„Zäher“ Punkt in Innsbruck – 1:1 gegen WSG Tirol

Auf den ersten Sieg heißt es weiter warten, am Ende wurde zum dritten Mal ein Rückstand in ein Remis verwandelt…


Innsbruck hat die rote Corona Ampel inne, Maskenpflicht und keine Gastronomie im Stadion. Diese Umstände wirken sich natürlich auf die Zuseher aus. Nur knapp 500 Besucher sind aufs Tivoli gekommen um sich Bundesliga-Kost zu gönnen. Die Fans sahen auch die erste Großchance nach 13 Minuten für die Hausherren. Frederiksen mit dem Zuspiel auf Yeboah durch die nicht gestaffelt stehende TSV-Abwehr. Der Stürmer scheiterte aber an der starken Fußabwehr von TSV-Schlussmann Rene Swete. Unsere Blau-Weißen versuchten es öfter mit hohen Bällen. Nach einem Ballgewinn beförderte Tobi Kainz mit einem Bogenball das Spielgerät sofort in die Offensive. Gugganig zupfte Tadic am Leibchen zurück. Der Hartberg-Angreifer wäre auf und davon gewesen. SR Spurny zückte Gelb. Eine fragwürdige Entscheidung, da der Wattener klar der letzte Mann war. Die große Chance auf die Führung hatte nach gut 25 Minuten Rajko Rep. Gugganig mit dem kapitalen Fehlpass im Spielaufbau, Rajko Rep zog auf den Tiroler Kasten, wurde aber langsamer und suchte zu spät den Abschluss. Zu zögerlich! Schade. Eine halbe Stunde war gespielt als der WSG der Führungstreffer gelang. Petsos auf Yeboah, Gollner und Luckeneder viel zu passiv und schon zappelte der Ball im Netz. Das ging zu einfach! Im fünften Saisonspiel der fünfte Rückstand.

Nach der Pause wurde das Hartberger Spiel etwas besser, doch die erste Großchance gehörte wieder der Silberberger-Elf. Frederiksen bediente Zlatko Dedic, der auf Grund eines Abwehrfehlers zum Ball kam. Swete kam gut aus dem Tor und der Slowene konnte das Leder nur noch am Tor vorbeischieben. Es folgte die beste Hartberger-Phase. Rotter mit dem Spielaufbau, Ried baute sich in den Angriff ein, sein „Stangler“ landete bei Rep, der aus spitzem Winkel über das Gehäuse – via Kopf von WSG-Tormann Oswald – schoss. Topchance (68.)! Sechs Minuten später der Ausgleich! Neuzugang Sascha Horvath leitete die Aktion ein, legte zurück auf Andi Lienhart. Die präzise Flanke des Rechtsverteidigers versenkte Rajko Rep per Kopf zum 1:1. In dieser Phase des Spiels nicht unverdient. Die Schopp-Elf nahm Risiko, wollte unbedingt den Sieg erzwingen, Tirol bekam Räume und wurde noch zweimal brandgefährlich. Hoher Ball über die TSV-Defensive. Yeboah trat erneut zum 1:1 gegen Swete an, der TSV-Kapitän wieder Sieger im Duell mit dem Doppelstaatsbürger (Ghana-Italien). Der TSV schaffte keine weitere Torchance herauszuspielen, die Hausherren probierten es nochmals über Rieder, dessen Schuss Swete parierte. Den anschließenden Kopfball klärte Klem vor der Linie. Dem noch nicht genug setzte Anselm die letzte Möglichkeit der Partie über den Kasten.

Am Ende eine nicht ganz ungerechte Punkteteilung, wobei die WSG Tirol dem Sieg am Ende etwas näher war. Unsere Mannschaft müht sich durch die ersten Runden der Liga. Viele Fehlpässe und unnötige Eigenfehler machen es schwer. Offensiv fehlte die letzte Durchschlagskraft. Zumindest einen Zähler konnten Rotter, Ried & Co. mitnehmen aus dem Westen Österreichs, doch zufrieden kann man damit nicht wirklich sein. Klar analysieren, hart weiterarbeiten und sich selbst das Selbstvertrauen zurückkämpfen und sobald als möglich den ersten Saisonsieg einfahren. Am Besten bereits am kommenden Samstag im Heimspiel gegen die Wiener Austria.


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #WSGHTB-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Ich finde, dass es ein mühevoller Beginn war – von beiden Seiten. Wir haben die tolle Chance auf das 1:0 durch Rajko (Rep), im Gegenzug passiert das 1:0 (für Wattens). Zu dem Zeitpunkt hätte der Schiedsrichter schon einmal eine Rote Karte zeigen müssen, was nicht passiert ist. Die Argumentation des Schiedsrichters ist für mich nicht nachvollziehbar, für mich eine ganz klare Rote Karte. Es sind momentan Dinge, die nicht für uns laufen. Das heute war über weite Teile vielleicht nicht das, was wir uns wirklich erhofft haben. Es war vom Spielerischen her sicher nicht optimal, obwohl wir sehr, sehr bemüht waren. Es sind momentan die Kleinigkeiten, die nicht passen.“

Thomas Silberberger (WSG-Trainer): “Glücklich stimmt mich, dass wir das Spiel nicht verloren haben. Das war zum Schluss Harakiri auf beiden Seiten. Ich glaube, heute waren einige haarsträubende Fehlentscheidungen des Schiedsrichters dabei. Letztlich scheitern wir an unserer Torverwertung. Fakt ist, wir haben uns für einen guten Auftritt nicht belohnt. Irgendwo gehen uns vier, fünf Punkte ab, wegen unserer Chancenverwertung. Da müssen wir schnellstmöglich in die Spur kommen.”

TSV-Spieler Sascha Horvath: „Es war ein schwieriges Spiel, wir sind dann unnötig 1:0 in Rückstand geraten. Diese Aktion müssen wir besser verteidigen. Wir müssen daran arbeiten, dass wir den letzten Pass besser spielen und dann sind wir vorne gefährlich. Wenn wir zusammen auch besser verteidigen, bekommen wir auch die Gegentore nicht.“


Tipico Bundesliga 2020/21  – 5. Runde, Sonntag, 25. Oktober 2020

WSG Swarovski Tirol 1:1 (1:0) TSV Prolactal Hartberg

Tivoli-Stadion, Innsbruck, 475 Zuschauer, SR Spurny (Wien)

Torfolge:
1:0 Yeboah (30.)
1:1 Rep (74.)

WSG Tirol: Oswald – Rogelj (61./Gölles), Hager, D. Gugganig, Schnegg – Baden Frederiksen (70./Smith), Petsos, Naschberger, Pranter (70./Anselm) – Yeboah, Dedic (83./Rieder)

Hartberg: Swete – Rotter, Luckeneder, Gollner (46./Ried) – A. Lienhart, T. Kainz, Tijani (65./Heil), Klem – Horvath (83./Ertlthaler) – Tadic (79./Chabbi), Rep

Gelbe Karten: Gugganig, Petsos, Hager, Naschberger bzw. Kainz, Ertlthaler

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg