Torfestival ging an Rapid – 5:2 Cup-Niederlage im Viertelfinale!

Unsere Mannschaft gab nie auf, doch Rapid gewann den Schlagabtausch verdient.

Mehr als 1.000 TSV-Anhänger sorgten an diesem Sonntag für Volksfeststimmung. Schon vor der Abreise zu Mittag in Hartberg stimmten sich alle auf dieses Erlebnis ein. Danach ging es mit Trikots, Schals und Fahnen mit dem Zug nach Hütteldorf, wo der Fanmarsch in Richtung Gästesektor anstand. Disziplinierte Fans und lautstarke Schlachtgesänge sorgten für eine gute Stimmung. Im Stadion wurde die Mannschaft sensationell von der Aufwärmphase bis zum Schlusspfiff unterstützt. DANKE an alle Fans, für diesen grandiosen Support.

Zum Sportlichen: Hartberg-Trainer Markus Schopp konnte mit Ausnahme von Neuzugang Mo Camara (Knie) aus dem Vollen schöpfen. Rapid dominierte vor einer schönen Kulisse (12.700 Besucher) das Spielgeschehen. Huber, Rasswalder & Co. standen aber defensiv kompakt und es dauerte über eine halbe Stunde bis zur ersten guten Möglichkeit der Hausherren. Schüsse von Murg (33.) und Schobesberger (34.) konnte René Swete sehenswert parieren. Die Schopp-Truppe versuchte gut mitzuspielen, die Offensivbemühungen blieben aber zunächst erfolglos und endeten vor dem Strafraum. Mit unnötigen Fehlpässen machte man sich das Leben meist selbst schwer. In der 43. Minute gelang den Grün-Weißen der Befreiungsschlag. Ausgangspunkt war ein Fehler vom sonst sehr starken Rajko Rep, der einen Ball knapp vor der Outlinie (unnötig) versuchte zu stoppen und somit dadurch einen Rapid-Angriff einleitete. Auer auf Pavlovic, der legte im Fallen auf Thomas Murg ab. Der Steirer konnte ungehindert zur Pausenführung einschieben.

Nach Seitenwechsel waren drei Minuten entscheidend. Michael Blauensteiner servierte Pavlovic das Spielgerät, der nach einem Doppelpass mit Schobesberger aus kurzer Distanz zum 2:0 traf. Erneut führte ein unnötiger Eigenfehler zum Gegentreffer – Schade! In der 52. Minute sorgte Innenverteidiger Hofmann (Sieger im Kopfball-Duell mit Rasswalder) nach Murg-Flanke für die Vorentscheidung. Markus Schopp reagierte und brachte „Zaki“ Sanogo in die Partie. Dieser sorgte für mehr Gefahr in der Offensive. Rapid-Schlussmann Strebinger zeichnete sich bei einer unangenehm senkenden Flanke von Sanogo (57.) aus. Zwei weitere hochkarätige Rapid-Chancen, ein Schobesberger-Lupfer (61.) und ein Schwab-Volley aus kurzer Distanz (66.), fanden nicht den Weg ins Tor. Unsere Jungs gaben sich nicht auf, versuchten weiterhin alles und wurden nach 69 Minuten dafür belohnt. Tschernegg auf Blauensteiner. Die gefährliche Flanke von rechts lenkte Martic ins eigene Tor. Es kam noch einmal ein wenig Spannung auf im Allianz Stadion. Pavlovic stellte per Kopf aber fünf Minuten später den Drei-Tore-Vorsprung wieder her. Der Schlagabtausch fand seine Fortsetzung. Kapitän Sigi Rasswalder traf nach einer wunderschönen Kombination über Kröpfl und Rep aus kurzer Distanz (87.) und ließ nochmals Hoffnung aufkeimen. Augenblicke später hätte es noch einem Elfmeter für die Blau-Weißen geben können, eigentlich sogar müssen. Der TSV war in der letzten Viertelstunde am Drücker und zeigte Moral. Neuzugang Skenderovic setzte in der 90. Minute einen Schuss am langen Eck vorbei. Den Schlusspunkt in einer unterhaltsamen Partie besorgte Thomas Murg, der nach einem Konter sehenswert mit einem Schlenzer ins lange Eck traf.

Am Ende hieß es 5:2 für den SK Rapid. Für unseren TSV war somit wie im Vorjahr im Viertelfinale Schluss. Ein Spiel in dem doch mehr möglich gewesen wäre. Mit individuellen Fehlern, die nicht passieren dürfen, brachte man sich um die Früchte der Arbeit. Auch wenn ein Sieg unverdient gewesen wäre, mit mehr Cleverness und Konsequenz hätte man die Partie sehr spannend machen können. Vor allem in der ersten Hälfte präsentierten wir uns zu ängstlich und nicht so mutig wie gewohnt. Dennoch kann man auch in diesem Jahr wieder mit dem Auftritt im UNIQA ÖFB Cup zufrieden sein. Tolle, torreiche Spiele wurden den Fans geboten und man stand zum zweiten Mal in Folge in den Top 8. Nun gilt die volle Konzentration der tipico Bundesliga, wo Rasswalder und co. am Sonntag um 14:30 Uhr den SKN St.Pölten empfangen.


Stimmen zum Spiel:
TSV Trainer Markus Schopp: „Es war ein absolut verdienter Sieg von Rapid. Wir machen im Moment viel zu viele Fehler und es dadurch dem Gegner sehr leicht. Das ist ein Thema mit dem wir uns in den nächsten Wochen intensiv beschäftigen müssen. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir das viel besser können, als wir es heute gezeigt haben. Wir haben meiner Meinung nach gut begonnen, haben nicht viel zugelassen. Uns hat aber der Mut nach vorne gefehlt, da waren wir zu ängstlich. Vielleicht auch deswegen, weil wir so eine Kulisse nicht gewohnt sind. Wir wissen aber, dass wir jederzeit für ein Tor gut sind und das haben wir heute auch wieder gezeigt. Vielleicht wäre es trotzdem im Finish interessant geworden, wenn wir den Elfer bekommen und auf 3:4 gestellt hätten, ein Sieg von uns wäre aber nicht verdient gewesen.“

Kapitän und Torschütze Sigi Rasswalder: „Wir haben zu viele Fehler gemacht und die Tore zu leicht bekommen, das müssen wir in den nächsten Spielen viel besser machen. Die letzte halbe Stunde war richtig gut, darauf kann man aufbauen. Wir schauen weiter nach vorne, jetzt warten in der Liga vier Endspiele. Vielen Dank auch an die vielen Fans, die nach Wien mitgekommen sind, das war für uns alle etwas besonderes.“

Rapid-Coach Dietmar Kühbauer: „Es war für uns ein sehr wichtiges Spiel. Der Druck war groß, weil jeder von uns erwartet hat, dass wir weiterkommen. Ich habe von meiner Mannschaft ein sehr sehr gutes Spiel gesehen, der Sieg ist absolut verdient.“


Viertelfinale UNIQA ÖFB Cup 2018/19, 17. Februar 2019

SK Rapid Wien 5:2 (1:0) TSV Prolactal Hartberg 

Allianz Stadion, Wien-Hütteldorf, 12.700 Zuseher, SR Jäger (Salzburg)
Tore:
1:0 Murg (42.)
2:0 Pavlovic (50.)
3:0 Hofmann (52.)
3:1 Martic (ET, 69.)
4:1 Pavlovic (74.)
4:2 Rasswalder (82.)
5:2 Murg (90.)

Gelbe Karten: Murg, Müldür bzw. Rasswalder, Rep

Rapid Wien: Strebinger – Bolingoli (68. Müldür), Sonnleitner, Hofmann, Auer – Schobesberger (68. Ivan), Schwab, Murg, Martic, Knasmüllner – Pavlovic (77. Alar). Trainer: Dietmar Kühbauer

TSV Hartberg: Swete – Blauensteiner, Huber, Siegl, Rasswalder (87. Ilic) – Tschernegg – Flecker, Sittsam (53. Sanogo), Rep, Kröpfl – Tadic (78. Skenderovic). Trainer: Markus Schopp

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg