Niederlage in der Hauptstadt – 0:2 gegen die Austria

Das Sechs-Punkte-Spiel auswärts bei der Wiener Austria ging verdient mit 0:2 verloren. Für die „Schnittpartie“ im Kampf um die Top-6 haben sich unsere Blau-Weißen viel vorgenommen, doch belohnt wurde die Russ-Truppe nicht. Einfache Fehler, Probleme in den Ballbesitzphasen und der gefühlt fehlende letzte Punch, die Durchschlagskraft verhinderten einen erfolgreichen Abend. Gekämpft und probiert wurde bis zum Schluss, doch gelingen wollte nicht viel. Damit kann das Thema Meistergruppe mit ziemlicher Sicherheit beiseite geschoben werden. Köpfe frei bekommen, die letzten beiden Spiele so gut wie möglich absolvieren und danach vollste Konzentration auf die Qualifikationsgruppe und das Erreichen des ganz großen Saisonziels: Klassenerhalt. Natürlich war der Samstagabend nicht zufriedenstellend, trotzdem war es erst die zweite Niederlage in den letzten sechs Spielen. 


Ein Spiel mit Hochspannung wurde von vielen erwartet. Beide Teams wollten unbedingt gewinnen, am Ende lachen aber nur die Hausherren aus Wien-Favoriten, die den Hartbergern zwei „Veilchen“ verpassten. Unsere Mannschaft erwischte keinen guten Abend, doch alles der Reihe nach. Trainer Kurt Russ schickte wieder die zuletzt angeschlagenen/kranken Stammkräfte Rene Swete, Mario Sonnleitner und Dario Tadic von Beginn an ins Spiel. Die gute Stimmung im Stadion bei der Fan-Rückkehr beflügelte die Austria, die vom Start weg aktiver war und nach 18 Minuten dafür belohnt wurde. Von links wanderte der Ball über Ohio, Fischer und dem starken Braunöder nach rechts, wo Jukic das Leder mit voller Wucht sehenswert im rechten Eck versenkte. Kurz darauf schlenzte Ex-Hartberger Fischer den Ball knapp über das Gehäuse. Die Hartberger kamen erst nach dem Rückstand besser ins Spiel, hatten ab diesem Zeitpunkt deutlich mehr Ballbesitz, ohne jedoch brandgefährlich zu werden und Kapital daraus schlagen zu können. Ein, zwei Halbchancen fanden nicht den Weg ins Tor. Die Austria mit gutem Pressing, offensiv druckvoll, defensiv sehr stabil. Rene Swete verhinderte mit zwei starken Paraden gegen Jukic (35.) und Ohio (43.) einen höheren Pausenrückstand. Die Hoffnungen nach Wiederbeginn (ob des knappen Rückstands) wurden relativ rasch im Keim erstickt. Eine Suttner-Flanke konnte von der TSV-Defensiv nicht geklärt werden, Manfred Fischer vollendete und besorgte das komfortable 2:0 (55.). Der erste nennenswerte Torschuss aus Hartberger Sicht wurde in der 71. Minute abgefeuert. Der technisch feine Abschluss von Okan Aydin zwang Austria-Schlussmann Pentz zu einer Parade. Die Austria ließ in der Folge nichts mehr anbrennen und belohnte sich für eine sehr starke Leistung.


Stimmen zum Spiel:

Kurt Russ (Hartberg-Trainer): „Wenn man das ganze Spiel betrachtet, hat die Austria verdient gewonnen. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so schlecht in der Partie, da waren wir ebenbürtig. Heute haben wir aber nicht so genau gespielt, haben uns schwerer getan als die Austria. Ein paar Sachen haben nicht gepasst. Die Austria ist durch die Führung selbstsicherer geworden, wir haben gehadert. Als wir Chancen hatten, haben wir die nicht genutzt und uns nicht wieder zum Leben erweckt. Den sechsten Platz werden wir nicht mehr erreichen können.“

Manfred Schmid (Austria-Trainer): „Es war eine beeindruckende Leistung meiner Mannschaft, ein hochverdienter Sieg. Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben sehenswert das 1:0 gemacht. Dann haben wir es verabsäumt, das zweite oder dritte Tor nachzulegen. In der zweiten Halbzeit, als Hartberg versucht hat, besser ins Spiel zu kommen, hat die Mannschaft dann dagegengehalten. An der Ausgangslage ändert sich nichts. Es ist eine ähnliche Situation, wir müssen unsere restlichen Spiele gewinnen. Am besten beide.“

Mario Sonnleitner (TSV-Spieler): „Teilweise waren wir am Ball ganz gut. Vom Gefühl her hat die Austria einfach den Moment der besser genutzt. In der ersten Halbzeit waren sie auch besser im Spiel drinnen als wir. Da haben Sie mehr Chancen herausgespielt und sind dann in Führung gegangen. Dann haben wir Ihnen ein bisschen in die Karten gespielt. Wir hatten sehr viel Ballbesitz in zwei Dritteln des Platzes, aber im letzten Drittel hat uns einfach die Durchschlagskraft gefehlt. Es war nicht alles schlecht von uns, aber sie waren dann einfach effektiver. In der zweiten Halbzeit haben sie auch gleich die erste Chance genutzt und dann wird es schwierig. Sie waren dann sehr tief. Sie haben dann einen sehr engen Block vorgeschoben. Wir haben natürlich dann versucht zwischen den Linien hineinzukommen, das ist so ein teilweise auch gelungen. Wir sind dann von außen durch und dann fehlt uns oft der letzte Pass, die letzte Konsequenz, die Boxbesetzung ist dann nicht optimal und dann ist es auch auswärts schwierig, dass wir dann zum Anschlusstreffer kommen. Wir haben alles gegeben, es hat dann aber nicht gereicht.“

Rene Swete (TSV-Kapitän): „Wenn man es nüchtern analysiert, hat die bessere Mannschaft gewonnen. Bei der Austria haben einige Dinge besser funktioniert wie bei uns. Wir waren unsauber, haben in einigen Situationen falsche Lösungen gefunden, uns nicht richtig verhalten und so steht es am Ende 2:0 für die Austria.“


Admiral Bundesliga 2021/22 | 20. Runde | Samstag, 19. Februar 2022

FK Austria Wien 2:0 (1:0) TSV Egger Glas Hartberg 

Generali Arena – Wien-Favoriten, 7.205 Zuseher | SR Muckenhammer (Oberösterreich)

Spielhighlights: Highlights #FAKHTB

Torfolge:
1:0 Jukic (18.)
2:0 Fischer (55.)

Austria: Pentz – Martins, Mühl, Handl, Suttner – Martel – Jukic (79./Kreiker), Braunöder, Grünwald (65./Teigl), Fischer (92./Galvao) – Ohio (65./Djuricin)

Hartberg: Swete – Farkas, Steinwender (90./Gollner), Sonnleitner (86./Rotter), Klem – Sturm (46./Niemann), Kainz, Diarra (46./Horvat), Avdijaj – Heil, Tadic (70./Aydin)

Gelbe Karten: keine

Fotos: TSV Hartberg | GEPA pictures