Traum wurde wahr – Hartberg welcomes Europe!

Ein Tag für die Geschichtsbücher! Der TSV Prolactal Hartberg ist im Europacup!


HARTBERG WELCOMES EUROPE! Wer hätte sich das gedacht. Vor 3 Jahren noch in der Regionalliga gespielt, vor zwei Jahren als Abstiegskandidat in die zweite Liga gestartet und sensationell den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Und nun, am 15. Juli 2020, für das internationale Geschäft qualifiziert. Wahnsinn! Geschäftsführer Erich Korherr brachte es nach dem Spiel auf den Punkt. „Wir haben etwas erreicht, wovon wir nie zu träumen gewagt haben.“

Die Ausgangsposition war sehr positiv. Mit der starken Leistung im Hinspiel in Wien, in dem man drei Auswärtstore erzielte, legte die Mannschaft den Grundstein für den Sieg im ligainternen Europacup Playoff. Am gestrigen Mittwoch war es eine konzentrierte und geschlossen starke Mannschaftsleistung, mit der man den Gegner überhaupt nicht zum Zug kommen ließ. Markus Schopp veränderte sein Team auf zwei Positionen, so rückten Tschernegg und Rep in die Startelf. Der erste Aufreger des Spiels ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Ecke von Rep fing Austria-Schlussmann Pentz den Ball und wurde von seinem eigenen Mitspieler Borkovic unterlaufen. Er ließ den Ball aus und Thomas Rotter mit dem vermeintlichen Führungstreffer. Doch Schiedsrichter Schüttengruber entschied nicht auf Tor, sondern auf Foulspiel. Eine glasklare Fehlentscheidung, hier wurde ein regulärer Treffer aberkannt. (18.). Hartberg hatte das Spiel unter Kontrolle und ließ kaum etwas zu. Die nächste Halbchance gab es erneut auf der Seite der Heimelf. Doch ein Schuss von Lukas Ried war kein Problem für den Austria Torhüter (33.). Kurz vor der Pause ging dann noch ein Rep-Freistoß ins Außennetz. Dementsprechend ging es mit 0:0 in die Kabinen.

In der 53. Minute die erste TSV-Chance in der zweiten Halbzeit. Tadic mit der Ecke auf Nimaga, doch Pentz kann mit einer Parade das Gegentor verhindern. Danach wurde die Austria etwas offensiver, jedoch ohne wirklich gefährlich zu werden. Ganz anders die Heimelf, die nun immer wieder gute Kontergelegenheiten vorfand. Es war bereits die 79. Minute, als Plötzlich Rajko Rep nach einem langen Ball von Dante alleine auf das Austria-Tor zulief. Doch Pentz konnte mit einer Fußabwehr das 9. Saisontor des Slowenen gerade noch verhindern. In der Nachspielzeit kam die Austria noch zu einer Riesenchance. Doch Sweite hielt mit einer starken Aktion die Null fest. (91.). Kurz darauf wurde auf der anderen Seite eine weitere aussichtsreiche Kontersituation nicht gut genug zu Ende gespielt und so landete der Schuss des eingewechselten Dossou knapp neben dem Tor (92.). Danach war Schluss. Ein intensives Spiel, eine intensive Saison war zu Ende und trotz der (leider) fehlenden Fans im Stadion kannte der Jubel keine Grenzen.

Es war also geschafft. Hartberg hat sich erstmals in der Vereinsgeschichte für den Europacup qualifiziert. Ein großer Dank an alle Beteiligten, die dieses Wunder ermöglicht haben. DANKE unsere einzigartige und großartige Mannschaft, an das Trainerteam rund um Markus Schopp, an alle Funktionäre und Mitarbeiter, an unsere unzähligen ehrenamtlichen Helfer, an Geschäftsführer Erich Korherr, Präsidentin Brigitte Annerl, an unsere treuen Sponsoren, an alle Mitglieder und natürlich an unsere sensationellen TSV Fans, die uns trotz der aktuellen Situation in dieser Saison bestmöglich unterstützt und begleitet haben.


Eine Zusammenfassung von diesem Spiel gibt es hier: #HTBFAK-Highlights


Stimmen zum Spiel:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): „Es ist ein gewaltiger Moment. Jeder, der die Geschichte mitverfolgt hat, hätte wahrscheinlich viele Schritte zuvor schon nicht geglaubt. Ein Dankeschön an alle, die sich da bemüht haben und die diesen Prozess in den letzten Jahren begleitet haben. Vor drei Jahren war der Verein in der Regionalliga und jetzt haben wir uns für das internationale Geschäft qualifiziert. Das ist ein wunderschöner Moment. Ich bin extrem stolz, ein Teil davon zu sein. Über die zwei Spiele gesehen waren wir die bessere Mannschaft. Wir hätten es schon in Wien zu Ende spielen können, haben wir aber nicht. Ich hatte heute immer das Gefühl, wir können eher ein Tor machen als der Gegner. Ich denke, dass sich der TSV Hartberg den Platz an der Sonne verdient hat. Es freut mich vor allem für jene, die schon sehr lange den Verein begleiten, die in den letzten Jahren immer wieder auch große Rückschläge und Tiefpunkte erleben mussten und trotzdem weitergemacht und alles gegeben haben. Das was heir in den letzten Wochen geleistet wurde und wie sich die Mannschaft in den letzten Wochen und Monaten entwickelt hat, das kann man gar nicht hoch genug einschätzen.“

Christian Ilzer (Austria-Trainer): „Ich möchte dem TSV Hartberg gratulieren und großen Respekt aussprechen, sie haben eine sensationelle Saison gespielt. Sie waren in diesen Finalspielen die bessere und clevere Mannschaft. Sie haben in Wien brutal gute Konter gespielt und heute alles wegverteidigt. Wir haben kaum Durchschlagskraft entwickeln können. Wir haben gewusst, wenn wir zu früh hinten alles aufreißen und ein Tor fangen, wird es noch viel schwieriger. Wir haben gewusst, wir sind immer gut für ein Tor. Aber es haben die Qualität, die Bälle hinter die letzte Linie gefehlt. Wir haben alle Offensivpower von der Bank gebracht, sehr viel von Beginn weg gebracht, sind aber immer wieder an der massiven Abwehr von Hartberg festgelaufen.“

TSV-Spieler Lukas Ried: „Es ist ein unglaubliches Gefühl mit Hartberg so etwas zu erreichen. Das hätte sich vor der Saison niemand zu träumen gewagt. Wir sind alle überglücklich und werden jetzt feiern und genießen. Als Spieler hat man immer Träume und heute wurde einer davon wirklichkeit.  Ich freue mich riesig auf den Europacup. Wir möchten, wie aber auch in der Bundesliga, nicht nur dabei sein, sondern angreifen und vielleicht auch da für die ein oder andere Überraschung sorgen. Schade, dass keine Zuschauer dabei waren, das wäre heute der Hammer gewesen. Die Zuschauer hätten sich so ein Spiel, genau wie wir, auch verdient gehabt.“

Dario Tadic (TSV Stürmer): „Ich habe das noch nicht wirklich realisiert. Das wird sicherlich noch ein paar Tage dauern. Eigentlich fehlen mir gerade die Worte. Wir haben ein unglaubliches Jahr gespielt. Wenn man bedenkt wo Hartberg vor ein paar Jahren gestanden ist und was da jetzt passiert ist. Und das werden wir jetzt feiern!“

Hartberg Präsidentin Brigitte Annerl: „Ich kann das eigentlich nicht in Worte fassen. Das Ziel war natürlich der Klassenerhalt. Das haben wir bereits im März geschafft und das war sensationell. Dann haben wir uns vorgenommen, dass wir in der Meistergruppe ein paar Punkte holen, es wurden unglaubliche 13 Punkte, wir haben Rapid, Lask, Sturm und Wolfsberg geschlagen. Jetzt sind wir die Nummer 1 in der Steiermark und spielen im Europacup. Wir haben in einer einzigen Saison gleich drei oder vier Mal unsere Ziele nicht nur erreicht, sondern übertroffen. Das ist einfach nur großartig.“


Tipico Bundesliga 2019/20  – Playoff-Finale – Rückspiel, Mittwoch, 15. Juli 2020

TSV Prolactal Hartberg 0:0 (0:0) FK Austria Wien
Gesamtscore: 3:2

Profertil Arena, Hartberg, SR Schüttengruber (OÖ)

Hartberg: Swete – Lienhart, Rotter, Luckeneder, Klem – Nimaga – Ried, Tschernegg (74./Kainz), Rep (86./Dossou), Dante – Tadic

Austria: Pentz – Klein, Palmer-Brown, Borkovic, Poulsen (22./Demaku) – Ebner (62./Sax), Grünwald – Pichler (76./Edomwonyi), Sarkaria, Wimmer – Monschein

Gelbe Karten: Rep, Luckeneder, Klem bzw. Wimmer

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg