wir haben uns den Punkt aber ganz bestimmt verdient. Wir haben die Fehler der ersten Hälfte gut analysiert und sind danach sehr gut in die zweite Hälfte gestartet, haben Chancen kreiert, aber leider nicht gemacht. Wir haben auch einige Überzahlsituationen beim Umschaltspiel nicht genutzt, da haben wir ganz bestimmt noch viel Potenzial. Grundsätzlich entwickelt sich meine Mannschaft aber gut, sie hat viel bereits umgesetzt. Aber es ist auch noch viel Luft nach oben.“

Christian Ilzer (Sturm Graz-Trainer): „Wir waren sehr nahe am Sieg, haben Chancen kreiert, aber leider die Möglichkeiten, vor allem in der Situation, als Hartberg richtig aufgemacht hat, im Konter nicht verwertet. Dazu ist leider noch gekommen, dass bei uns ein aus meiner Sicht reguläres Tor nicht anerkannt wurde. Am Ende hat sich gerächt, dass wir die Chancen nicht gemacht haben. Das Remis schmerzt.“

TSV-Kapitän Rene Swete: „Wir wissen ja selber, dass wir von der Mentalität her eine sehr starke Mannschaft sind. Es kann aber dann nicht immer nur sein, dass wir über die Mentalität kommen. Wir haben auch so viele spielerische Qualität, die wir nicht über 90 Minuten auf den Platz kriegen.“ 

Dario Tadic (Torschütze): Zweite Halbzeit haben wir alles rausgehaut, haben immer an uns geglaubt und sind daher auch mit dem Punkt belohnt worden. Man merkt aber auch, dass sich die Mannschaften immer besser auf unser Spiel einstellen. Deshalb liegt es jetzt an uns, dass wir sie vor neue Herausforderungen stellen.“


Tipico Bundesliga 2020/21  – 03. Runde, Sonntag, 27. September 2020

TSV Prolactal Hartberg 1:1 (0:1) SK Puntigamer Sturm Graz

Profertil Arena – Hartberg, 1.487 Zuschauer (ausverkauft), SR Schüttengruber (Oberösterreich)

Torfolge:
0:1 Ljubic (31.)
1:1 Tadic (94./Elfmeter)

Hartberg: Swete – Rotter, Luckeneder, Gollner – Lienhart (74./Rakowitz), Kainz (84./Gabbichler), Ried (46./Ertlthaler), Heil, Klem – Tadic, Rep

Sturm: Siebenhandl – Ingolitsch, Geyrhofer, Gorenc-Stankovic, Dante – Ljubic (78./Zettl) – Hierländer, Kiteishvili (91./T. Koch), Kuen (62./Jäger) – Balaj, Jantscher (62./Friesenbichler)

Gelbe-Rote Karte: Ingolitsch (92./Foul)

Gelbe Karten: Schopp (Trainer), Klem, Rep, Kainz bzw. Dante, Ilzer (Trainer)

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg