Starke und beherzte Leistung unbelohnt – 3:1-Derbyniederlage

Felix Luckeneder sorgte für den zwischenzeitlich verdienten Ausgleich. Am Ende gewann aber auch im 4. Bundesliga-Derby die Heimmannschaft.


Das zweite Auswärtsspiel innerhalb einer Woche war mit dem Steiermark-Derby natürlich ein Besonderes. Unsere Nummer eins Rene Swete und Defensiv-Abräumer Bakary Nimaga mussten aufgrund der Gelb-Rot Sperre passen. Mehr als 10.000 Zuschauer, darunter rund 1.500 mitgereiste Hartberger, sahen von Beginn an eine aktive, entschlossene und spielfreudige TSV-Mannschaft. In der 13. Minute erstmals Jubel im Hartberger Lager. Lukas Ried mit einem stark getretenen Freistoß in den Strafraum. Kapitän Michi Huber verlängerte das Leder per Kopf zu Innenverteidiger-Kollege Felix Luckeneder der aus Abseitsposition einköpfte. Der Treffer zählte daher nicht. Bitterer Beigeschmack: Huber wurde von Sturms Spendlhofer im Gesicht getroffen. Ein Elfmeterpfiff wäre auf alle Fälle gerechtfertigt gewesen. Bei dieser Aktion zog sich Michael Huber einen Nasenbeinbruch zu. Die Schopp-Truppe spielte munter weiter. Jodel Dossou, der immer wieder Dampf über die Seite machte, scheiterte mit einem Schuss an Schlussmann Jörg Siebenhandl (18.). Zwei Minuten später setzte Dario Tadic die Hereingabe des Benin-Teamspielers über den Kasten. Die einzige Topchance der Grazer in Durchgang eins verzeichnete Despodov. Der Freistoß von der Strafraumgrenze prallte gegen die Außenstange. In der Nachspielzeit tanzte Jodel Dossou Sturm-Kapitän Stefan Hierländer aus. Bei der Hereingabe zur Mitte war Tadic dran, doch Siebenhandl rettete vor der Linie. 

Auch nach Wiederbeginn änderte sich das Bild zunächst nicht. Der kampfstarke Jürgen Heil setzte sich im Mittelfeld durch, legte ab auf Dossou. Den gefährlichen Schuss konnte Siebenhandl mit einer Glanztat gerade noch parieren. Die Hausherren präsentierten sich im zweiten Spielabschnitt wesentlich stärker und konnten in der 56. Minute über die 1:0-Führung jubeln. Kiril Despodov ließ Christian Klem – technisch fein – stehen, bediente Thorsten Röcher, der aus kurzer Distanz das Netz zappeln ließ. Starke Einzelleistung vom Bulgaren und zu viel Platz für Röcher. Doch die große Ausgleichschance ließ nicht lange auf sich warten. Es ging hin und her. Röcher versuchte es aus spitzem Winkel, Florian Faist mit einer tollen Parade (65.). In der 74. Minute der verdiente Ausgleich für unseren TSV Prolactal Hartberg. Nach einer Maßflanke von Andreas Lienhart übersah die Sturm-Defensive Felix Luckeneder, der eiskalt zum 1:1 einschoss. Beide Mannschaften spielten in der Schlussphase auf Sieg. Chancen gab es auf beiden Seiten. Aufgegangen ist dieses Szenario leider für die Heimmannschaft. Röcher mit dem Zuspiel von der Toroutlinie in den Rückraum. Die TSV Hintermannschaft etwas zu weit weg von Despodov, der ungehindert und souverän zur erneuten Sturm-Führung traf (83.). Die letzte Hartberg-Chance im Spiel hatte Sandro Gotal nach Tadic-Vorarbeit. Doch erneut wollte der Ball nicht im Sturm-Tor landen. Knapp vor Ende der regulären Spielzeit machten die Grazer den Deckel drauf. Jodel Dossou verlor das Duell mit Sakic, der Despodov in Szene setzte. Der „Man of the Match“ erzielte unhaltbar (abgefälschter Schuss) den 3:1-Endstand.

Ein unterhaltsames, gutes und ausgeglichenes Fußballspiel mit dem besseren Ende für den SK Sturm. Unsere Mannschaft zeigte eine beherzte und starke Leistung, war absolut auf Augenhöhe. Ein Punkt wäre auf alle Fälle verdient gewesen. Dossou, Tadic & Co. hatten doch einige Möglichkeiten, im Netz landete leider nur der Schuss von Felix Luckeneder. Vergessen darf man auch nicht die strittige Aktion in der Anfangsphase mit Michael Huber oder die zu unrecht gegebene gelbe Karte gegen Klem, der dadurch in der entscheidenden Phase im Zweikampf mit Despodov passiver agieren musste. In der zweiten Hälfte hat der starke Bulgare im Sturm-Trikot den Unterschied zu Gunsten der Grazer ausgemacht. Dennoch: Der TSV kann stolz auf die gezeigte Darbietung sein, auch wenn man diesmal als ebenbürtiger Verlierer vom Platz ging, was natürlich ärgerlich war.

Ein ganz großes DANKE auch an die vielen mitgereisten Fans, die für großartige, lautstarke Unterstützung und für eine echte Derby-Atmosphäre sorgten!


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #STUHTB-Highlights


Stimmen zum Spiel:
TSV-Trainer Markus Schopp: „Ich habe heute ein gutes Spiel von Hartberg gesehen, es ist insgesamt eine bittere Niederlage für uns. In der ersten Hälfte haben wir unseren Gegner nur durch Standards gefährlich werden lassen. Wir haben aber aus unseren Möglichkeiten zu wenig gemacht. Unser Anspruch hat sich verändert. Wir wollen etwas mitnehmen und nicht nur dabei sein. In der zweiten Hälfte hat Despodov den Unterschied ausgemacht. Wer in der Serie A spielt, das sagt schon etwas. Es ist gut, dass solche Spieler in unserer Liga spielen.“

Torschütze Felix Luckeneder: „Ich glaube, es war ein ordentliches Spiel von uns, vor allem in der ersten Hälfte. Wir haben Sturm in dieser Phase dominiert. Nach dem Rückstand sind wir wieder zurückgekommen, am Ende haben wir zu einfache Gegentore kassiert. Wir hätten uns mit einem Punkt belohnen müssen.“

Sturm-Coach Nestor El Maestro: „Wir haben in einer Situation, in der wir in der Pflicht waren, insgesamt eine sehr gute Leistung abgeliefert. Die zweite Hälfte war toll, auch für unsere Zuschauer, die letzte Woche enttäuscht nach Hause gingen. Wir waren in der zweiten Hälfte viel griffiger und näher am Gegner und haben uns besser in Szene gesetzt. Es schaut gut aus, wenn alle Spieler gleichzeitig gut funktionieren, dann entsteht etwas. Wir mussten gewinnen, wir haben gewonnen.“


Tipico Bundesliga 2019/20  – 14. Runde, Samstag 9. November 2019

SK Puntigamer Sturm Graz 3:1 (0:0) TSV Prolactal Hartberg

Merkur Arena, Graz-Liebenau, 10.087 Zuschauer, SR Gishamer (Salzburg)

Torfolge:
1:0 Röcher (56.)
1:1 Luckeneder (74.)
2:1 Despodow (83.)
3:1 Despodow (89.)

Sturm: Siebenhandl – Sakic, Donkor (46./Schrammel), Avlonitis, Spendlhofer (79./C. Leitgeb), Hierländer (82./Jantscher) – Röcher, Ljubic, Kiteischwili – Despodow, Balaj

Hartberg: Faist – Lienhart, Huber, Luckeneder, Klem – Cancola (85./Gotal) – Dossou, Heil (69./Rakowitz), Rep, Ried (79./Kainz) – Tadic

Gelbe Karten: Kiteishvili, Hierländer bzw. Cancola, Dossou, Klem

 

 

Fotos: GEPA Pictures | TSV Hartberg