Moral wurde belohnt – 2:2-Unentschieden bei Rapid Wien!

Nach einem 0:2-Rückstand ließen Siegl, Huber & Co. den Kopf nicht hängen und fighteten sich in die Partie zurück…


Vor toller Kulisse (knapp 20.000 Zuseher) war der Plan der Schopp-Truppe kein schnelles Gegentor zu bekommen. Doch diese Marschroute wurde bereits nach fünf Minuten über den Haufen geworfen. Nach einem guten Pass in die Tiefe brachte Michael Huber bei einem Tackling-Versuch den Ball nicht weg, Knasmüllner kam im Strafraum ans Leder und ging doch recht unnatürlich zu Boden. Auch wenn die rechte Hand von Rene Swete des Gegners Bein traf, war dieser Elferpfiff eine harte Entscheidung. Kapitän Schwab verwandelte souverän zum 1:0. Doch es dauerte nicht lange, bis unsere Mannschaft besser in die Partie fand. Es folgten einige gute Minuten, in denen es auch Hartberger Torchancen zu verzeichnen gab. Richard Strebinger parierte einen Kopfball von Peter Tschernegg nach Flanke von Michi Blauensteiner (13.). Zehn Minuten später zappelte der Ball erneut im Netz. Rapid-Innenverteidiger Hofmann traf per Kopf, doch das SR-Team sah eine Abseitsstellung und der Treffer wurde aberkannt. In diesem Fall war der Rapid-Spieler hauchdünn hinter der „virtuellen Abseitslinie“ und somit Glück für die Schopp-Truppe. Eine knappe halbe Stunde war gespielt, als ein Steirer im Dress der Wiener zum 2:0 vor den Rapid-Fans jubeln durfte. Ein abgefälschter Schuss von Schobesberger landete vor den Beinen von Thomas Murg, der ohne Probleme einschob.

In der Pause motivierten sich unsere Blau-Weißen nochmals gegenseitig. Die Belohnung dafür gab’s in Durchgang zwei. 54 Minuten waren gespielt als der TSV auf 1:2 verkürzte. Nationalteam-Tormann Strebinger wehrte einen Flecker-Schuss genau auf Mitspieler Max Hofmann ab, von dem das Spielgerät ins eigene Tor sprang. Hoffnung im TSV-Lager! Drei Minuten später: Rajko Rep war nicht vom Ball zu trennen, wartete auf Unterstützung, die er von Innenverteidiger Michi Huber bekam. Der slowenische Edeltechniker bediente mit einem Zuckerpass den heransprintenden Huber, der im Stile eines Torjägers eiskalt via „Tunnel“ vollendete (57.). Rapid agierte nicht mehr so selbstsicher wie in der ersten Hälfte. Ein abgefälschter Grahovac-Schuss (68.), der von Swete pariert wurde, ein Hofmann-Kopfball nach Ecke und der Lattentreffer von Andrei Ivan (93.) waren die restlichen Höhepunkte der Grün-Weißen. Die Mannschaft von Markus Schopp versuchte sogar noch den Siegtreffer zu erzielen. Viele Kontermöglichkeiten wurden nicht ideal zu Ende gespielt, ansonsten wären Skenderovic, Flecker & Co. zu einigen weiteren Chancen gekommen. Den Matchball auf die absolute Sensation vergab der eingewechselte Florian Sittsam nach Assist von Rajko Rep (92.).

Nach Schlusspfiff herrschte Freude im Hartberg-Lager über die tolle Moral und den beiden Treffern in der zweiten Spielhälfte. Vor dieser Kulisse in die Partie zurückzukommen nach einem 0:2-Rückstand bestätigt einmal mehr den unbändigen Willen dieser Mannschaft. Nachdem die Nervosität abgelegt und das Herz in die Hand genommen wurde, ist dieser Punktegewinn möglich geworden. Mit etwas Glück hätte man die Partie am Ende sogar noch gewinnen können. Auf der anderen Seite herrschte Katerstimmung, die von einem Pfeifkonzert der Rapid-Fans begleitet wurde. Somit ist für die Hütteldorfer die Qualifikationsgruppe Realität. Auf unsere Blau-Weißen wartet im „unteren Play-off“ somit noch zwei Duelle gegen die Kühbauer-Elf. In diesen zehn Endspielen im Kampf um den Klassenerhalt zählen Rasswalder & Co. auf die Unterstützung der tollen TSV-Fans!

Der TSV Prolactal Hartberg beendet den Grunddurchgang nach 22 Runden auf Platz 9. Vier Punkte fehlten am Ende auf die Meistergruppe. Nur einen Zähler liegt der TSV hinter Rapid. Vor der Saison hätte das keiner gedacht! Tolle 22 Runden unserer Mannschaft.


Eine Zusammenfassung vom Spiel gibt es hier: #SCRHTB-Highlights


Stimmen zum Spiel:
TSV-Trainer Markus Schopp: „Das Spiel hat für uns extrem unglücklich begonnen, aber das war ein bisschen dem geschuldet, dass wir vor zwei Jahren noch in der Regionalliga gespielt haben. Wir hatten dann aber gute Antworten, wollten unbedingt ins Spiel zurückkommen, und die zwei Tore waren das Resultat davon. Rapid hat dann alles probiert, aber wenn wir unsere Umschaltmomente genützt hätten, hätten wir auch als Sieger vom Platz gehen können!“

TSV-Torschütze Michi Huber: „Das spricht für die Mannschaft, dass wir nicht aufgegeben haben. Wir haben in der Halbzeit viele Dinge angesprochen, die wir dann viel besser gemacht haben. Ich denke, wir haben uns sehr gut verkauft und darauf können wir im Hinblick auf die nächsten Aufgabe in der Qualifikationsgruppe aufbauen.“

Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer: „Wir sind sehr enttäuscht, wobei ein Sieg eh nicht geholfen hätte. Wir haben sehr gut begonnen, sind ein unglaubliches Tempo gegangen und hätten 3:0 führen können, dann wäre Hartberg nicht mehr zurückgekommen. Nach dem Hartberg-Doppelschlag haben wir die Kompaktheit verloren. Mit dem 2:2 waren die Spieler geknickt, das darf nicht passieren. Dass wir nicht im oberen Play-off sind, liegt nicht am Frühjahr. Wir haben es im Herbst verloren, wo wir die Doppelbelastung nicht verkraftet haben. Jetzt sieht man eine andere Mannschaft, trotzdem muss es noch besser werden. Wir dürfen nicht glauben, dass die Saison vorbei ist, wir sind Profis. Platz sieben muss unser Ziel sein“


Tipico Bundesliga 2018/19, 17. März 2019

SK Rapid Wien 2:2 (2:0) TSV Prolactal Hartberg

Allianz Stadion, Wien – 19.200 Zuseher, SR Schüttengruber (Oberösterreich)

Tore:
1:0 Schwab (5./Elfmeter)
2:0 Murg (29.)
2:1 Hofmann (54./Eigentor)
2:2 Huber (57.)

Gelbe Karten: Bolingoli, Sonnleitner, Badji bzw. Swete, Flecker, Cancola, Blauensteiner

Rapid: Strebinger – Müldür, Sonnleitner, Hofmann, Bolingoli – Grahovac, Schwab – Murg (77./Berisha), Knasmüllner (58./Ivan), Schobesberger – Pavlovic (58./Badji)

Hartberg: Swete – Blauensteiner, Huber, Siegl, Rasswalder – Flecker, Kainz (69./Skenderovic), Cancola (83./Sittsam), Tschernegg, Ilic (76./Sanogo) – Rep