Rotter trifft! Last-Minute-Punktgewinn gegen Rapid

Die Bilanz in der Bundesliga gegen Rapid bleibt ausgeglichen. 4 Siege, 4 Unentschieden, 4 Niederlagen. Diesmal präsentierte man sich in der ersten Halbzeit nicht so stark wie gewohnt, doch bewies in Durchgang zwei einmal mehr Moral und Leidenschaft. Heil, Horvat & Co. glaubten an den Ausgleich, kämpften verbissen und wurden in der letzten Sekunde durch den Treffer von TSV-Urgestein und Eigenbauspieler Thomas Rotter belohnt. Aufgrund der zweiten Hälfte nicht unverdient, aber natürlich ein gewonnener Punkte für den TSV Egger Glas Hartberg. Wichtig für die Stimmung und das Selbstvertrauen vor einer schweren Auswärtswoche (BW Linz, Altach). Auch statistisch geht das Remis in Ordnung. 50:50 Ballbesitz, 50:50 Zweikampfquote. Tabellarisch liegt der TSV mit 14 Zählern auf Platz sechs, doch nach wie vor liegen die Mannschaften zwischen Platz vier und zwölf innerhalb von fünf Punkten.


Trainer Kurt Russ brachte mit dem wieder genesenen Dario Tadic und Nemanja Belakovic zwei neue Spieler in die Startelf für das Heimspiel gegen die Grün-Weißen. Einzig Philipp Sturm musste krankheitsbedingt passen. Die Partie startete aus Hartberger Sicht alles andere als optimal. Nach einem leichten Ballverlust beim Herausspielen suchten die Gäste den direkten und schnellen Weg zum Tor. Robert Ljubicic mit dem Pass in die Tiefe, Kara legte ab auf Taxiarchis Fountas der eiskalt zur Führung verwandelte (11.). In der Folge war die Kühbauer-Truppe klar besser, hatte auch Chancen auf das 2:0. Ullmann scheiterte an Swete (20.), der Schuss von Marco Grüll nach einer schönen Einzelaktion verfehlte das lange Eck sehr knapp (41). Die Russ-Truppe präsentierte sich in Durchgang eins nicht von der besten Seite. Ein „Schüsschen“ von Jürgen Heil kurz vor Seitenwechsel war die einzige Offensivaktion. 

Die Pausenansprache von Cheftrainer Kurt Russ zeigte Wirkung, zudem brachte er mit Matija Horvat einen Zentrumsspieler, der für Stabilität sorgte. Kein schöner Moment in der 53. Minute. Rapids Abwehrspieler Leo Greiml kam unglücklich zu Fall und zog sich vermutlich eine schwere Knieverletzung zu. Gute Besserung auf diesem Wege. In Durchgang zwei präsentierten sich unsere Jungs ganz anders, gestalteten das Spiel offen, spielten nach vorne und fighteten sich richtig in die Partie. Auch wenn vorerst die großen Torchancen fehlten, näherte man sich mit Schüssen von Niemann und Kainz dem gegnerischen Kasten an. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr wurde der Druck des TSV erhöht. Viele Standards wurden (noch) nicht genutzt. Eine Viertelstunde vor Schluss musste auch Donis Avdijaj verletzt vom Feld (er fuhr nach dem Spiel zur MRT-Untersuchung ins LKH). An seiner Stelle kam Seth Paintsil ins Spiel und brachte ordentlich Schwung in die Offensive. Das ganze Stadion spürte eine Chance kommt noch. Ein Fan schrie: „Ich gehe erst heim, wenn wir den Ausgleich erzielt haben!“, gesagt – getan. Letzte Minuten der Nachspielzeit, Freistoß Dario Tadic. Nach einer zu kurzen Abwehr der Rapidler landete das Leder bei Paintsil der die Stange traf, beim darauffolgenden Strafraum-Gestocher setzte sich Thomas Rotter durch und haute das Leder in der 97. Minute in die Maschen. Danach brachen alle Dämme, großer Jubel im TSV-Lager, der 1:1-Endstand in letzter Sekunde.


Stimmen zum Spiel:

Kurt Russ (Hartberg-Trainer): „Ich habe gewusst wir werden irgendwann noch eine Chance bekommen. Wir haben sie bekommen und genutzt. Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen, weil sie in der zweiten Halbzeit nie aufgegeben und immer nach vorne gespielt hat. Dadurch haben wir uns diesen dreckigen Punkt auch verdient.“

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): „Schön langsam werde ich müde. Wir waren erste Halbzeit die klar bessere Mannschaft, zweite Halbzeit haben wir dem Gegner das Spiel übergeben, das war aber nicht dramatisch, weil Hartberg bis auf Standardsituationen wenig zusammengebracht hat. Wie es momentan reinpasst bei uns, kriegst du dann mit der letzten Aktion wieder das Tor. Die Jungs sind momentan mental nicht so auf der Höhe, wie man es sein soll.“

Thomas Rotter (TSV-Torschütze): „Es ist natürlich unglaublich schön, in letzter Minute das Tor zu schießen, auch wenn es nur der Ausgleich war. Wir haben uns den Punkt verdient. Wir haben extrem gekämpft und viele Standardsituationen gehabt, aber leider nicht viel daraus gemacht. Wir haben uns zu wenig zugetraut und zu wenig spielerische Lösungen gefunden und sind dadurch zu wenig ins Spiel gekommen. Wir können mit der zweiten Halbzeit zufrieden sein, wir haben uns zurückgekämpft und bis zur letzten Sekunde immer an uns geglaubt. Es war nicht die beste Leistung, aber die Moral hat wieder einiges bewiesen bei uns.“


Admiral Bundesliga 2021/22 | 12. Runde | Sonntag, 24. Oktober 2021

TSV Egger Glas Hartberg 1:1 (0:1) SK Rapid Wien

Profertil Arena – Hartberg | SR Gishamer (Salzburg) | 4.469 Zuseher

Spielhighlights: Highlights #HTBSCR

Torfolge:
0:1 (11.) Fountas
1:1 (97.) Rotter

Hartberg: Swete – Stec (75./Schantl), Sonnleitner, Rotter, Klem – Kainz (81./Lemoine), Heil – Niemann, Avdijaj (75./Paintsil), Belakovic (46./Horvat) – Tadic

Rapid: Gartler – Stojkovic, Greiml (53./Schick), Aiwu, Ullmann – Grahovac, Ljubicic – Ballo (82./Auer), Fountas (72./Knasmüllner), Grüll (82./M. Oswald) – Kara (72./Kitagawa)

Gelbe Karten: Avdijaj, Rotter bzw. Grahovac

Fotos: TSV Hartberg | GEPA pictures