Schmerzvolle und verdiente 2:4-Niederlage in Tirol

Spiele mit Vorentscheidungscharakter sind anscheinend nicht die Stärken des TSV. Mit einem Sieg in Tirol hätte alles klar gemacht werden können. Doch es kam völlig anders. Der TSV Egger Glas Hartberg verliert gegen den nun fix Qualigruppen-Ersten WSG Tirol mit 2:4 (0:1) – und zwar verdient. Denn der Auftritt war salopp formuliert schwach. Kein Vergleich mit den Darbietungen der letzten Wochen. Fehlende Ideen, fehlende Aggressivität und nicht das Hartberger Gesicht gezeigt. Extrem bitter, denn jetzt wartet in der letzten Runde ein Showdown für vier Mannschaften! Danke an die mitgereisten Fans für die Unterstützung, nächsten Freitag brauchen wir JEDEN FAN, JEDEN HARTBERGER IM STADION, ES GEHT UM ALLES, GEMEINSAM ZUM KLASSENERHALT!


Trainer Klaus Schmidt brachte den zuletzt Gesperrten Manfred Gollner anstelle von Matija Horvat in der Innenverteidigung. Die Silberberger-Elf hatte von Beginn an mehr vom Spiel, der Hartberger Auftritt über lange Zeit farblos. Zunächst vergaben die Hausherren noch ihre Chancen. Der Abschluss von Blume zu zentral (18.), der Kopfball von Vrioni schrammte vorbei (27.). Die beste TSV-Aktion in der ersten Hälfte hatte Jürgen Heil, der nach einer halben Stunden zur Mitte zog und abschloss, doch Tormann Ozegovic war mit der Faust zur Stelle. In der 37. Minute dann die Führung für Tirol. Eine Hereingabe von Kofi Schulz köpfte Michael Steinwender unglücklich ins eigene Tor. In der Nachspielzeit rettete Swete bei einem Sabitzer-Kopfball.

Doch auch in der zweiten Halbzeit spielte die WSG mit mehr Schwung. Bereits in der 52. Minute das 2:o für die Tiroler. Über Ertlthaler und Vrioni kam das Leder zu Sabitzer, der ohne Probleme vollendete. Viel zu viel Platz für die Truppe von Thomas Silberberger. Nach gut einer Stunde näherten sich unsere Blau-Weißen dem Tor. Okan Aydin fasste sich ein Herz, traf aber nur die Latte. Eine Minute später der Anschlusstreffer zum 2:1. Freistoß Dario Tadic und Manfred Gollner war per Kopf zur Stelle (63.). In der 71. Minute das 3:1 durch Vrioni nach Blume-Zuspiel. Doch diese Aktion hatte einen Schönheitsfehler, ein klares Foul von Prica an Heil in der Entstehungsgeschichte. Ranacher legte das 4:1 (83.) nach. Der eingewechselte Seth Paintsil, der für Wirbel sorgte, erzielte kurz darauf mit einer schönen Einzelaktion das 4:2 und hatte dann sogar den Anschlusstreffer am Fuß, schoss aber drüber. Kurz darauf hatte Tadic aus kurzer Distanz ebenfalls die 100%ige Möglichkeit, doch es blieb bei der Niederlage.


Stimmen zum Spiel:

Klaus Schmidt (Hartberg-Trainer): „Es war eine absolut verdiente Niederlage. Es tut uns sehr weh, weil auf den anderen Plätzen nicht für uns gespielt worden ist und wir immer noch im Abstiegskampf sind. Wir waren nicht bereit für dieses Finalspiel. Wer keine Gelbe Karte bekommt, kann nicht bereit sein für so ein Spiel. Ich denke, dass wir uns der Situation im Abstiegskampf nicht ganz bewusst waren. Wir haben den Wattenern zu viel angeboten.“

Thomas Silberberger (WSG-Trainer): „Ich bin unheimlich stolz. Es ist extrem schön, dass wir beide Ziele mit einem Aufwischen erreicht haben. Wir haben Beides in einem Spiel fixiert – das Play-off und das Heimrecht. Es war eine reife Leistung über 80 Minuten. Und es ist toll, dass man in Tirol doch noch Fußballfeste feiern kann. Jetzt fiebern wir diesen Play-off-Spielen entgegen.“

Rene Swete (TSV-Kapitän): „Es hat von 1 bis 100 alles gefehlt, von mir bis ganz vorne. Heute hat die um drei Klassen bessere Mannschaft gewonnen, wir waren in jeder Hinsicht schlecht. Taktisch, spielerisch, mental – warum das so ist, weiß ich nicht.“

Dario Tadic (TSV-Stürmer): „Für mich ist das unverständlich, es geht für den ganzen Verein um so viel und dann liefern wir so eine Leistung ab.“


Admiral Bundesliga 2021/22 | 31. Runde | Samstag, 14. Mai 2022

WSG Tirol 4:2 (1:0) TSV Egger Glas Hartberg

Tivoli Stadion Tirol – Innsbruck, 2.740 Zuseher | SR Lechner (Wien)

Spielhighlights: Highlights #WSGHTB

Tore:

1:0 Steinwender (37./Eigentor)
2:0 Sabitzer (52.)
2:1 Gollner (63.)
3:1 Vrioni (71.)
4:1 Ranacher (83.)
4:2 Paintsil (86.)

WSG: Ozegovic – Koch, Bacher, Stumberger, Schulz – Rogelj (82./Ranacher), Blume (82./Skrbo), Müller (68./Ogrinec), Ertlthaler (70./Behounek) – Sabitzer (68./Prica), Vrioni

Hartberg: Swete – Farkas, Steinwender (58./Horvat), Gollner, Klem – T. Kainz, Diarra (46./Avdijaj), Aydin, Heil (84./Erhardt) – Niemann (58./Paintsil), Tadic (91./Lemmerer)

Gelbe Karten: Sabitzer, Müller, Schulz bzw. keine

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg