Nichts zu holen gegen den SK Rapid – 1:3-Heimniederlage

In einem sehr hitzigen und emotionalen Spiel sah Bakary Nimaga zu unrecht kurz vor der Pause Gelb-Rot…


Markus Schopp musste rotieren. Spielmacher Rajko Rep hatte unter der Woche Rückenprobleme und nahm vorerst auf der Bank Platz. Die Partie begann denkbar schlecht, startete direkt mit 0:1. Nur 71 Sekunden waren gespielt, Rapid jubelte erstmals. Die Rapid-Offensive bekam viel zu viel Platz, Arase auf Kara, dessen Schuss TSV-Tormann Swete abwehrte, doch Kelvin Arase war mit dem Nachschuss zur Stelle. Die erste halbe Stunden war ansonsten ereignisarm mit einem Aufreger. Kara wurde von Kainz gefoult, prallte gegen Luckeneder, Nimaga konnte nicht mehr ausweichen, fiel über den Rapid-Angreifer und traf ihn denkbar unglücklich im Gesicht. Ihm dafür Absicht zu unterstellen und die gelbe Karte zu zeigen, eigentlich ein Witz, denn in Luft auflösen konnte er sich in dieser Aktion nicht (22.). In der 35. Minute das 0:2. Ullmann agierte gegen zwei Hartberger im Zweikampf viel energischer und bediente unmittelbar danach mit einem Traumpasse in die Gasse Ercan Kara, der zunächst an Swete scheiterte, den Nachschuss aber im Netz zappeln ließ.  Kurz vor der Pause der nächste Aufreger. Abstoß Gartler, Stojkovic und Nimaga kämpfen um den Ball, der Rapidler unterlief den Hartberg-Akteur, der sich auf Stojkovic aufstützte. In Summe ein Zweikampf, der in einem Spiel des Öfteren vorkommt, doch SR Gishamer schloss Nimaga sogar aus – unverständlich, eine klare Fehlentscheidung. An der verdienten Pausenführung für die Gäste änderte diese Aktion aber natürlich nichts.

Äußerst schwierige Voraussetzungen für die zweite Spielhälfte. Doch unsere Blau-Weißen kämpften beherzt, zeigten Moral und fanden mit zehn Mann besser ins Spiel. Nach 66 Minuten gelang der Anschlusstreffer. Ein Freistoß landete über Umwegen bei Thomas Rotter, der via mehrerer Körperteile das Leder über die Torlinie beförderte. Der Ball war ihm auch an die Hand gesprungen und hätte daher eigentlich nicht zählen dürfen, doch auch dies übersah das Schiedsrichterteam. Leider konnte der TSV keinen Nachdruck erzeugen und Profit aus dem glücklichen Anschlusstreffer erzielen. Zehn Minuten später (76.) wurden alle Hoffnungen im Keim erstickt und Rapid machte den Deckel drauf. Kelvin Arase schnürte nach einem abgewehrten Demir-Schuss seinen Doppelpack. Danach passierte nichts mehr. Schlusspfiff.

Das Spiel Hartberg gegen Rapid wurde wieder seinem Ruf gerecht. Viele Tore, viele Emotionen. Diesmal gelang den Hütteldorfern ein verdienter 1:3-Auswärtssieg. Der TSV bringt aktuell keine Konstanz in das Spiel und die Ergebnisse hinein. Die Niederlage geht aufgrund der 90 Minuten in Ordnung, doch die einfachen Gegentreffer und aus blitzschnelle Gegentor, was den Matchplan bereits nach wenigen Sekunden über den Haufen geworfen hat, dürfen in dieser Form nicht passieren. Dazu kamen einige nicht nachvollziehbare Entscheidungen von Schiedsrichter Gishamer, der mit dem absolut nicht nachvollziehbaren Ausschluss von Mittelfeldstütze Baky Nimaga die Schopp-Truppe kurz vor dem Pausentee entscheidend schwächte. Der zudem wegen diesem Fehlpfiff nun auch kommende Woche in St.Pölten zusehen muss. Zwei Torschüsse in 90 Minuten sind einfach zu wenig, die Leistung war nicht die Beste. Das gilt es, in den nächsten beiden Wochen besser zu machen, denn die letzten beiden Spiele des Jahres sind von hoher Wichtigkeit (St. Pölten/A, Altach/H).


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #htbscr-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Wir haben leider das Spiel mit 0:1 begonnen, aufgrund eines äußerst schlechten Defensivverhaltens. Wir haben dadurch dem Gegner einen perfekten Start ermöglicht. Uns ist es erst nach dem 0:2 gelungen, in unser Spiel zu finden. Wir haben eine Möglichkeit zum Anschlusstreffer genutzt, leider haben wir nicht mehr nachsetzen können, weil es mit zehn Mann gegen eine Mannschaft wie Rapid nicht mehr möglich war. Unglückliche, um nicht zu sagen katastrophale Entscheidungen der Schiedsrichter das Spiel mitbeeinflusst. Man braucht sich nur die beiden Aktionen zur Gelben Karte von Nimaga anschauen, da liegt der Schiedsrichter komplett daneben, sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten“

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): „Es war ein wichtiger Auswärtserfolg. Wir sind perfekt gestartet und haben zur richtigen Zeit das 2:0 gemacht. Es ist uns auch nach dem Anschlusstreffer gelungen, gleich nachzulegen. Deshalb haben wir verdient gewonnen. Wir wussten über die Qualität der Hartberger Bescheid, es ist uns trotzdem gelungen, sie nie richtig ins Spiel kommen zu lassen. Bis Donnerstag sollten alle Spieler mit kleineren Wehwehchen wieder fit sein.“

TSV-Torschütze Thomas Rotter: „Wir sind extrem enttäuscht, vor allem wie wir wieder in die Partie gestartet sind. Das wollten und müssen wir einfach viel viel besser machen. Mit dem 0:1 und dann dem 0:2 Rückstand und dem darauffolgenden Ausschluss ist es extrem schwierig aufzuholen. Wir haben alles versucht, aber es ist uns dann leider nicht mehr gelungen.“


Tipico Bundesliga 2020/21  – 10. Runde, Sonntag, 6. Dezember 2020

TSV Prolactal Hartberg 1:3 (0:2) SK Rapid

Profertil Arena – Hartberg, SR Gishamer (Salzburg)

Torfolge:
0:1 Arase (2.)
0:2 Kara (35.)
1:2 Rotter (66.)
1:3 Arase (76.)

Hartberg: Swete – Gölles, Luckeneder, Rotter, Klem (86./Gollner) – Heil, Nimaga, Kainz – Horvath (46./Rep), Ertlthaler (65./Tijani), Tadic (65./Chabbi)

Rapid: Gartler – Stojkovic, Greiml (46./Sonnleitner), Barac, Ullmann – Grahovac, Ritzmaier – Schick (62. Demir), Knasmüllner (62./Schuster), Arase – Kara (81./Kitagawa)

Gelb-Rote Karte: Nimaga (44.)

Gelbe Karten: Swete, Heil, Rep, Trainer Schopp bzw. Greiml

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg