Zwei Hälften, zwei Gesichter – am Ende ein 1:1 gegen Ried

Es wollte wieder nicht sein! Gegen die SV Ried kann der TSV in der Bundesliga bis dato nicht gewinnen. Auch das dritte Heimspiel gegen die Innviertler endet 1:1. Einer schwachen ersten Hälfte folgte eine viel bessere zweite Halbzeit mit bärenstarken 20 Minuten, die Chancen auf den Sieg waren da, am Ende gibt es zumindest einen Punkt nach zwei unnötigen Niederlagen in Serie. Unserer Blau-Weißen hatten über die 90 Minuten mehr Ballbesitz, mehr Torchancen, eine höhere Passquote und mehr gewonnene Zweikämpfe. Trotzdem mussten wir wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Nach vier Runden haltet die Russ-Truppe bei vier Punkte und einem ausgeglichenen Torverhältnis. Noch läuft nicht alles nach Plan, doch es wird Ruhe bewahrt, hart und intensiv analysiert und weitergearbeitet. 


Vor dem Spiel gab’s für Mario Sonnleitner eine besondere Ehrung. Für das 400. Bundesliga-Spiel wurde der TSV-Abwehrchef in den Bundesliga-Legendenklub aufgenommen und vor dem Anpfiff von BL-Vorstand Alex Schwärzler mit einem schwarz-goldenen Trikot prämiert. Kapitän Rene Swete war weiterhin nicht einsatzbereit, erneut wurde er durch Raphael Sallinger im TSV-Tor vertreten. Zum Spiel: Die erste Möglichkeit hatte der TSV. Einen Horvath-Freistoß setzte Luckeneder drüber. Dann aber die Rieder. Ex-Hartberger Seifedin Chabbi mit der Kopfballchance nach Flanke von Stefan Nutz. Starke Parade von Raphael Sallinger (4.). Drei Minuten später zappelte der Ball im Netz. Nach einem Nutz-Freistoß war Plavotic zur Stelle. Doch der VAR meldete sich, stellte ein Handspiel vom vermeindlichen Torschützen fest, es blieb beim 0:0. Ried weiter am Drücker, Dreh- und Angelpunkt in der Heraf-Truppe war einmal mehr Stefan Nutz, der Bajic bediente, dieser blieb mit seinem Haken am starken Sallinger hängen (19.). Quasi mit dem Pausenpfiff die verdiente Führung der Gäste. Unnötiges Foul, ruhender Ball. Nutz mit der Flanke, Reiner war völlig alleine zur Stelle, 0:1. In der Pause reagierte das Trainerteam, brachte mit Kofler, Niemann und Paintsil drei frische Kräfte. Auch die Pausenansprache dürfte gewirkt haben, der TSV kam wie ausgewechselt aus der Kabine. Ein Tobi Kainz Gewaltschuss knallte gleich einmal an die Querlatte (46.), der TSV drückte auf den Ausgleich, dieser gelang dann in der 56. Minute. Tadic legt ab auf Sascha Horvath, dessen Schuss im Netz landete – 1:1. In der Folge war die Heimmannschaft dem Sieg sogar näher. Noel Niemann hatte nach einer guten Stunde die Führung am Fuß, sein starker Abschluss ins lange Eck wurde vom Rieder-Schlussmann Sahin-Radlinger noch stärker zur Ecke pariert. Dann riss wieder etwas der Faden, Heraf nahm eine Systemumstellung vor und die Schlussphase verlief ausgeglichen. Nutz hatte in der 87. Minute noch die Chance per Fallrückzieher, doch Sallinger wehrte das Spielgerät über die Latte. Die erste Punkteteilung für beide Mannschaften in dieser Saison.


Stimmen zum Spiel:

Kurt Russ (Hartberg-Trainer): „Die zwei Halbzeiten kann man nicht vergleichen. Zweite Halbzeit waren wir da, so wie ich gedacht hätte, dass wir (von Beginn weg) auftreten. Die erste haben wir ein wenig verschlafen, vielleicht war es doch ein wenig zu defensiv. Ich wollte, dass die Null steht, leider ist uns das wieder nicht geglückt. Zweite Halbzeit muss ich der Mannschaft ein Riesenlob aussprechen. Im Prinzip haben wir zwei, drei Sitzer gehabt, wo du ein Tor machen kannst. Es ist nicht einfach gegen sie zu spielen, deshalb bin ich auch froh, dass wir einen Punkt gemacht haben.“

Andreas Heraf (Ried-Trainer): „Ich freue mich einerseits, dass wir wieder ungeschlagen geblieben sind, einen Punkt geholt haben gegen eine gute Mannschaft. Auf der anderen Seite bin ich ein bisschen traurig, weil wir bis auf diese 20 Minuten nach der Pause, wo wir den Faden verloren und das Gegentor bekommen haben, eigentlich heute die besseren waren und Riesenchancen hatten. Wenn vor einem Jahr jemand gesagt hätte, Ried holt einen Punkt in Hartberg, dann hätten alle gejubelt. Nur weil es jetzt so gut läuft, ist man ein bisschen enttäuscht, aber wir nehmen diesen Punkt trotzdem gerne mit.“

Sascha Horvath (TSV-Torschütze): „Sie (SV Ried, Anm.) sind bei Standards gefährlich und machen uns zwei Tore. Zum Glück war eines Abseits. In der zweiten Halbzeit sind wir positiv rausgekommen und haben wieder Chancen gehabt. Mit dem 1:1 können wir leben, weil wir in der ersten Halbzeit so negativ am Platz waren und in der zweiten Halbzeit so positiv, wo man wieder sieht, was für Qualitäten wir am Platz haben.“

Mario Sonnleitner (TSV-Spieler): „Wenn es uns einmal gelingt, das erste Tor zu machen, sind wir fast nicht mehr zu schlagen. Eine sehr gute zweite Hälfte, auf die wir aufbauen können. Natürlich bin ich stolz, das ist doch einiges, 400 Spiele. Ich dachte nicht, als ich mit 17, 18 angefangen habe, dass es 400 werden. Ich bin trotzdem ehrgeizig und zielorientiert und will so viele Spiele wie möglich absolvieren. 500 wird wahrscheinlich schwierig werden, aber man weiß ja nicht.“


Admiral Bundesliga 2021/22 | 4. Runde | Samstag, 14. August 2021

TSV Egger Glas Hartberg 1:1 (0:1) SV Guntamatic Ried

Profertil Arena – Hartberg | SR Pfister (Tirol) | 1.703 Zuseher

Spielhighlights: Highlights #HTBSVR

Tore:
0:1 Reiner (45.+1)
1:1 Horvath (56.)

Hartberg: Sallinger – Stec (77./Horvat), Sonnleitner, Luckeneder, Gollner (46./Kofler) – Kainz, Erhardt (46./Paintsil) – Sturm (46./Niemann), Horvath, Heil – Tadic

Ried: Sahin-Radlinger – Wießmeier, Reiner, Jovicic, Plavotic (72./Mikic), Lercher – Ziegl (58./Pomer), Stosic, S. Nutz – Bajic (88./Satin), Chabbi (58./Offenbacher)

Gelbe Karten: Kainz, Horvat, Heil, Luckeneder bzw. Offenbacher

Fotos: Gepa Pictures | TSV Hartberg