Ordentlicher Auftritt beim 0:2 gegen Salzburg

Gegen Salzburg ist weiterhin kein Kraut gewachsen. 50 Minuten lang ging der Matchplan voll auf, in Summe ließen unsere Blau-Weißen nur sechs Torschüsse zu. Ein Doppelschlag binnen elf Minuten früh in der zweiten Halbzeit führte zu einer 0:2-Niederlage. Die Leistung war im Vergleich zum Tirol-Spiel aber wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Vor den Augen des mehrfachen Olympiasiegers und Weltmeisters Thomas Morgenstern, der einer Einladung unserer Präsidentin Brigitte Annerl folgte, war Kampfgeist, Leidenschaft, Einsatz und das taktische Auftreten absolut in Ordnung. Am Ende setzte sich eben individuelle Klasse durch. Es war ein „Bonusspiel“ indem man sich teuer verkauft hat.


Klaus Schmidt veränderte das System und schickte gegen Salzburg ein 5-3-2 (mit Kofler, Horvat und Kainz anstelle von Klem, Ejupi und Aydin) aufs Feld. Die Gäste aus Salzburg nahmen natürlich von Beginn an das Zepter in die Hand, doch unsere Blau-Weißen spielten eine starke erste Halbzeit, waren hellwach, aggressiv, kämpften aufopferungsvoll und versteckten sich nicht. Daher tat sich der Favorit über das ganze Spiel nicht so leicht, eine Vielzahl an Chancen herauszuspielen. Zweimal hatte Benjamin Sesko in der Anfangsphase die Führung am Fuß, schob das Leder aber links (13.) und rechts (19.) dank Top-Reaktionen von Kapitän Rene Swete am Tor vorbei. Glück für den TSV bei diesen beiden 100%-Chancen. Die Schmidt-Elf suchte ihr Heil mit langen Bällen auf Sprintrakete Seth Paintsil. In der 26. Minute die erste Chance. Paintsil (wurde von Heil mit einem perfekten Abschlag über das halbe Feld in Szene gesetzt) drang in den Gefahrenbereich ein, wurde von Solet und Pavlovic noch entscheidend gestört, sodass es nur zu einem „Edelroller“ reichte. Die Topchance auf die Führung gab es kurz darauf, als sich Schlussmann Köhn bei einem Ausflug verschätzte, der Hartberg-Stürmer verpasste es aber, das Spielgerät via Lupfer im leeren Tor unterzubringen. Schade, zwei absolut nennenswerte Möglichkeiten. Die Gäste wurden in der ersten Hälfte nur noch einmal vorstellig, der Schuss von Fernando war zu zentral und kein Problem für Swete (43.).

Der TSV machte es in den ersten 45 Minuten richtig gut, die defensive Kompaktheit und das dichte Zentrum erschwerte dem Serienmeister das Durchdringen. Dies war auch der Plan für Teil zwei, doch Salzburg legte die Partie binnen elf Minuten auf Eis. Fernando entkam (dank glücklicher Ballmitnahme mit der Schulter) der TSV-Abwehr, scheiterte zunächst an Swete, verwertete aber den Nachschuss zum 0:1 nach 50 Minuten. Nach einer guten Stunde die Vorentscheidung. Sucic mit dem schönen Wechselpass, Wöber legte zur Mitte und Capaldo bugsierte das Leder über die Linie. Bitter, dass Sonnleitner im Zentrum unglücklich wegrutschte und somit Capaldo nicht mehr stören konnte. Hartberg gab sich nicht auf, war ansatzweise über Paintsil immer wieder aktiv, doch die Bullen agierten defensiv abgeklärt und kompromisslos und so blieb der Ausschluss von Diambou (nach zwei harten Fouls an Heil und Kofler binnen 15 Minuten) neben dem Seitfallzieher-Versuch von Aydin der einzige „Höhepunkt“ in der – von Fouls und strafraumarmen Szenen geprägten – letzten halben Stunde.


Stimmen zum Spiel:

Klaus Schmidt (Hartberg-Trainer): „Wir haben einiges richtig, richtig gut umgesetzt, aber man muss gegen Salzburg in Führung gehen, weil sie dir einfach irgendwann ein Tor machen. Nach dem Führungstreffer der Salzburger bricht ein wenig die Moral, du weißt dann, dass du etwas Großes schaffen musst. Ich habe geglaubt, dass Seth Paintsil in Tempoläufen unbesiegbar ist, aber heute haben wir gelernt, dass Salzburgs Abwehrreihen auch da mitgehen können. Da ist einfach auf jeder Position richtig, richtig viel Qualität vorhanden.“

Christoph Freund (Salzburg-Sportdirektor): „Ein verdienter und ganz wichtiger Sieg. Wir sind es nicht gewohnt, so früh eine verdiente Niederlage einstecken zu müssen, deshalb war es wichtig, dass wir heute gleich wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren, und vor allem die Intensität, Laufbereitschaft und Aggressivität auf den Platz bringen. Es geht nicht alles so leicht von der Hand, man vergibt dann die eine oder andere große Chance. Man muss sich alles erarbeiten, das ist in jeder Saison so, obwohl uns viele ja schon vorweg als Meister und Cupsieger gratulieren wollen. Man muss reinfinden, muss die knappen Spiele gewinnen und da zählt immer, wie fokussiert die Mannschaft gemeinsam unterwegs ist. Heute hat das über weite Strecken schon ganz gut ausgesehen, auch in der ersten Hälfte.“

Rene Swete (TSV-Kapitän): „Wir haben eine Leistung auf den Platz gebracht, die in Ordnung und phasenweise gut war, phasenweise wurden wir dann aber auch weit hinten hineingedrängt. Aber Salzburg hat einfach enorme Qualität, alleine wenn man bedenkt, was sie von der Bank nachbringen können. Da muss man schon einen Traumtag mit viel Glück erwischen.“

Lukas Fadinger (TSV-Spieler): „Wir haben es erste Halbzeit richtig gut gemacht, Salzburg hat sich schwer getan Chancen herauszuspielen. Ein, zwei Hunderter haben sie gehabt. Nach der Halbzeit waren die beiden schnellen Tore bitter, da ansonsten echt etwas drinnen gewesen wäre. Wir sind natürlich enttäuscht, können aber auch stolz auf unsere Leistung sein.“


Admiral Bundesliga 2022/23 | 03. Runde | Samstag, 06. August 2022

TSV Egger Glas Hartberg 0:2 (0:0) FC Red Bull Salzburg

Profertil Arena – Hartberg, 2.790 Zuseher | SR Lechner (Wien)

Spielhighlights: Highlights #HTBRBS

Tore:
0:1 Fernando (50.)
0:2 Capaldo (60.)

Hartberg: Swete – Farkas, Steinwender, Sonnleitner, Horvat, Kofler – Kainz (78./Kröpfl), Heil (90./Gollner), Fadinger (67./Ejupi) – Paintsil (90./Sturm), Tadic (67./Aydin)

Salzburg: Köhn – Dedic, Solet, Pavlovic (86. Ulmer), Wöber – Capaldo (75. Diambou), Seiwald, Sucic, Kjaergaard (64. Bernede) – Sesko (75. Simic), Fernando (64. Okafor)

Gelb-Rot: Diambou (90.)

Gelbe Karten: Swete bzw. Pavlovic, Simic

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg