Wieder geführt – wieder verloren! 3:1-Pleite beim WAC

Wolfsberg 3 Hartberg 1. Zum dritten Mal in dieser Saison ging der TSV auswärts in Führung (Tirol, Lustenau, WAC), zum dritten Mal bekam man vor der Pause den Ausgleich und konnte sich davon in der zweiten Hälfte nie erholen. Daher gab es in allen drei Spielen das ernüchternde Ergebnis einer Niederlage (1:2, 1:4, 1:3). Eine schmerzvolle, unnötige Niederlage. Ohne die Leistung des WAC schmälern zu wollen, wäre in dieser Partie viel mehr möglich und zumindest ein Punktgewinn im Bereich des Machbaren gewesen. Auffallend auch, dass bei unserer Mannschaft ab Erhalt eines Gegentreffers „Feuer frei“ ist und weitere Gegentore und Niederlagen folgten. Ungenauigkeiten, Fehlpassorgien, fehlende Konsequenz und Entschlossenheit führten dazu, dass in Summe sehr wenig Torchancen kreiert werden konnten und auch defensiv zu viele einfache Fehler (ab der 40. Minute) passierten. 


Beim Duell Hartberg – Wolfsberg ging in der Vergangenheit meist die Auswärtsmannschaft als Sieger vom Feld. Eine Zeit lang sah es auch diesmal so aus, doch alles der Reihe nach. Bei herbstlichen Temperaturen nahm Trainer Klaus Schmidt vier Veränderungen in der Startelf vor. Swete, Horvat, Aydin und Tadic kehrten zurück. Unsere Hartberger versteckten sich von Beginn an nicht, hatten die Partie nach kurzem Abtasten im Griff. Beinahe gelang die schnelle Führung. Dominik Frieser kam doch ein wenig überraschend im Strafraum zum Ball, vertändelte aber (7.). In der 22. Minute spielte Frieser den Ball hinter die Verteidigung in den Strafraum, Patrick Farkas zog energisch Richtung Ball  und wird von Anzolin gelegt. SR Lechner zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt (VAR bestätigte). Ein Fall für Dario Tadic, der staubtrocken ins rechte Eck zur Hartberger Führung einschoss. Unsere Blau-Weißen standen kompakt, ließen nichts zu, verabsäumten es aber mit genaueren, konsequenteren Angriffen mehr große Torchancen und in weiterer Folge Tore zu erzielen. In der 33. Minute hätte man nachlegen können (wenn nicht müssen). Toller Angriff über links, Tadic traf den Ball aus aussichtsreicher Position aber nicht richtig und so endete die Aktion mit einem Roller. Schade! Und aus dem Nichts erweckte man durch eine Fehlerkette den WAC zum Leben. Wieder einmal kurz vor der Pause. 42. Minute, Flanke von Malone mit dem Außenrist (der nur aufgrund halbherziger Attacken überhaupt in diese Situation kam) und Tai Baribo traf per Kopf gegen die Laufrichtung von Swete zum Ausgleich. Die TSV-Abwehr blockierte sich gegenseitig und so hatte der WAC-Stürmer Zeit und Platz und perfekt abzuschließen. Billiges Gegentor zum schlechtesten Zeitpunkt, das unsere Hartberger wieder aus der Bahn werfen sollte.

Dadurch wurde der WAC wachgerüttelt und war nach der Pause die spielbestimmende, klar bessere Mannschaft. Der TSV völlig von der Rolle, immer wieder (einfache) Fehlpässe, fehlende Konsequenz, Entschlossenheit und auch Mut machte es für die Hausherren relativ einfach. Dank Rene Swete blieb man lange im Geschäft um die Punkte. In der 51. Minute rettete der TSV-Kapitän zweimal gegen Melone. Acht Minuten später parierte Swete erneut zweimal gegen Ballo und Baribo in höchster Not, dann netzte aber Kerschbaumer im dritten Anlauf. Trotz WAC-Führung hätten sich folglich Räume ergeben, die der TSV aber nicht nutzte. Man spürte – auch aufgrund der Wechsel – frischen Schwung, aber mehr als Halbchancen schauten nicht heraus. Swete parierte auch einen Schifferl-Kopfball an die Latte. Die größte Chance auf den Ausgleich hatte noch Paintsil, ehe Thorsten Röcher in der Nachspielzeit mit dem 3:1 den Endstand herbeiführte.

Jetzt steht die Länderspielpause an. In den nächsten 14 Tagen muss man im Hartberg-Lager die ersten acht Spiele, in denen wie erwähnt oft ähnliche Muster zu sehen waren, klar und nüchtern analysieren und an den Baustellen intensiv arbeiten, um nach der Pause im Oktober wieder in die Spur zu kommen.


Stimmen zum Spiel:

Klaus Schmidt (Hartberg-Trainer): „Es war eine eher unnötige Niederlage. Wir haben die ersten 35, 40 Minuten sehr solide mitgespielt, eigentlich dominiert, sind in Führung gegangen. Dann wieder ein Gegentor kurz vor der Pause, das uns den Zahn gezogen hat. Wir sind dann schlecht aus der Pause zurückgekommen. Dann hat der WAC ganz klar das Zepter übernommen, wir haben nicht genug Intensität an den Tag gelegt, dass wir uns gewehrt hätten. Beim 2:1 haben wir es den Wolfsbergern leicht gemacht. Wir haben nicht genug Reaktion gezeigt! Wir haben dann zwar noch einmal alles versucht. Aber wir waren im Endeffekt nicht gefährlich genug. Es wäre heute sicher etwas möglich gewesen.

Robin Dutt (WAC-Trainer): „Die Anfangsphase hat mir natürlich nicht gefallen. Da haben wir nicht druckvoll genug gespielt, zu langsam gepasst. Haben auch den Elfmeter verursacht. Aber mit dem Ausgleich und spätestens in der zweiten Halbzeit haben wir Druck aufgebaut. Alles in allem bin ich zufrieden, wie es dann gelaufen ist. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, wenn du vier Spiele in Folge immer drei Tore machst. Das ist nicht ganz so schlecht. Malone ist ein schneller Spieler, das macht im Fußball oft den Unterschied. Und er ist auch ein guter Typ, der für die Mannschaft arbeitet. Es war sehr wichtig, dass wir das (den Leihvertrag, Anm.) am letzten Transfertag ermöglicht haben.“

Rene Swete (TSV-Kapitän): „Es wäre sicher mehr möglich gewesen. Am Ende steht ein 1:3, das natürlich nervt. Bis zum Zeitpunkt, wo wir dann 1:2 hinten waren, war es nicht so gut und nachdem wir das 1:2 bekommen haben, ist irgendwie ein Knoten geplatzt, das hat man gespürt am Platz. Da war plötzlich wieder die Energie da. Ist ernüchternd, aber wir sollten an den positiven Dingen arbeiten, glaube ich. Vielleicht ist es diese ,Scheißdrauf-Mentalität´. Nach dem 1:2 war jedem egal, ob wir 1:3, 1:4 oder 1:5 verlieren. Ich denke, dass es diesen Mut einfach braucht, um erfolgreich zu sein. Das ist die Einstellung, wo wir wieder hinkommen müssen. Es geht nur mit Mut und es ist etwas anderes, ob ich von diesem Mut rede oder ihn lebe.“

Dario Tadic (TSV-Torschütze): „Wir haben uns einiges ausgerechnet. Bitter, dass wir kurz vor der Pause den Faden verloren und den Gegentreffer kassiert haben. Leider fahren wir mit null Punkten heim.“ 


Admiral Bundesliga 2022/23 | 09. Runde | Samstag, 17. September 2022

RZ Pellets WAC 3:1 (1:1) TSV Egger Glas Hartberg

Lavanttal Arena – Wolfsberg, 2.525 Zuseher | SR Lechner (Wien)

Spielhighlights: Highlights #WACHTB

Tore:
0:1 Tadic (24./Foulelfmeter)
1:1 Baribo (42.)
2:1 Kerschbaumer (59.)
3:1 Röcher (93.)

WAC: Bonmann – Baumgartner, Piesinger, Schifferl – Jasic, Ballo (90./Taferner), Leitgeb (90./Novak), Kerschbaumer (73./Omic), Anzolin – Baribo (73./Röcher), Malone

Hartberg: Swete – Farkas (85./Paintsil), Sonnleitner, M. Horvat, Kofler (46./Steinwender) – Kainz, Heil – Frieser, Aydin (68./Kröpfl), Almog (59./Fadinger) – Tadic (68./Kriwak)

Gelbe Karten: Anzolin bzw. Farkas

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg