Starke Leistung bleibt unbelohnt – 2:4 Niederlage gegen Rapid!

Eine starke und kämpferische Leistung der Blau-Weißen, doch am Ende konnte man leider nichts Zählbares mitnehmen.


4.000 Zuschauer sind trotz „Sauwetter“ und des eher ungünstigen Spieltermins unter der Woche in die Profertil Arena gekommen, um den TSV Hartberg im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen und wurden dafür mit einem flotten und torreichen Fußballspiel belohnt. Markus Schopp rotierte erneut und brachte neben den Startelf Debütanten Kresimir Kovacevic und Jürgen Heil auch noch Florian Sittsam, Michael Blauensteiner und Tobias Kainz neu in die Startformation. Von Beginn an sehr gute Stimmung auf den Rängen, immer wieder Standing Ovations und „Hartberg“ Sprechchöre. Diese positive Energie wurde sofort auf die Mannschaft übertragen. 40 Sekunden gespielt und Kovacevic lief alleine auf das Rapid Tor zu. Strebinger konnte den Schuss aber entschärfen. Die Mannschaft war gut eingestellt, stand kompakt und ließ nichts zu, bis zur 15. Minute. Ecke von Knasmüllner, Blauensteiner und Swete behindern sich im Strafraum gegenseitig und unser sonst so sicherer und starker Rückhalt faustete sich den Ball unglücklich ins eigene Tor. Pech, denn Rapid ging ohne einen einzigen Schuss aufs Tor in Führung. Das erste Eigentor in der Hartberger Bundesligageschichte. Die Schopp-Elf ließ sich aber dadurch nicht entmutigen und kämpfte weiter. Wenige Sekunden nach dem Gegentreffer ein starker Angriff über Kapitän Sigi Rasswalder, der sein 200. Pflichtspiel für den TSV Hartberg absolvierte, doch seinen Stanglpass konnte Strebinger gerade noch zur Ecke klären. Die nächste Chance folgte in Minute 18. Blauensteiner mit der Hereingabe, der Rapid Schlussmann klärte zuerst die Flanke und anschließend auch den Nachschluss von Rep. In weiterer Folge kam man nach Ecken zu einigen Chancen, Strebinger drehte einen Rasswalder Kopfball über die Latte (20.). Dann die 28. Spielminute. Rep mit dem Freistoß, zentral aufs Tor, der Ball springt vor Strebinger auf und dieser ließ ihn durch. Der verdiente und vielumjubelte Ausgleich für die Blau-Weißen. Kurz vor dem Pausenpfiff gab es dann noch drei weitere Chancen für die Hartberger. Zwei Kovacevic Schüsse fielen allerdings zu harmlos aus und in der Nachspielzeit schnappte sich Rep nach einem Bolingoli-Patzer den Ball, wollte Strebinger überheben doch dieser konnte das Spielgerät abfangen. Mit dem 1:1 ging es in die Kabinen, da wäre mehr möglich gewesen. 10:2 Schüsse und 7:0 davon aufs Tor, so die Statistik der ersten 45 Minuten. Hartberg spielte Rapid phasenweise an die Wand, konnte sich aber dafür nicht ausreichend belohnen.

Nach der Pause kam Rapid besser aus der Kabine. 48. Minute, Murg geht von der rechten Seite in den Strafraum und schiebt den Ball an Swete vorbei in den Kasten. Die glückliche Führung für Rapid mit der ersten richtigen Torchance im Spiel. Nach einer Halbchance für den TSV (59.) machten es die Hütteldorfer nur wenige Minuten später besser und bauten die Führung aus. Der starke Murg mit einer Flanke auf Bolingoli und dieser mit dem Kopf zum 3:1 (63). Unsere Mannschaft zeigte Moral, gab sich nicht geschlagen. Flanke von Kainz, Rep kommt an den Ball und dieser ging hauchdünn am langen Eck vorbei (64.). Die nächste gute Chance ließ nicht lange auf sich warten. 72. Minute, der kurz davor eingewechselte Cancola zog aus der Distanz ab, ein guter Schuss, der nur knapp den Kasten verfehlte (71.). Es ging Schlag auf Schlag. Swete konnte eine gute Rapid Chance entschärfen (72.) und im Gegenzug hielt Strebinger einen Rep Schuss aus 20 Meter im nachfassen. Danach wieder Rapid, Pavlovic mit einem „Lupfer“ über den herauslaufenden Swete (74.) und stellte mit diesem sehenswerten Treffer auf 4:1. Ein Ergebnis, das den Spielverlauf nicht wiederspiegelte. Trotz dieses Rückstands kämpfte die Schopp-Elf weiter und kam noch zu guten Möglichkeiten. Nach einem Rep-Freistoß konnte Strebinger den Kopfball von Blauensteiner nach vorne abwehren, der Nachschluss von David Cancola landete aber im Netz. Erstes Bundesligator für den 22-Jährigen. 2:4 aus Sicht des TSV. Die Schlussphase gehörte wieder den Hartbergern, die Blau-Weißen waren bemüht, drückten auf einen weiteren Treffer. 85. Minute. Flanke von Rep, Ilic wird im Strafraum zu Boden „gezogen“, kein Pfiff, da kann es durchaus Elfer geben. Zwei weitere Rep-Möglichkeiten (86. und 89.) sowie ein Kopfball aus kurzer Distanz führten nicht zum gewünschten Erfolg. Es blieb beim 2:4.

Gegen den stärksten Gegner der Qualifikationsrunde war man über das ganze Spiel gesehen mindestens auf Augenhöhe, hatte mehr Torschüsse (21 :16). Ein Spiel mit unterschiedlichen Halbzeiten. Die ersten 45 Minuten gehörten klar unserer Mannschaft, nach dem Seitenwechsel war Rapid das bessere Team. Am Ende steht man aber trotz einer starken und kämpferischen Leistung wieder mit 0 Punkte da. Einsatz und Moral haben definitiv gestimmt. Die Zuschauer sahen ein attraktives, munteres und torreiches Fußballspiel. Nun heißt es, auf diese Leistung aufzubauen. Mit so einer Vorstellung steigt man nicht ab. Wichtig ist es, dass sich die Mannschaft für den Einsatz und die harte Arbeit der letzten Wochen endlich selbst belohnt und wieder Zählbares mitnimmt. Die nächsten Chancen gibt es beim Auswärts-Doppel bei Rapid (27.04.) und Innsbruck (04.05.). Auch wichtig für die Mannschaft war die tolle Unterstützung von den Rängen. Daher der Aufruf an alle TSV Fans, auch beim nächsten Heimspiel am 11. Mai (bei hoffentlich besserem Wetter) wieder mit dabei zu sein um gemeinsam das ganz große Ziel zu erreichen. FORZA TSV!


Eine Zusammenfassung vom Spiel gibt es hier: #HTBSCR-Highlights


Stimmen zum Spiel:
TSV Trainer Markus Schopp nach dem Spiel: „Ich bin extrem enttäuscht heute. Wir haben mit eklatanten Eigenfehler den Gegner ins Spiel gebracht. In der ersten Halbzeit haben wir richtig gute Anworten gehabt, verdient den Ausgleich gemacht und hätten sogar in Führung gehen müssen. Dann kommen wir aus der Kabine, spielen auf Abseits wo man nicht auf Abseits spielen darf und kassieren das 1:2 und laufen wieder hinterher. Was mich aber sehr positiv stimmt ist, dass die Mannschaft weitergekämft hat, bis zur letzten Sekunde und sich dann auch noch belohnt hat mit dem 2:4 und sogar danach noch gute Torchancen gehabt hat.  Für mich war aber wesentlich mehr im Spiel drinnen, enttäuscht bin ich auf Grund der Tatsache, dass wir aus dem Nichts dem Gegner einen Vorsprung gegeben haben. Und dann wird es natürlich sehr schwer, gegen eine Mannschaft wie Rapid zu bestehen.

Rapid Trainer Didi Kühbauer: „Es war ein Spiel mit zwei völlig verschiedenen Halbzeiten. Nach dem Tor waren wir zu statisch, hatten keine Bewegung. Hartberg ist besser ins Spiel gekommen. Zum Glück für uns hat man im Fußball eine Pause. Denn danach haben meine Jungs das sehr gut gemacht und genau das umgesetzt, was wir von der ersten Minute an wollten.“

Hartberg Schlussmann Rene Swete: „Das war heute nicht nur kämpferisch gut, sondern insgesamt eine gute Leistung. Wir waren gegen Rapid auf Augenhöhe und brauchen uns da nicht verstecken“

Die Pressekonferenz in voller Länge gibt es im Laufe des Tages auf unserem Youtube-Kanal.


Tipico Bundesliga 2018/19  27. Runde – 23. April 2019

TSV Prolactal Hartberg 2:4 (1:1) SK Rapid Wien

Profertil Arena, Hartberg 4.000 Zuschauer, SR S. Gishamer (Salzburg)

Tore:
0:1 Swete (ET/15.)
1:1 Rep (28.)
1:2 Murg (48.)
1:3 Bolingoli (62.)
1:4 Pavlovic (74.)
2:4 Cancola (82.)

Hartberg: Swete – Blauensteiner, Huber, Rotter, Rasswalder (c) (66. Flecker) – Kainz (77. Ilic), Camara, Sittsam, Heil (66. Cancola) – Rep, Kovacevic
Rapid: Strebinger – Auer, Sonnleitner, Hofmann, Bolingoli – Grahovac, Schwab – Murg, Knasmüllner (46. Ljubicic), Ivan (71. Schobesberger) – Pavlovic (78. Badji)

Gelbe Karten: Kainz, Cancola bzw. Bolingoli

Fotos: GEPA Pictures  | TSV Hartberg