Ohne Glanz und mit Überstunden ins Achtelfinale – 4:3 in Gmünd

Gegen den Klub aus der Kärntner Liga hatte man mehr Mühe als erhofft, am Ende zählt der geschaffte Aufstieg…


Für den Viertligisten aus dem Kärntner Maltatal war es das Spiel der Vereinsgeschichte, die Mannschaft von Trainer Hannes Truskaller war natürlich bis in die Zehenspitzen motiviert und wollte dem großen Favoriten, unserem TSV Prolactal Hartberg, ein Bein stellen – beinahe ist es auch gelungen, am Ende setzten sich aber doch unsere Blau-Weißen durch. Kurt Russ ersetzte Markus Schopp auf der Trainerbank, der aus privaten Gründen verhindert war.

Vor 500 Zuschauern und toller Cup-Atmosphäre starteten die Hartberger eigentlich gut in die Partie, Feldüberlegenheit, mehr Ballbesitz und ein Angriff nach dem anderen rollte in Richtung Gmünder Kasten. Der Tormann der Hausherren zeichnete sich gleich einmal aus, als Dario Tadic eine Hereingabe mit dem berühmten Volley abschloss. Weitere Schüsse von Tadic und Rep waren zu zentral bzw. flogen am Tor vorbei. Völlig konträr dem Spielverlauf, gelang den Kärntnern nach einer guten Viertelstunde die Führung. Abschlag vom Tormann, Luckeneder verlor das Kopfballduell, Rotter rutschte aus und Allmayer tauchte alleine vor TSV-Keeper Swete auf – eiskalt schickte er das Leder ins lange Ecke – 1:0. Der Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt. Drei Minuten später die Antwort der Hartberger. Ruhender Ball von Tobi Kainz und wer – wenn nicht das TSV-„Kopfballungeheuer“ Thomas Rotter war zur Stelle – Ausgleich. Hartberg spielbestimmend, doch zu wenig zwingend und so gelang Gmünd sogar die erneute Führung. Luckeneder konnte den Gmünd-Angreifer nur mehr mit einem Foul stoppen. Unnötig. Den Elfmeter verwandelte Routinier Udo Gasser zum 2:1-Pausenstand.

Kurt Russ reagierte zur Pause und tauschte gleich dreifach. Luckeneder, Tijani und Gölles runter, Gollner, Ried und Heil kamen neu in die Partie. Unmittelbar nach Wiederbeginn der erneute Ausgleich, diesmal Marke Traumtor und Tor des Jahres. Edeltechniker Rajko Rep zog im Stile eines Schlitzohrs und mit viel Übersicht von der Mittellinie! mittels Kunstschuss ab. Das Leder zischte über Gmünd-Schlussmann Pirker hinweg und zappelte im Netz (49). Drei Minuten später scheiterte Lukas Ried, der etwas Schwung ins TSV-Offensivspiel brachte, an der Stange. Wenige Minuten später fanden die Hartberger dann erneut am starken Tormann der Heimmannschaft ihren Meister. Der TSV schaffte es nicht frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen, viele Fehlpässe, Ungenauigkeiten und eine schwache Chancenauswertung hielten die Partie offen. In der Schlussphase stand Abwehrchef Thomas Rotter nach einem Eckball erneut goldrichtig und besorgte die erstmalige TSV-Führung. Alles sah nach einem sicheren Sieg für Hartberg aus. Doch aus diese Führung brachten unsere Blau-Weißen nicht über die Spielzeit. Mit der letzten Aktion des Spiels, bereits in der Nachspielzeit gelang dem ASKÖ Gmünd tatsächlich der Ausgleich. Gasser verwandelte einen Elfmeter. Die Vorgeschichte ist aber zum Haare raufen. Hartberg ließ einen letzten Angriff der Hausherren zu und nach einem angeblichen Foul im Strafraum entschied SR Gishamer auf Strafstoß. Eine mehr als fragwürdige Entscheidung.

