Torsperre gebrochen aber trotzdem verloren – 1:2 gegen Admira

Nach 708 Minuten wurde die Torsperre endlich gebrochen, doch statt dem erhofften Befreiungsschlag gab’s zuhause erneut eine „Watsch’n“! Die 1:2-Niederlage gegen die Admira war von einer sportlichen Auferstehung – speziell in der ersten Halbzeit – weit entfernt. Im TSV-Lager war man am Boden zerstört. Der Auftritt in den ersten 45 Minuten ernüchternd. Das Aufbäumen und die gute Leistung in Durchgang zwei brachte den Anschlusstreffer, weitere Chancen parierte Admira-Schlussmann Leitner bzw. prallte von der Latte zurück aufs Feld und die nächste Niederlage war besiegelt. In einer Woche in der Südstadt müssen unsere Jungs beim Retourspiel ab Minute 1 voll da sein und das letzte Hemd geben und zum sportlichen Gegenschlag ausholen. Noch ist alles möglich, aber jetzt muss dann bald ein „Dreier“ her.


So viel haben sich unsere Blau-Weißen für das Osterheimspiel vorgenommen. So wenig klappte in der ersten Halbzeit, in der Tadic anstelle von Paintsil und Farkas anstellte des Gesperrten Horvat in der Startelf standen. Die erste Chance des Spiels gehörte der Admira, ein Patzer in der Defensive ermöglichte einen Sololauf von Mustapha auf das Tor, der dann aber am Tor vorbeischoss (11.). Eine Minute später ein ungestümer Einstieg im Strafraum gegen Kerschbaum, der den darauffolgenden Elfer souverän verwertete. Und schon wieder liefen unsere Hartberger einem frühen Rückstand hinterher. Und auch kurz vor der Pause legte sich der TSV selbst ein „Osterei“ und nach einem kapitalen Fehler machte die Herzog-Truppe kurzen Prozess. Mustapha legte auf Surdanovic ab, der das Geschenk nutzte und das Leder in die Maschen haute (41.). – 0:2 zur Pause. In der ersten Halbzeit hat unsere Mannschaft unerklärlicherweise einfach alles vermissen lassen. Die Verunsicherung war deutlich zu sehen. Eine einzige gelungene Aktion stand auf der Habenseite. Die Doppelchance von Jürgen Lemmerer und Tobias Kainz nach Zuspiel von Lemmerer (20.).

Die Worte des Trainers in der Pause dürften gefruchtet haben, die Schmidt-Truppe zeigte zumindest phasenweise ein völlig anderes Gesicht. In der 51. Minute gelang der befreiende Treffer (nach 708 Minuten Flaute). Lemmerer im Doppelpass mit Kainz und dem Zuspiel von der Toroutlinie retour auf Tobias Kainz, der sich ein Herz nahm und traf. Ein psychologisch perfekter Zeitpunkt. Der frühe Anschlusstreffer war gelungen, der Turnaround gelang aber nicht mehr. Topchancen von Lemmerer, Aydin und Diarra parierte Admira-Torhüter Andreas Leitner überragend. In der 93. Minute war dann auch Glückgöttin Fortuna nicht auf Hartberger-Seite. Ein toller Schuss von Okan Aydin krachte an die Latte und von dort knapp vor die Linie zurück ins Feld anstatt hinter die Linie ins Tor. Ein schmerzhafter Nachmittag, aus dem trotz allem die positiven Elemente der zweiten Hälfte herausgezogen werden müssen. In der nächsten Woche gibt’s im Retourspiel die Chance zur Revanche. Köpfe in den Sand stecken oder aufgeben ist keine Option. AUFRICHTEN, KÄMPFEN und das letzte Hemd für den TSV Hartberg riskieren…


Stimmen zum Spiel:

Klaus Schmidt (Hartberg-Trainer): „Es war natürlich eine sehr, sehr bittere Niederlage für uns. Wir haben leider all das nicht umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben. In der ersten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen, was gut hätte sein können. Es waren zu viele Eigenfehler, dadurch sind wir einfach überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Wenn man nach zwölf Minuten hinten ist, lässt das die Verunsicherung noch steigen. So haben wir die erste Halbzeit komplett versäumt. In der zweiten sind wir besser ins Spiel gekommen, am Ende haben wir bei einigen Chancen dazu aber auch Pech gehabt. Das kommt im Fußball leider manchmal dazu.“

Andreas Herzog (Admira-Trainer): „Wir sind natürlich über diesen Auswärtssieg sehr glücklich. Wir haben viel Risiko genommen, das sich am Ende gelohnt hat. Der Sieg hat uns in eine sehr gute Position gebracht. Aber nachdem alles eng ist in der Qualigruppe, müssen wir schauen, dass wir diesen kleinen Vorsprung, den wir uns erarbeitet haben, auch nächste Woche wieder haben nach dem Hartberg-Spiel. Dann würde es natürlich gut ausschauen. Wir müssen diese Woche schauen, dass wir die Defensive stärken, mit der war ich in der zweiten Hälfte nicht zufrieden. Die Ausgangssituation ist gut.“

Tobias Kainz (Hartberg-Torschütze): „Leider hat uns ein weiteres Tor gefehlt, um zu punkten. Das schmerzt! In der ersten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen. Zumindest in der zweiten Hälfte haben wir dann unser richtiges Gesicht gezeigt. Jetzt müssen wir alles dafür geben, dass wir nächsten Samstag in der Südstadt zu jubeln.“


Admiral Bundesliga 2021/22 | 27. Runde | Samstag, 16. April 2022

TSV Egger Glas Hartberg 1:2 (0:2) FC Flyeralarm Admira

Profertil Arena – Hartberg, 1.256 Zuseher | SR Grobelnik (Wien)

Spielhighlights: Highlights #HTBADM

Tore:

0:1 Kerschbaum (13./ Elfmeter)
0:2 Surdanovic (41.)
1:2 Kainz (51.)

Hartberg: Swete – Farkas, Steinwender, Rotter (46./Niemann), Gollner, Klem – Kainz (75./Heil), Diarra, Aydin – Lemmerer (68./Paintsil), Tadic

Admira: Leitner – Zwierschitz, Bauer (22./Brugger), Schmiedl, Ostrzolek – Malicsek, Ebner (89./Elmkies) – Surdanovic, Kerschbaum, Vodhanel (73./Gattermayer) – Mustapha (73./Vorsager)

Gelbe Karten: Tadic, Niemann, Steinwender, Swete, Klem bzw. Kerschbaum, Zwierschitz, Ostrzolek, Vorsager

Fotos: TSV Hartberg | GEPA pictures