So musste der TSV Hartberg nachsitzen, zweimal 15 Minuten „Overtime“ folgten. In der Verlängerung passierte – mit Ausnahme von zwei Minuten – nichts, der TSV mühte sich. In der 113. Spielminute machte den Oststeirern eine ebenfalls fragwürdige Gelb-Rote Karte für Tobias Kainz das Leben schwer. Doch dann in der 114. Minute der erlösende Siegtreffer! Ried mit dem Zuspiel auf Julius Ertlthaler, der im Strafraum zum Ball kam und zum 3:4-Endstand einnetzte . Zum Glück wurde ein Elfmeterschießen verhindert. Nach etwas mehr als 120 Minuten war die Cup-Schlacht dann geschlagen und das Spiel zu Ende. Hartberg jubelte über den Aufstieg und die sympathische Truppe aus Gmünd wurde zurecht (auch von den mitgereisten TSV Fans) für eine beherzte und starke Leistung mit viel Applaus belohnt.

Am Ende heißt es Gmünd 3 Hartberg 4. Der Aufstieg zählt und dieser wurde geschafft! Einer Blamage ist man knapp entgangen. Die Leistung war alles andere als rühmlich. Einige Spieler agierten zu lethargisch, emotionslos und ließen die letzte Entschlossenheit vermissen. So etwas darf in keinem Spiel passieren. Diese Akteure müssen sich an der Nase nehmen und an der Ehre packen, wir sind der TSV Hartberg und das muss in alle Köpfe rein. Genau analysieren, Themen ansprechen und mit Vollgas in die nächste Trainingswoche, die mit dem wichtigen Auswärtsspiel in Innsbruck gegen die WSG Tirol abgeschlossen wird. Die Auslosung für das Achtelfinale im UNIQA ÖFB Cup wird heute Sonntag (18.10.) um 17:05 Uhr in ORF1 live übertragen. Spieltermin ist der 3.-5. November 2020 bzw. 15./16. Dezember für die Vereine (gegen) FC Red Bull Salzburg, SK Rapid Wien, RZ Pellets WAC und LASK. #forzatsv #nevergiveup


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #GMÜHTB-Highlights


Stimmen zum Spiel:
TSV Co-Trainer Kurt Russ: „Gmünd hat eigentlich keine Torchancen gehabt, dann machen wir Ihnen zwei unnötige Gastgeschenke und auf einmal hast du ein echtes Cupspiel. Es war dann auch wie verhext, jeder Schuss von uns ist direkt auf den Goalie oder am Tor vorbei gegangen. Ich habe der Mannschaft auch gesagt, dass sie sisch an der Nase nehmen muss. Aber das Wichtigste ist der Aufstieg in die nächste Runde und das ist uns am Ende dann doch gelungen!“


Uniqa ÖFB Cup 2020/21  – 2. Runde | Samstag 17. Oktober 2020

FC ASKÖ Gmünd 3:4 n.V. (3:3; 2:1) TSV Prolactal Hartberg
Sportplatz Gmünd, 480 Zuschauer, SR Gishamer (Salzburg)

Tore
1:0 Allmayer (17.)
1:1 Rotter (20.)
2:1 Gasser (36./Elfer)
2:2 Rep (49.)
2:3 Rotter (83.)
3:3 Gasser (94./Elfer)
3:4 Ertlthaler (114.)


Gmünd
: Pirker – Preiml, Hinteregger, Gasser (c), Kovacic, Vasiljevic (88./Pichorner) – Steiner, Wettengl (88./Wernisch), Moser – Winkler (69./Payer/91. Oberwinkler), Allmayer

Hartberg: Swete (c) – Gölles (46./Heil), Rotter, Luckeneder (46./Gollner), Klem – Kainz – Rakowitz (61./Ertlthaler), Tijani (46./Ried), Rep, Horvath (85./Fadinger) – Tadic

Gelbe Karten: Allmayer, Vasiljevic, Gasser, Steiner bzw. Rotter, Klem, Kainz
Gelb-Rote Karte: Kainz (113.)

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg